Medizinische Teams bringen Hilfe in die haitianische Hauptstadt
Am 15. Juni hat LandsAid eine weitere mobile Klinik in Port-au-Prince in Betrieb genommen. Unser Team arbeitet nun neben der bereits eingerichteten Klinik in Cazeau in einer Zeltstadt in Tabarre. Hier leben 5.749 Menschen unter extremen Bedingungen. Seit Monaten waren sie nahezu ohne medizinische Versorgung, es mangelte an Trinkwasser und Nahrung. Nach erfolgreichen Gesprächen mit dem Komitee der Zeltstadt hat LandsAid hier schon am ersten Tag ca. 90 Kinder unter 5 Jahre erstbehandelt.
Durch das Engagement der Hilfsorganisation Operation Blessing, die die Arbeit von LandsAid in der Zeltstadt unterstützt, sind dort inzwischen auch drei große Wassertanks aufgestellt, die an eine lokale Wasserleitung angeschlossen werden und somit der Nutzwasserbedarf gedeckt ist. Zudem wird ein Wasserfilter installiert, damit die Zeltstadt-Bewohner, die ihr Wasser zurzeit noch abkochen, direkt sauberes Wasser trinken können. Die Maßnahmen werden den Menschen das tägliche Leben um einiges erleichtern, unter anderem wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Anzahl der Magen-Darm-Erkrankungen rapide sinken.
Ein anderer wichtiger Schritt, den das LandsAid-Team intensiv vorantreibt, ist die Schulung von sogenannten „health promoters“, lokalen Helfern, die die in der Zeltstadt Lebenden z.B. zum Thema Hygiene oder Impfungen unterrichten. Nach erfolgreichen ersten Treffen und Schulungungen gehen die momentan sechs ehemaligen Lehrer, Informatiker oder Buchhalterinnen nun inzwischen von Zelt zu Zelt und helfen, die hygienischen Bedingungen und den Schutz vor Ansteckung mit Malaria zu verbessern. Eine der Grundvoraussetzungen, um Erkrankungen vorzubeugen.
Die Zelte, in denen LandsAid den Behandlungsraum und eine Apotheke untergebracht hat, wurden bis auf Weiteres sehr schnell und unkompliziert von den Johannitern zur Verfügung gestellt. Durch die Spende der WHO von Medikamenten für etwa 6.000 Patienten ist die Versorgung für die kommenden Monate gedeckt. Die Spende erhielt LandsAid unter anderem deshalb, weil sie eine der wenigen Organisationen ist, die seit Januar durchgehend Patientenstatistiken an die WHO schickt. Die WHO benötigt diese Statistiken für die gezielte Planung von medizinischen Maßnahmen wie Impfkampagnen oder zur Abwendung möglicher Epidemien.
Versorgung von bisher 18.000 Patienten
Seit dem verheerenden Erdbeben im Januar unterstützt LandsAid die betroffenen Menschen in Haiti. Neben der Lieferung von Hilfsgütern wurden zunächst in Cité Soleil, dem größten Elendsviertel in der Hauptstadt Port-au-Prince, und an drei weiteren Standpunkten - in Delmas, Christroi und der Universität - mobile Kliniken etabliert.
LandsAid koordinierte die Arbeit von insgesamt vier medizinischen Teams, die sich neben LandsAid-Personal aus internationalen Hilfskräften - u.a. aus der Slowakei, Italien, Kanada und USA - zusammensetzten.
Täglich behandelten die engagierten Einsatzkräfte hier bis zu 150 Patienten pro Klinik. Insgesamt also bis zu 600 Personen täglich. Unterstützt wurde die Arbeit bis Ende April von der LandsAid-Partnerorganisation Apotheker ohne Grenzen e.V., die mit jedem LandsAid-Team eines ihrer Mitglieder entsendeten.
Inzwischen haben knapp 30 LandsAid-Einsatzkräfte aus Deutschland in unseren mobilen Kliniken gearbeitet. Unterstützt durch lokales medizinisches Personal, konnten sie so einer großen Anzahl an Haitianern basismedizinische Versorgung ermöglichen: Insgesamt wurden bisher über 18.000 Patienten behandelt. (Stand: Juni 2010)
Unmittelbar nach dem Erdbeben ging es um die möglichst schnelle und effektive Versorgung der zahllosen Verwundeten. Jetzt muss besonders in den Zeltstädten dringend die Hygiene aufrecht erhalten und Infektionskrankheiten vorgebeugt werden. Erschwerend wirkt sich die Regenzeit auf die ohnehin schon schwierige Lage aus. Denn mit dem Regen steigt die Gefahr einer Ausbreitung von Krankheiten wie Typhus, Cholera oder Malaria in den abertausenden provisorischen Zelten, die die Straßen und Plätze von Port-au-Prince säumen.
Die mobilen Kliniken wurden nun noch einmal bis 30. September 2010 verlängert.
Zurzeit befindet sich das achte medizinische Team von LandsAid in der haitianischen Hauptstadt. In ihrem Einsatztagebuch berichten die Hilfskräfte regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen vor Ort.
LandsAid e.V. bittet deshalb für den weiteren Einsatz in Haiti um Spenden auf das
Konto 10022
VR Bank Landsberg
BLZ 700 932 00
Internationale Bankleitzahl BIC: GENODEF1STH
Internationale Konto-Nr. IBAN: DE55700932000000010022
Finanziell unterstützt wird dieses LandsAid-Projekt auch von Bild hilft e.V. "Ein Herz für Kinder" und der Aktionsgruppe Kinder in Not e.V., denen hier ein großer und herzlicher Dank für ihre großzügige und unkomplizierte Hilfe ausgesprochen sein soll!












