Kenia-Tagebuch von Sylvia Rohrhirsch

An dieser Stelle berichtete Sylvia Rohrhirsch über ihre Arbeit im Rift Valley im Westen Kenias, wo sie von 8.-31. Januar 2010 mit Unterstützung des Marathon-Weltmeisters 2007 Luke Kibet Erste-Hilfe-Schulungen mit Multiplikatoren-Effekt für Einheimische veranstaltete. Anfang 2009 hatte sich Frau Rohrhirsch zunächst im Rahmen einer privaten Reise auf eine Assessment-Tour begeben, um den Einsatz gut vorzubereiten.

 

Hintergrundinformationen zum Projekt finden Sie hier 

 

 

Montag, 05.01.2009

 

Bald ist es soweit: Am 20. Januar mache ich mich wieder auf den Weg nach Kenia.

 

Als ich den Flug buchte, nahm ich mir vor: Dieses mal werde ich wirklich Urlaub machen! Ich werde gute Freunde und deren Familien besuchen und mir einige Sehenswürdigkeiten ansehen. Jedoch – irgendwie geht das wohl nicht bei mir. Ich kenne die Sorgen und Nöte der Menschen. Wie kann ich mir da die Sonne auf den „Bauch“ scheinen lassen, wo nebenan die Mütter nicht wissen, wie sie ihre kranken Kinder versorgen sollen.

 

Vergangenes Frühjahr starb die kleine Joana, Tochter eines guten Freundes von mir. Sie wurde von einem Hund gebissen, sechs Wochen später war sie tot - Tollwut! Ihre Mutter ging, nachdem sie mit mir telefoniert hatte und ich ihr versicherte, dass wir das Geld für den lebenswichtigen Impfstoff schon zusammenbekommen werden, zum Arzt – leider zu spät.

Die Eltern wussten nicht, wie wichtig hier der Faktor Zeit ist.

 

Im Herbst möchte ich im Rift Valey Schulungen durchführen – Erste Hilfe, Wundversorgung, Gesundheitsfürsorge, Hygiene und nicht zuletzt werde ich auch das Thema HIV mit ins Programm nehmen.

 

So werde ich jetzt die Zeit, in der ich meinen Urlaub in Kenia verbringe, überwiegend darauf verwenden, Orte, Zielgruppen und Kooperationspartner zu besuchen. Ich werde evaluieren, welche Notfälle am häufigsten sind, wie lange der Weg zur nächsten Gesundheitsstation ist, etc., etc.

- Und ich werde Joanas Grab besuchen!

 

Ich freue mich schon. Ich weiß, meine Freunde werden mich am Flughafen abholen und wie gewohnt herzlich empfangen. Ich freue mich auf das Lachen der Kinder und die - manchmal etwas anstrengenden - langen Gespräche. Ich weiß jetzt schon, dass ich bestimmt wieder viel Geduld mitbringen muss, denn der Begriff Zeit ist bei vielen Menschen in Kenia relativ und ich werde wohl des Öfteren meine Zeit mit Warten verbringen.

 

Lassen Sie mich jetzt schon ein Dankeschön an all die sagen, die mich – egal in welcher Weise – in diesem Projekt unterstützen werden – und dies auch bereits in der Vergangenheit getan haben!

 

Liebe Grüße,

Sylvia

  

 

Donnerstag, 22. Januar 2009

 

Nachdem ich gut in Nairobi angekommen bin, hatte ich bereits am ersten Tag nach meiner Ankunft ein Treffen mit einer lokalen Hilfsorganisation. Diese wuerde sehr gerne fuer Landsaid die geplanten Schulungen soweit vorbereiten, dass ich damit sofort nach meiner Ankunft beginnen kann. Das Hauptaugenmerk soll die Menschen in den Doerfern gewidmet sein. Wie mir wieder einmal von einer Aerztin bestaetigt wurde, kommen die Menschen sehr haeufig zu spaet ins Krankenhaus, weil ihnen die Notwendigkeit hiefuer oft nicht bewusst ist, oder sie einfach nicht wissen, was zu tun ist um dies zu vermeiden.

 

Erst kuerzlich starb in der Klinik in Eldoret ein Kind, nur weil es Wuermer hatte. Mit einer rechtzeitigen billigen Behandlung haette nicht einmal ein Krankenhausaufenthalt noetig sein muessen. Nur einige Tabletten und alles waere gut gewesen!

 

Morgen werde ich dann weiter mit meinen Freunden nach Nakuru fahren und von dort aus nach Eldoret.

 

Ach ja, wie ich mir schon gedacht hatte, wurde ich ueberaus freundlich empfangen, alles war fuer meine Ankunft gut vorbereitet und ich bin privat bisher sehr gut untergebracht.

 

Gruesse an alle daheim

Sylvia

 

 

 

Dienstag, 3. Februar 2009

 

Die Zeit vergeht wie im Flug! Seit gestern abend bin ich wieder zurueck in Nairobi. Heute nachmittag werde ich mich noch einmal mit Joshua von der kenianischen Partnerorganisation treffen.

 

Die Zeit in den Doerfern rund um Eldoret war sehr schoen. Ich habe viele Menschen kennengelernt und alle waren ueberaus freundlich, herzlich und hilfsbereit - ob arm oder reich. Bei Luke Kibet (Goldmedaillie - Marathon - olympische Spiele 2008) war ich genauso freundlich empfangen wie bei den Aermsten im Ort.

 

Am Mittwoch muss ich schon wieder zurueck nach Deutschland. Ich hoffe sehr, dass das geplante Projekt im Herbst durchgefuehrt werden kann.

 

Viele Gruesse aus dem sonnigen Kenia

Sylvia

 

 

Dienstag, 24.11.2009

 

Die Vorbereitungen sind voll im Gange.

Am 08.01.2010 werde ich in München das Flugzeug besteigen um nach Kenia zu reisen.

Ursprünglich war geplant, dass ich in die entlegenen Dörfer in den sog. High- and Lowlands rund um Kapcherop bei Eldoret im Rift Valley reise um dort vor Ort die Schulungen durchzuführen. Dominic mein Kollege vor Ort wollte aus entlegeneren Gegenden dieser Dörfer wiederum die Leute aquirieren, die dann zu den Schulungen angereist kommen. Da das finanzielle Budget leider immer noch sehr knapp ist wird dies wohl nicht finanzierbar sein. Die Menschen müssen ja untergebracht und mit Lebensmittel während der Schulungen versorgt werden. Da selbst in der Gegend rund um Eldoret (Eldoret versorgt den größten Teil Kenias mit Mais) wegen fehlendem Regen die letzten zwei Ernten ausgefallen sind, sind die Lebensmittel sehr knapp und sehr teuer geworden. Auch der Diesel ist sehr teuer und ich werde wohl nicht so große Fahrten durchführen können.

 

Ich werde nun in den Schulen in Kapcherop Lehrer und Schüler unterrichten. Die Lehrer wollen das Gelernte in den Unterricht mit übernehmen und die Schüler sollen als Multiplikatoren das Erlernte den Familien- und Dorfmitgliedern weitergeben. Dieses Konzept habe ich bereits letztes Jahr in einem ähnlichen Projekt mit sehr gutem Erfolg umgesetzt.

 

Dominic ist gerade in Kapcherop um alles vorzubereiten. Da im Dezember Ferien sind und alle Schulen geschlossen sind muss dies jetzt erfolgen!

 

Aufgrund der Klimaveränderungen, die Afrika als erste und im Moment mit am härtesten trifft, tritt auch immer häufer Malaria im Hochland auf. Ich wurde gebeten dieses Thema dringend mit in die Schulungen aufzunehmen.

 

Ich frage mich - soll ich oder soll ich nicht?

Ich frage Euch/Sie - soll ich oder soll ich nicht?

 

Jeder von uns weiß, wie wichtig Wissen ist!

Aber was nützt es den Müttern zu sagen, sie sollen Ihre Kinder unter Netzte legen wenn sie keine besitzen?

Wie werde ich mich fühlen, wenn ich den Leuten sage benützt Moskitonetze und im gleichen Satz die Frage mit Nein beantworten muss ob ich denn welche für sie haben würde, sie könnten sich das einfach nicht leisten!

Die paar Schilling die sie haben geben sie dann doch lieber für Essen als für Malarianetzte aus - wenn der Magen knurrt!

 

Wie gerne würde ich Schulungen gegen Malaria durchführen und die Moskitonetze dazu verteilen!

Ein Moskitonetz kostet nicht mal 10,00 €.

Was bekomme ich in Deutschland für 10,00 €? Ein günstiges T-shirt?

EIN T-Shirt! - würden Sie ein T-Shirt weniger im Schrank vermissen?

 

Wie gerne würde ich First Aid Kits (Erste Hilfe Kästen) an die Teilnehmer verteilen, damit sie das Erlernte im Praktischen dann auch anwenden können.

Ein Kit kostet ca. 40,00 €.

Was bekomme ich in Deutschland für 40,00 €?

EINEN Pulli! - würden Sie einen Pulli weniger im Schrank vermissen?

 

Welche Freude würden es mir bereiten, und welch großer Segen könnte es sein, wenn vielleicht der eine oder andere auf den neuen Pulli oder das billige T-Shirt verzichten würde und anstelle dessen...........

 

Ich freue mich auf jeden Fall die interessierten Lehrer, Schüler und Kinder wieder zu sehen. (Sie erinnern sich - ich war im Februar auf Assessmentreise vor Ort!) Ich bin sicher dass das Interesse nicht weniger sein wird als damals in North Horr - die Folgeschulungen durch Freia zeigen wie groß der Bedarf ist - und wie letztes Jahr in den Dörfern um Livingston an deren Schulen Erste Hilfe nun mit zum Unterricht gehört!

 

Es grüßt Sie/Euch herzlich

Sylvia

 

 

6. Januar 2010
 
Im Juni werden es 2 Jahre sein, als die 6 jährige Tochter eines Freundes in  Eldoret an Tollwut in Folge eines Hundebisses starb. Die Mutter wusste nicht, wie eilig es ist in einem solchen Fall zum Arzt zu gehen.
 
Gut Ding hat Weile – sagt man!
 
Jetzt ist es knapp ein Jahr her als ich zur Assessmentreise in Kenia war.  
Ursprünglich wollte ich im Herbst 2009 mit den Schulungen beginnen, aber aufgrund der Tatsache, dass ich im November keinen Urlaub nehmen konnte und im Dezember die Schulen in Kenia geschlossen sind, hat sich mein Einsatz auf Januar verschoben.
 
In 2 Tagen ist es soweit, endlich werde ich im Flieger sitzen und auf dem Weg sein.
Die Vorbereitungen begannen ja wie gesagt schon viel früher.
Die letzten Tage habe ich noch mal das Kurskonzept überprüft, stimmen die Unterrichtsinhalte mit den häufigsten Notfällen überein?
Ein Schwerpunkt wird dieses mal neben den oft sehr einfachen Erste Hilfe Maßnahmen (z.B. stabile Seitenlage nach einem epileptischen Anfall, Sofortmaßnahmen nach Hunde- oder Schlangenbiss; Ruhigstellung einer Fraktur, damit der Patient mglst. schmerzarm die oft stundenlange Prozedur des Transportes in die Gesundheitsstation übersteht usw…) auch die Aufklärung darüber, warum es auch Aids in der ländlichen Gegend und nicht nur in Grosstädten gibt und wie man Aids einfach vermeiden kann, warum man sich auch in höheren Lagen unter ein Moskitonetz legen soll, warum man ein fiebriges Kind nicht nackt in den Wind halten soll usw.
 
Ein letzter Check des Materials ist heute noch mal nötig – funktioniert der Overheadprojektor und ist eine Ersatzlampe dabei? Ich werde den Luxus einer Schule mit Stromanschluss haben – sofern es Strom gib!:-) Ist das Übungsphantom funktionsüchtig und gut verpackt? Habe ich genügend Desinfektionssmittel für die Gesichtsmasken des Phantoms?
 
Sind alle nötigen Unterlagen auf dem USB-Stick? Handout, Zertifikat, Abrechungstabellen etc…..
 
Letzte Telefonate mit Dominic, der vor Ort schon vor Wochen begonnen hat, alles vorzubereiten. Stimmt das Timing der Kurse? Ist gewährleistet, dass die Teilnehmer zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort kommen werden?
 
Was macht das Wetter – denn auf das Wetter ist schon lange kein Verlass mehr.
Bewusst wurde der Termin auf Januar gelegt. Januar ist Trockenzeit – kein Regen!
Von wegen – seit Weihnachten sind die „Schleusen des Himmels geöffnet“, das heißt nichts Gutes für die Befahrbarkeit der Straßen, die sich in „Schlammseen“ verwandeln und wenn überhaupt, dann nur mit Allradfahrzeugen befahrbar sein werden, was für mich heißt dringend ein solches Auto anzumieten, was natürlich auch teurer sein wird.   
Meine Gummistiefel sind auf jeden Fall mit im Gepäck.
 

In der ersten Woche werde ich einige Projekte besichtigen, die mit Hilfe von Landsaid angestoßen werden sollen. Dann geht es los mit den Schulungen – ca. 200 Personen habe ich mir vorgenommen zu schulen – diese Personen sollen als Multiplikatoren wirken und ihr Wissen nicht für sich behalten.
 
Gestern erhielt ich einen Anruf eines Ehepaars von Bellenberg. Durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden haben sie mir kurz entschlossen eine große Summe in die Hand gedrückt, mit dem Versprechen von mir, es direkt den Bedürftigen in Form von Moskitonetzen und Erste Hilfe Kids zukommen zu lassen.
Die Mutter des Freundes meiner Tochter gibt mir Geld mit – für die Kinder etwas zu Essen zu kaufen – auch dies werde ich sicher tun.
DANKE im Namen der Bedürftigen.
Dies ist der erste Tropfen auf den heißen Stein – und viele Tropfen bringen Kühlung und nur mit Ihrer Hilfe ist dies möglich!  
 

Ich hoffe Ihnen regelmäßig während meines Aufenthaltes im Tagebuch an meiner Arbeit vor Ort teilhaben zu lassen.
Wie oft dies sein wird kann ich leider jetzt nicht sagen.
Jeder, der schon mal in Afrika war, weiß dass es in den Städten an jeder Ecke ein Internet gibt.
In den Dörfern sieht es etwas anders aus.
Jeder weiß aber auch, dass es oft reine Glückssache ist eine Verbindung zu bekommen wenn es regnet – warum  auch immer.
 
Jede Reise beginnt mit einem Abschied. Ich werde den letzten Tag mit meinen 2 Töchtern verbringen, wir wollen noch schön Essen gehen um dann am Freitag  morgen Tschüss zu sagen. Komisch, so sehr ich mich freue, es ist immer ein bisschen Wehmut dabei wenn ich mich von meinen Lieben verabschiede.
 
Kwaheri
Sylvia

 

 

 

Montag, 11.01.2010 1 uhr ortszeit

 
mit 24stuendiger verspaetung bin ich gestern in Eldoret angekommen.
Nachdem das Flugzeug mit 5stuendiger Verspaetung in Muenchen abgeflogen ist, war der Anschlussflug in Kairo natuerlich schon weg.
So musste ich mit ca. 40 weiteren Leidensgenossen den Samstag in kairo verbringen.
Es war sehr spannend die Reaktionen am Flughafen in Kairo der einzelnen Fluggaeste in Kairo zu beobachten.
Nach Ankunft am Flughafen war alles sehr chaotisch, da viele Fluege zu spaet oder sogar gar nicht ankamen. niemand wusste vorerst irgend etwas.
Waehrend die ueberwiegende Zahl der europaischen Fluggaeste aufgeregt hin und her liefen und sich bei jedem Flughafenmitarbeiter der ihnen gerade ueber den Weg lief lauthals beschwerten, suchten sich der Grossteil der arabischen und afrikanischen Passagiere mit geduldiger Gelassenheit und einem Laecheln im Gesicht die bequemenste Stuehle und warteten der Dinge die da kommen werden.
 
Motto: "Thats life - lets do the best!"
 
 Letzt endlich wurden alle im gleichen Hotel untergebracht, mit dem einzigen unterschied, dass die Europaer weitaus gestresster und mueder dort ankamen als die Afrikaner und Araber.
Mein Glueck: nachdem das Flugzeug mit dem wir dann nach Nairobi flogen total voll war, kam ich in den Genuss ohne aufpreiss 1. Klasse zu fliegen - das war sehr erholsam, entspannend und ich kam relativ ausgeruht und mit "vollem Magen" in Nairobi an".
 
Gestern war ich bei Freunden zum Essen eingeladen.
jetzt werde ich mich auf den Weg machen um Preise fuer Moskitonetze auszuhandeln. Ich hatte auch bereits ein Telefonat mit Luke Kibet. Er wird heute von Nairobi zurueckkommen. Wir wollen uns am Nachmittag zusammen mit Dominic treffen um den weiteren Ablauf zu besprechen.
 
Bis dahin und viele Gruesse nach Hause
Sylvia        

 

 

 

Dienstag, 13.01.2010

 

Gestern besuchte ich ein Camp in Eldoret, das im Moment noch am Entstehen ist. Es handelt sich hier um ein sehr grosses Haus in gutem Zustand mit riesigem Land dabei.


Die Eigentuemer moechten das Camp auf mehrere Sauelen aufbauen.
Eine Moeglichkeit des Trainings von jungen, mittellosen Menschen, die nach der Schule auf der Strasse sitzen wuerden.
Anstelle von einem finanziellen Beitrag muessen sich die jungen Leute je nach Herkunft und Koennen praktisch einbringen. Entweder beim Ackerbau, bei der  Viehzucht oder der Imkerei, usw.
Das Schoene an der Sache ist, dass die Betreiber sehr darauf achten, dass alle Staemme zahlenmaessig weder bevorzugt noch benachteiligt werden, was bedeutet dass z.B. die Kikuius und Kalenjin, die sich noch vor 2 Jahren bitter bekriegten, hier gemeinsam trainieren, arbeiten, lernen und spielen.
Auch Behinderte wie z.B. Blinde und Gehoerlose werden gefoerdert.
Auch einige Waisen sind unter den jungen Menschen.
Unter anderem leben dort nun auch 2 sehr junge Frauen, die von Ihrem Mann davongelaufen sind, weil sie geschlagen oder diskriminiert wurden.
Desweiteren soll in Zukunft auch die Moeglichkeit geschaffen werden, elternlose Kinder vermehrt aufzunehmen und in die Schule zu schicken.
Nächstes Wochenende werde ich auch dort auf Bitten des Direktors Schulungen durchfuehren.
 

Heute besuchte ich in Kisumu Peter, der mir auch einen Projektantrag fuer eine Gesundheitsstation mitgeben will. In der Gegend in der sie gebaut erden soll, ist das naechste Krankenhaus 40 km entfernt - ein langer Fussweg. Leider reichte die Zeit nicht mehr aus, mir das alles anzusehen, was ich aber auf jeden Fall ein Tag vor meiner Abreise noch nachholen werde. 


Ich konnte ausserdem 100 Moskitonetze erwerben, die am Samstag im Slum an besonders beduerftige Familien verteilt werden sollen - wobei hier wirklich jeder besonders beduerftig ist.

Neben Luke Kibet, der noch in Nairobi ist (ich hoffe er kommt heute noch) moechte auch gerne Janet Chepkosgei (Goldmedailliengewinnerin in 800m bei den olympischen Spielen 2008) mit als Patin dabei sein - darüber freuen wir uns sehr!!!!

Leider habe ich im Moment keine Moeglichkeit eine Foto zu schicken, weil ich Probleme habe, diese auf den Computer zu laden - ich bin dran!!


Ansonsten geht es mir sehr gut und bedanke mich, dass ich durch Sie die Möglichkeit habe hier fuer Landsaid taetig zu sein.
Ganz toll waere es natuerlich, wenn ich noch viel mehr Moskitonetze verteilen koennte (eines kostet 4 Euro - ich habe hart verhandelt!), da vor allem die sog. Hochlandmalaria immer mehr im Vormarsch ist.


Viele herzliche Gruesse an alle
Sylvia  





Tagebuch, Sonntag 17.01.2010 

 
Gestern haben wir die Moskitonetze am Rande des kleinsten Slum (ca. 15 000 Einwohner) in Eldoret verteilt. Wir wollten dies am fruehen Morgen machen - einfacher Grund es werden nicht zu viele alkoholisierte Maenner vor Ort sein. Die Rate alkoholkranker Maenner ist extrem hoch - keine Arbeit, kein Essen, keine erspektive, keine Hoffnung!
 
Leider hat das nicht geklappt. Nachdem die Presse und das kenianische Fernsehen mit dabei sein wollten und am vormittag Luke Kibet und Janet bei einem Laufevent am vormittag dabei sein mussten, wurde das Ganze auf den Nachmittag verlegt. Ich hatte kein besonders gutes Gefuehl dabei. Spontan haben 7 Freunde von mir und einige von Luke zugesagt mit dabei zu sein. Wir trafen uns alles  vormittags beim Wettkampf.
 
Um 15.00 Uhr (anstelle frueh morgens) fuhren wir dann gemeinsam mit den Medienvertretern los. Am Rande des Slums angekommen, mussten erst die Fahrzeuge so geparkt werden, damit wir im Notfall schnell abfahren konnten - es hat sich dann spaeter als sehr hilfreich erwiesen!
 
Die Verteilung hat sich durch die Presse einfach sehr verzoegert.
Bis die Bilder im Kasten waren - das dauert. Dann noch Interview beim Fernsehen mit Luke und mir. Es kamen immer mehr Menschen - immer mehr betrunkene Maenner, die ganz schoen sauer waren, weil nur Frauen und Kinder Netze bekamen. Nach ca. 1 Stunde mussten wir dann wirklich schnell abfahren, da die Gefahr drohte, dass die Situation eskalierte.
Trotzdem = der Tropfen auf den heissen Stein kam an.
Morgen wird in der Zeitung und den news im Fernsehen ein Bericht ueber die Verteilung kommen. Da bin ich ja mal gespannt.
 
Auch hier erhielt ich die Nachriht der Katatstrophe in Haiti. Ich brauche mir die Bilder im Internet nicht anzusehen - ich habe noch die Bilder vom Erdbeben in Pakistan im Kopf!
 
Trotz dieses furchtbaren Desasters und das Leid, das ueber die Menschen dort kam, hoffe ich sehr, dass dadurch die Menschen die von den schleichenden Katastrophen, die tagtaeglich tausende von Maennern, Frauen und Kinder dahinraffen nicht vergessen werden.
- Hunger
- kein sauberes Trinkwasser
- Malaria
- Aids....
- Cholera ( in Teilen Kenias wurden in ganzen Landstrichen Krankenhaueser, Schulen etc. deswegen geschlossen
 
und nicht zuletzt die schlimme Flut die sich vor ca. 2 Wochen in Kenia ereignet hat - die hunderte das Leben kostete und tausende jetzt in Zeltlagern wohnen!
 
Bitte vergessen Sie auch diese Menschen nicht, deren Bilder jetyt nicht gross durch die Medien gehen!
 
Von hier aus meine besten Wuensche an Hans, der, wie ich hoerte auf dem Weg nach Haiti ist!
 
Ich werde jetzt nach Kapcherop fahren umd die Schulungen durchzufuehren. Dort gibt es kein Internet, so dass Sie iene weile nichts von mir hoeren werden.
 
Es geht mir sehr gut!!
 
Herzliche Gruesse an zu Hause
Szlvia

 

 

Sonntag, 24.01.2010

 

Ich bin wieder zurueck aus Kapcherop.
Gestern endeten dort die Schulungen. Erlauben Sie mir die ganze Woche in einem Tagebucheintrag zusammen zu fassen.
 
Insg. nahmen 280 Personen an den Workshops teil. Ich traf auf ganz verschiedene Alters- und Personengruppen. Angefangen bei 13jaehrigen Schuelern, deren Lehrern, bis hin zu den einfachen Leuten ohne Schreibkenntnisse, Schulbildung etc.
 
Es war anstrengend. Das Klima im 2800 m hoch gelegenen Kapcherop hat seine eigene Regeln! Vormittags war es sehr feucht-heiss - bis zu 30 Grad, nachmittags gegen 13 Uhr kam die Regenfront. Es schuettet wie aus Kuebeln, wie ich es noch nie erlebt habe - in Deutschland wuerde Katastrophenalarm folgen.
Die ganzen Strassen wurden zu Baechen und es kuehlte innerhalb von nur einer halben Stunde auf ca. 15 Grad ab.
Selbst die Alten hier schuettelten die Koepfe. So ein Wetter hatten  sie hier noch nie erlebt. Normal muesste es trocken sein und im August regnen. Keiner weis mehr wann er pflanzen soll - das Wetter spielt verrueckt!
 
Aber zurueck zu den Schulungen.
Ich brachte aus Deutschland einen Overeadprojektor mit, er war mein treuer Begleiter in Sambia letztes Jahr - kein Problem dort!
Als ich am ersten Tag mit der Schulung begann, fing das Geraet an zu rauchen und zu funken - das war es dann!
Also - improvisieren - weitermachen ohne Geraet.
Louin, Dominics Bruder, war sich nicht zu schade sich am naechsten morgen in ein Matatu (Sammeltaxi) zu setzen, um nach Eldoret zu fahren um ein Geraet auszuleihen. Am Abend war er mit Projektor und dessen Verleiher zurueck. Der Besitzer warf einen kurzen Blick auf mich, stellte fest, dass ich doch vertrauenswuerdig aussehe und fuhr nach 10 min wieder zurueck nach Eldoret.
Was sich hier so einfach liest, ist hier ein enormer zeitlicher und logistischer Aufwand.
Als ich am naechsten Tag mit dem Geraet weiter arbeiten wollte gab es auf Grund des Wetters einen sog. Black Out - kein Strom - weitermachen mit Bilder malen, aufwendig erklaeren. Dadurch verzoegerte sich das ganze sehr (durch gesehene Bilder kann man einfach besser und schneller verstehen, als durch erklaeren) waren wir dann endlich abends um 22.30 Uhr mit der ersten Gruppe der Workshops fertig
 
Wie ueberall waren die Menschen hier mit enormer Begeisterung und Interesse bei der Sache. Der Fahrer des Ambulanzwagens bat mich auch teilzunehmen. Er muss schliesslich oft Erkrankte und Verletzte zum TEil ueber lange Srecken transportieren und hat noch nie was von erster HIlfe gehoert. Sein Dienstauto ist ein Pickup, mit einer Pritsche hinten drin - sonst nicht. Und er ist schon oft mitten auf dem Weg im Nirgendwo mit einer Panne oder auf Grund der schlechten Strassenverhaeltnisse stehen geblieben.
 
Kleine Anekdote am Rande:
Am dritten Tag war ich in der Primary school. Die Schueler lernten zum Schluss vor dem Mittagessen wie man Frakturen ruhigstellen kann. Eine halbe Stunde nach dem Mittagessen, brach sich ein Kind den Arm.
Mit Begeisterung erzaehlten sie mir, wie sie das Gelernte praktisch umsetzen konnten. Der Verletzte war bestimmt nicht so begeistert.
 
So koennte ich noch lange schreiben, aber ich denke es reicht.
Morgen werde ich noch in einer Village am Rande Eldorets einen Workshop durchfuehren. 
 
Am Dienstag werde ich die letzten Moskitonetze verteilen. Wie sie wissen, mussten wir aus Sicherheitsgruenden den Slum vorzeitig verlassen.
 
Am Mittwoch reise ich ab nach Kisumu. Peter bat mich dringend ein Projekt zu besichtigen. Es handelt sich um eine Gesundheitsstation, die er mit Hilfe LandsAids ausbauen will, da das naechste Krankenhaus von dieser Gegend 40 km entfernt ist. 

 
Er ist ein wenig in Sorge, dass sein Antrag abgelehnt wird, nachdem der Fokus im Moment auf Haiti gerichtet ist!
An dieser Stelle mein Gruss an Hans und das Team im Buero Kaufering (iIhr habt jetzt enorm viel Arbeit) - viel Erfolg und Hans -  pass auf Dich und Dein Team gut auf!
 
Donnerstag abend geht es dann zurueck nach Nairobi und in der Nacht wieder nach Hause ins kalte Deutschland.
 
Es gruesst herzlich Eure
Sylvia
 
P.S.
Nachdem letzte Woche zwei Berichte in der Presse und eine Sendung ueber das LandsAid Projekt im Fernsehen kamen, wurde ich im Hotel in Eldoret empfangen wie eine Staatsmaennin! Schon interresant: Ich bin der gleiche Mensch, mit den gleichen Staerken und Schwaechen wie vor einer Woche. Doch kaum liest man etwas ueber einen in der Zeitung wird man anders behandelt. Schade - eigentlich!

 

 

 

Montag, 25.01.2010, 23.00 Uhr Ortszeit

 
Die Schulungen sind beendet (300 TEilnehmer insgesamt - erfogreich fuer uns!).
 
Heute haben wir die restlichen Moskitonetze verteilt.
Es kam unter anderem eine junge Frau, Lucy. 24 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder.
Sie sah sehr krank und traurig aus. Schweiss stand ihr im Gesicht. Ein Kind auf dem Ruecken, ein Kind am linken Arm getragen, das Aelteste am "Rockzipfel".
Als ich ihr das Moskitonetze gab, stellte ich fest, dass sie wohl heftige Schmerzen im rechten Oberarm haben musste. Ich bat sie mir Ihren Arm zu zeigen.
Als sie den schmutzigen Lappen, der als Verband diente enfernte, kam ein ca. Handteller grosser eitrig infizierter Spritzenabscess hervor!
Lucy war am 6. Januar bei einer "Frau" im Dorf - ich nenne diese Frau "Quacksalberin". Sie verabreichte ihr am Oberarm eine Hormonspritze zur Verhuetung.
 
Wir brachten Luzy ins Krankenhaus. Eine neue Erfahrung fuer mich - am "anderen Ende" der Schlange zu stehen. Jede einzelne Behandlung wurde erst durchgefuehrt - egal ob Diagnostik, Roentgen, Blutdruckmessen etc. nachdem wir die Quittung der bezahlten Rechnung dem behandelten Arzt oder Schwester vorzeigten.
 
Die Aerzte sind hier nicht zimperlich! Es wurde nicht gewartet bis die Schmerzspritze wirkte. Sofort nach Injektion (ich bestand auf ein Schmerzmittel - kostet 5 Euro extra!) begann der Arzt den Absezess aufzuschneiden! Eine Drainage wurde gelegt. Luzy schrie und weinte bitterlich. Interessiert hier keinen! Chirry, der uns ins Krankenhaus brachte musste gehen, weil er das Leid nicht hoeren konnte. 
 
Luzy hatte Glueck. Eine beginnende Sepsis konnte abgewendet werden. Eine wohlhabende Bewohnerin des Dorfes (Mittelstand bei uns) wird die Kosten uebernehmen. Luzy muss ihr das Geld zwar zurueckzahlen (nur Gott weis wie) aber sie lebt und kann behandelt werden.
 
Heute werde ich mir eine Pause goennen. Morgen geht es dann gegen 5 Uhr frueh mit dem Matatu nach Kisumu zu Peter Otieno, der letztes Jahr unsere Hilfsaktion nach den politischen Unruhen in der Nyanza Provinz koordinierte.
 
Es tut mir sehr leid, ich habe nach wie vor Probleme Bilder zu senden.
 
Herzliche Gruesse nach Hause
Sylvie
   

 

 

 

Sonntag, 31.01.2010

 
Ich bin wieder zu Hause im kalten Deutschland!
Endlich konnte ich heute die Bilder für das Tagebuch schicken. In Kenia hatte ich ein echtes Problem damit und ich gab letzten Sonntag, nachdem ich 5 Stunden lang versuchte die Bilder zu senden frustriert auf.
Die Technik bei uns funktioniert einfach! Wir haben dauernd Strom, der Wasserstrahl aus der Dusche kommt "satt" und schön angenehm warm. Das Wasser aus der Leitung kann einfach so getrunken werden, ohne dass es vorher abgekocht werden muss - und es gibt überall bequeme Toiletten mit  Wasserspülung -  welch Paradies und oft auch Verschwendung!
 
Ich freue mich sehr am Flughafen in München von meiner Tochter Christina fröhlich empfangen zu werden und 3 Anrufe von meiner zweiten Tocher Elisabeth von zu Hause zu bekommen, wann ich denn jetzt endlich da bin sie hat für mich gekocht. Wie schön ist es doch liebe Menschen um sich zu haben!
 
Trotz allem - ich vermisse aber auch die freundlichen Gesichter und das frohe Welcome, das mir in Kenia an jeder Ecke von wildfremden Menschen begegnet ist. Kaum in Deutschland aus dem Flieger ausgestiegen höre wieder Menschen jammern und ungeduldig klagen - kann aber noch nicht ganz nachvollziehen warum!
Es dauert - so wirklich da bin ich noch nicht!
 
Die letzten beiden Tage verbrachte ich im Distirct Nyanca.
Am Mittwoch stand um 4.00 Uhr in Eldoret auf und fuhr mit dem Schuttle Bus nach Kisumu. Peter wollte mich dort abholen aber auf Grund eines Todesfalles konnte ich ihn dann erst am Abend treffen. Vergeblich suchte ich in Kisumu eine billige Unterkunft. Total übermüdet, ständig das schwere Gepäck mit mir herumschleppend und kaputt checkte ich dann kapitulierend in einem 60,00 € teuren Hotel ein. Den halben Tag verschlief ich.
 
Es hat sich nichts verändert, seit ich das letzte mal während der Unruhen hier war - nur die Preise sind extrem hoch. Das Krankenhaus, das Gasthaus ....alles was in der Stadtmitte abgebrannt wurde steht immer noch unverändert an Ort und Stelle.
 
Am Donnerstag fuhren wir dann um 07.00 Uhr morgens los nach Barondo.
Ich sollte mir ein Projekt ansehen. Peter meinte, dass wir um 2 Uhr mittags wieder zurueck sein werden. Ich wollte noch, bevor ich nach Nairobi abflog duschen. Weit gefehlt! 
Ich glaube, er hat mir das Ganze nur so gesagt um sicher zu gehen, dass ich auch wirklich mit ging, weil ich doch ganz schön ausgebrannt und muede wirkte, wie er sagte, ihm es aber so wichtig sei, dass ich mir das Ganze mit eigenen Augen ansehe um zu Hause zu berichten.
Endlich um 13 Uhr angekommen (eine Reifenpanne inclusive), wusste ich sofort was er meinte.
Die Gesundheitsstation, die er mir zeigte war die einzige im Umkreis von 20 km, die Strasse dorthin eine einzige Katastrophe!
Ein Nurse (Krankenpfleger) war der einzige Angestellte in diesem Haus das aus zwei "kleinen Kammmern" bestand und für ca. 20 000 Menschen zuständig war.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr!!!!!
 
- Kommen sie nur nicht in die Ecke und werden am Wochenende und dann auch noch in der Nacht krank! -
 
Die einzige Wasserversorgung im Moment ist ein Wassertank, der das Regenwasser vom Dach der Gesundheitsstion auffängt.
Als wir dort ankamen, waren gerade 2 Frauen am entbinden, bzw. ein Baby war gerade "angekommen", das andere "unterwegs".
Mutter und Kind lagen im Bett (nur eins hat in diesem Raum Platz). Die Entbindende sass auf dem kalten und schmutzigen Betonboden. Mir wurde gesagt, sobald das zweite Baby auf der Welt kam, muss die andere Frau heim, egal wie es ihr geht - das Bett wird gebraucht.
Draussen auf der Veranda (direkt neben dem Fenster ohne Scheibe des Entbindungsraumes) warten die anderen Patienten - auch Kinder!!! Diese hören jedes Wort, jedes Jammern und Stöhnen, das innen vor sich geht mit.
Anschliessend zeigte man mir dann noch das Guesthouse der Community, in dem evtl. Ärzte und Schwestern ( auch eine Hebamme wäre mal toll!!) wohnen könnten. Es ist sehr schön und sehr gut abgesichert und nur ca. 15 Minuten Gehweg von der Gesundheitsstation entfernt.
Die Mitglieder der "Community", die ich antraf waren alle unentgeltich tätig und es ist ihnen so wichtig, dass es "vorangeht" mit ihrem Krankenhaus.
Ein Mzee (älterer, ehrwürdiger Mann) hielt eine Rede. Was mir besonders gefallen hat, war der Appell an die restlichen Mitglieder des "Komitees", hart zu arbeiten und die evtl. Hilfe nur als Anschub fuer weitere Eigenhilfe zu nützen.
Mein Fazit: unbedingt unterstützenswert!
 
Ausserdem sind der Gesundheitsstation noch zwei Schulen angegliedert (Primary und Secundary)
Die Secondery School wird im Moment von 368 Schülern besucht, die in 4 Klassen aufgeteilt sind - ja sie haben richtig gelesen 4 Klassen - 368 Schüler!
In der Primary school werden die Kleinsten im Freien unterrichtet - ein Klassenzimmer wäre toll!
Stolz erzählt mir die Schulleitung, das bereits 10 Schüler den Sprung zur Universität schafften!!
Weiterhin gibt es auch viele Waisen an der Schule. Die Kinder können den ganzen Tag (einschließlich kostenfreies Essen) an der Schule verbringen. Es gibt noch eine große Wiese, auf der die Kinder spielen können.
Peter möchte gerne sein Haus für die Waisen die noch niocht zur Schule gehen zur Verfügung stellen, die zwar bei den Großeltern oder anderen Verwandten leben, diese aber kaum Geld haben die Familien mit Essen zu versorgen. Die Kinder sollen in der Früh kommen und abends wieder nach Hause gebracht werden - Essen wird gestellt. Nur - wie soll er das finanzieren? Ich denke spontan an "Sternstunden", das bereits einmal ein Projekt von Landsaid in Uganda unterstützt hat.
 
...gerade rechtzeitig um 17.30 Uhr waren wir dann wieder zurueck in Kisumu. Ablug nach Nairobi 18.15 Uhr. Also schnell Gepäck, das im Hotel deponiert war abholen, kurzer Absschied - einchecken - Abflug. Staub und Schweiss von Kenia werde ich dann später unter der Dusche in "Bellenberg" abwaschen!
 
In Nairobi wurde ich dann schon von Freunden erwartet. Noch ein letztes Abendessen in der Stadt und dann ein wehmütiges Abschied nehmen um Mitternacht am Flughafen. Der Flug zurueck nach Deutschland geht um 4.30 Uhr Ortszeit.
 
Wartend im Flughafen - ich konnte keinen Schlaf finden - laufen die letzten 3 Wochen in meinem "inneren Auge" ab:
 
351 Menschen konnten geschult werden - es muss weitergehen - die Schulungen müssen mind. nach einem Jahr wiederholt und vertieft werden!
 
100 Moskitonetze konnten verteilt werden - viel zu wenig. Die Malaria - vor allem in den Hochlagen - nimmt zu! Die Menschen muessen diesbzgl. mehr sensibilisiert werden!
 
Manchmal könnte einem auch die Ignoranz mancher Leute - vor allem in den Villages zur Verweiflung bringen!
 
Es ist gut, dass ich nun schon das vierte mal in Kenia war. Die Leute kennen mich - ich gehöre dazu! Sensible Themen die bisher ein Tabu waren konnten - zwar mit Vorsicht - immer mehr angesprochen werden.
Themen wie AIDS und die Beschneidung der Frauen, die nach wie vor stattfindet - geheim und im stillen Kämmerchen!
 
"DU MUSST WIEDERKOMMEN" - hörte ich ständig und immer wieder - "ES MUSS WEITERGEHEN - BITTE VERGISS UNS NICHT!"
- WIE KÖNNTE ICH VERGESSEN!!!
 
Und Luzy? Es geht ihr besser. Ein Freund besucht sie regelmässig und berichtet mir. Die Wunde sieht gut aus, die junge Frau kann schon wieder den Arm heben!
 
Ich freue mich!
 
Eure/Ihre
Sylvia
 
P.S. Kenianer vom Stamm der Kanlenjin lieben keine Abschiede, oft kommen sie nicht um Auf Wiedersehen sagen zu müssen. Dafür feiern und tanzen sie viel mehr das Große WELCOME!
Für viele von uns oft falsch verstanden. Sollten Sie je einmal Menschen vom Stamm der Kalenjin besuchen, seien sie nicht enttäuscht, wenn sie sich dann beim Gehen nur kurz und knapp verabschieden - sie wollen ihnen nicht zeigen wie schmerzvoll Abschied für sie sein kann!
Sollten Sie aber wieder kommen und Sie haben die Herzen dieser Menschen gewonnen, wird ihnen das Willkommen die Tränen in die Augen treiben - glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche!!
   
 

 

      

Wenn Sie die Arbeit von LandsAid in Kenia unterstützen wollen, können Sie dies über das Spendenformular tun. Oder spenden Sie an:

 

LandsAid e.V.

Spendenkonto 10022

VR Bank Landsberg am Lech

BLZ 700 932 00

 
TYPO3 4.0