Saatgut für die Landwirte in Mandera

Während ganz Deutschland sich im Dezember 2006 dem "Weihnachtsstreß" ausgesetzt sah, hatten die Landwirte in Mandera ganz andere Sorgen.

 

Mehr Infos:

Auszüge aus Berichten von Wolfgang Müller (Mandera)

Pressemeldung vom 20.12.2006

 

Mandera ist eine Kleinstadt mit ca. 40.000 Einwohnern, die im äussersten nordöstlichsten Eck von Kenia liegt, 4 Busreisetage von Nairobi entfernt, dabei immer vorausgesetzt, dass die Strecke überhaupt befahrbar ist. Der einzig halbwegs sichere Versorgungsweg nach Mandera ist der Luftweg, und der ist sehr teuer und daher für den normalen Bauern nicht nutzbar.

 

Nach der verheerenden Dürre im Frühjahr und Sommer 2006 hatten sich die Menschen in Mandera zuerst riesig gefreut, als der ersehnte Regen einsetzte. Es regnete, und der staubtrockene Boden konnte zunächst gar keinen Regen aufnehmen. Erst allmählich, nach und nach, begann der Boden aufzuweichen. Und die Landwirte freuten sich, und pflanzten Mais, Bohnen, Sorgum und Wassermelonen. Sie hofften darauf, daß diese Erträge es ihnen leichter machen würden, die nächste Trockenperiode zu überstehen.

 

Aber es regnete weiter. Und hörte nicht mehr auf. Die Regenzeit, die in dieser Region normalerweise im November zu Ende geht, dehnte sich noch bis in den Januar hinein aus. Und die frische Aussaat der Bauern von Mandera war dahin - alles weggeschwemmt von den Wassermassen. Sie hatten große Hoffnung gehabt - und jetzt war nichts mehr davon übrig. Sie standen vor ihren unbrauchbaren Feldern und wussten nicht, wie sie wieder anfangen sollten.

 

LandsAid-Geschäftsführer Michael Prestele hielt sich im Dezember 12 Tage in Kenia auf, um die laufenden Projekte von LandsAid zu betreuen. Dabei hatte er Gelegenheit, die Situation vor Ort und deren Auswirkungen auf die Menschen selbst zu erleben.

 

LandsAid stellte für die Landwirte von Mandera insgesamt € 3.857,28 zur Verfügung.

 

Von diesem Geld wurden in Mandera 8 landwirtschaftliche Kooperativen mit lokal erworbenem Saatgut und Werkzeugen ausgestattet, um damit einen neuen Start wagen zu können. Das Projekt wurde von unserer Partnerorganisation AIC-DIGUNA durchgeführt und unterstützt vom District Commissioner, dem obersten Regierungsvertreter in Mandera.

 

Noch in der Woche vor Weihnachten erhielten die Menschen in Mandera Saatgut und Werkzeuge - wenn sie nicht überwiegend Muslime wären, hätten sie dies wahrscheinlich als "das schönste Weihnachtsgeschenk überhaupt" bezeichnet...

 

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