Kenia-Tagebuch von Katja Becker
Die Krankenschwester Katja Becker arbeitete für LandsAid in Kisumu, Kenia. Im Tagebuch berichtete sie über ihre Erfahrungen:
Freitag, 21.3.2008
...da waren es nur noch zwei...
Nachdem wir gestern Abend Christoph Schade, unseren neuen Arzt aus Friedland, vom Flughafen abgeholt haben, mussten wir heute Morgen Sylvia, Ralf und Christl verabschieden. Die drei sind per Flugzeug von Kisumu nach Nairobi aufgebrochen, um den Nachtflug nach München zu nehmen.
Es ist Karfreitag. Eigentlich ein Ruhetag. Trotzdem kommt unser Team der dringenden Bitte der Community nach und arbeitet, da ein großer medizinischer Bedarf besteht.
Wir sind zusammen mit Peter, Gladis und Tom nach Luanda gefahren. Dort fanden wir Platz in einer Kirche, vor der schon ca. 200 Menschen auf uns warteten. Von vornherein war klar, dass diese Menge an Patienten nicht zu schaffen ist, und wir versuchten, gleich die kranken Kinder zuerst zu konsultieren.
Viele Malaria-, Wurm,- und Bronchitiserkrankungen fanden wir unter den 45 gesehenen Patienten. Ausserdem jede Form von Furunkeln und Kabunkeln bei Kleinkindern.
Eine 21jährige Frau, im 6.Monat schwanger, kam mit einem 1,5 jährigen Kind. Die Mutter war kachektisch, gab Kopf-, Glieder-, und Bauchschmerzen an, hatte geschwollene Lymphknoten am Hals und in der Leiste. Sie hat nach der Geburt ihres ersten Kindes einen HIV Test gemacht, sich aus Angst vor einem positiven Test, nie das Ergebniss abgeholt. Wir konnten nur die allgemeinen Symptome behandeln.
Auch nach diesem Tag können wir feststellen: wir werden dringend gebraucht, auch in dieses Dorf müssen wir unbedingt noch einmal zurück kommen! Wir mussten aus Zeitgründen einfach zu viele Menschen unbehandelt zurück lassen!
Christoph sagt, die Arbeit ist sehr anstrengend da man mit vielen Krankheitsbildern in Deutschland einfach nicht konfrontiert ist.
Samstag, 22.3.2008
Heute fahren wir wieder ins Flüchtlingslager nach Tumsifu / Kisumu.
Hier waren wir am 20.03. mit dem vorherigen Team, haben schon 91 Patienten versorgt gehabt. Doch auch hier waren es zuviele, die wir aus Zeitgründen unbehandelt zurück lassen mussten. Daher beschlossen wir, heute noch einmal diesen Ort aufzusuchen.
Wir behandeln 44 Patienten, viele mit Bronchitis, da ide Flüchtlinge kaum Kleidung haben, und es mittlerweile auch für uns, durch den Regen recht kühl wird.
Auch das 9 Monate alte Kind, welches wir am 20.03. mit frischen Verbrennungen versorgten, wurde von der Mutter wieder gebracht. Wir wechselten den Verband, die Wunden sehen soweit gut aus.
Heute mussten wir keinen wartenden Patienten zurück lassen- ein schönes Gefühl! So können wir den morgigen Tag und auch den Ostermontag geniessen- wir haben frei!
Dann geht es aber wieder an die Arbeit - zu tun gibt es hier genug!!!
Ein frohes Osterfest, beste Grüsse nach Deutschland
Christoph und Kathy
Montag, 24.3.2008
Nach zweitägiger Pause gehen wir, eher weniger erholt, wieder an die Arbeit.
Christoph ist seine Erkältung noch immer nicht los und ein wenig angeschlagen von der Malariaprophzylaxe, Kathy hat einen komischen Hautausschlag am Arm.
Wir fahren heute nach Luanda, dort erwarten uns ca. 120 Menschen. Wir fangen schnell an und schaffen es in 6 Stunden 88 Patienten zu konsultieren.
Auch hier finden wir viele Atemwegs- und Hauterkrankungen vor.
Zum Schluss eine ca. 25 jährige Frau. Sie hat über 40 Grad Fieber, Schüttelfrost und ist sichtbar am Ende ihrer Kräfte. Wir legen sie in ein, im Nebenraum vorhandenes, Bett. Schon kurze Zeit, nachdem wir sie mit Medikamenten versorgt haben, geht es ihr sichtbar besser.
Wieder eine Situation, die deutlich zeigt, wie wichtig es ist, das wir hier sind!
Dienstag, 25.3.2008
Heute sind wir in Ranalo. Dort versorgen wir viele ältere Patienten mit chronischen Schmerzen und Hypertonus. Viele der Menschen haben nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren keinen Arzt mehr besucht.
Aber auch vielen Kindern mit langanhaltenem Durchfall und Malaria können wir mit Medikamenten helfen.
Insgesamt schaffen wir in einer sehr netten Atmosphäre und in vorab sehr guter Organisation der Community vor Ort 77 Patienten zu konsultieren.
Viele Grüsse aus Kisumu senden
Christoph und Kathy
Donnerstag, 27.3.2008
Heute fahren wir wieder nach Magadi, einem Slumgebiet in Kisumu.
Auch hier waren wir schon mit dem vorigen Team (siehe Bericht vom 14.03.2008) und es mussten zuviele unbehandelte Patienten zurück gelassen werden.
111 Patienten- darunter viele Kinder- warten, und 111 können in knapp 7 Stunden konsultiert werden. Ein schönes Gefühl, niemanden zurück zu lassen!
Wir finden viele Kopfschmerz- und Sodbrennfälle vor- ein Zeichen von vielen durch die Unruhen traumatisierten Patienten.
Aber auch Durchfälle und Atemwegsinfekte sind zahlreich anzutreffen.
In Kisumu sind laut lokaler Zeitung und NTV-Nachrichten im übrigen über 40 Cholerafälle aufgetreten!
Am Abend holen wir dann Sabine, Kinderkrankenschwester aus Garmisch vom Flughafen ab. Grosse Freude, denn 2 Haende mehr können wir hier dringend brauchen!
Schön, dass du da bist, Sabine!
Freitag, 28.3.2008
In St. Marks Lela angekommen, erwartet uns niemand. Auf Grund von fehlenden Informationen hat die Community keine Patienten mobilisiert.
Vor derartigen Situationen standen wir bereits mit dem vorigen Team, daher lassen wir den Kopf nicht hängen und bitten die Leute vor Ort, insbesondere die IDPs für eine medizinische Versorgung zu uns zu bringen. Und auch hier funktioniert die "Buschtrommel", im nu sitzen ca. 150 Menschen, darunter viele junge Mütter mit Kindern, auf den Bänken im Schatten der Bäume.
Wir behandeln überwiegend Durchfall und Atemwegserkrankungen.
Die politische Situation wirkt derzeit entspannt, alle sind neugierig, mit wievielen Ministern Kibaki und Odinga die kenianische Macht teilen...
Samstag, 29.3.2008
Heute fahren wir nach Montesorri in das St. Teresa Waisenhaus.
Hier finden 20 IDP-Kinder neben 55 Waisenkindern Unterkunft und werden liebevoll umsorgt.
Die durchweg traumatisierten Kinder wurden während der Unruhen von ihren Eltern teilweise einfach zurück gelassen und von Hilfsorganisationen in das Heim gebracht.
Neben vielen Wurm- und Durchfallerkrankungen finden wir viele Augen- und Hautinfektionen vor.
Nach getaner Arbeit werden wir zum Ugaliessen eingeladen und werden von den Kindern neugierig umringt und angefasst.
Im stärksten Regenfall für den heutigen Tag begrüssen wir Maria aus Bochum von Apothekern ohne Grenzen. Schön, dass du da bist, Maria!
Viele Gruesse aus Kisumu senden
Christoph, Maria, Sabine und Kathy
Dienstag, 1.4.2008
Am 1.April überqueren wir "endlich" wieder den Äquator- es geht nach Uri Gen.
Hier finden wir, in einem doch recht abgeschiedenen aber gut ausgestatteten Health Center ca 150 Patienten vor.
Viele Kinder, viele von ihnen leiden an mehrtägigen Durchfällen oder Malaria.
Auch viele ältere Menschen sind anzutreffen, häufig mit Kopf- und Rückenschmerzen aber auch viele verschleppte Harnwegsinfekte, die wir, dank der neu angeschafften Urinteststreifen gut diagnostizieren können.
Zur gesundheitlichen Situation vom Team - Christoph hat seine Erkältung fast auskuriert, Kathy kämpft noch immer mit dem Hautausschlag. Maria und Sabine sind wohl auf!
Mittwoch, 2.4.2008
Nach 2stündiger Fahrt durch die wunderbare Landschaft Kenias kommen wir in Masawa an.
Uns erwarten ca 100 Menschen, die sich im Laufe von 7 Stunden auf 250 ausdehnen.
Der "Dorfchief" und selbst der Bürgermeister lässt es sich nicht nehmen, uns einen Dank für die 145 behandelten Patienten und unsere Arbeit auszusprechen.
In dieser Gegend leben derzeit noch immer 560 IDPs, von denen viele erreicht wurden und den Weg zu uns gefunden haben.
Viele Malariafälle wurden in dieser recht feuchten Gegend behandelt. Aber auch zwei Müttern von kleinen Kindern, die durch langanhaltende Durchfälle und Erbrechen schon dehydriert und unterernährt waren, konnten wir hoffentlich helfen, ihre Kinder wieder "auf die Beine zu bekommen".
Liebe Grüsse vom ganzen Team aus Kisumu
Kathy
Montag, 7.4. 2008
Nach zweistuendiger Fahrt treffen wir in Kendu Bay auf Sylvia von dem Verin "Zahnarzthilfe Kenia".
Nach einer kleinen Ortsverwechslung (manche Doerfer klingen einfach verdammt aehnlich...) erreichen wir Mittags dann endlich den geplanten Ort -Kanjira, hier erwarten uns in einer klinen Kirche ca 70 ueberwiegend alten Menschen.
Wir behandeln viele chronische Beschwerden- der naechsten Health Center ist von hier zu Fuss kaum erreichbar.
Im Nachbarhaus der Kirche werden wir zum Abschluss zum Ugaliessen eingeladen. Zum Glueck, muss man sagen, denn wir finden ein Kind mit zweit gradiger Verbrennung von gestern vor, dir wir noch versorgen koennen.
Wir uebernachten heute in Homa Bay um die Fahrzeit zu reduzieren da wir morgen wieder nach Kanjira kommen wollen.
Dienstag, 8.4.2008
Kanjira again.
Die "Buschtromeln" haben funktioniert, heute warten 150 Patienten auf unsere Ankunft.
Unter den 85 behandelten Patienten sind heute auch viele Kinder. Darunter ein Maedchen, welches seid 2 Wochen keinen Urin mehr lassen kann, bereits Oedeme am gesamten Koerper entwickelt hat.
Auch die Zahnaerzte haben alle Haende voll zu tun, in den zwei Tagen sind 35 Patienten zahnmedizinisch versorgt worden, eine Kooperation die sich lohnt!
Eine halbe Stunde vor geplanter Abfahrtzeit wird eine ca 70jaehrige Frau per Schubkarre von ihrer Nachbarin gebracht. Sie hat seid 2 Monaten eine offene, bereits nekrotisierende und uebel riechende Wunde am Unterschenkel, die wir auch noch gut versorgen koennen.
Nach langer Rueckfahrt freuen wir uns, endlich in unser Guesthouse einziehen zu koennen.
Uns geht es allen gut,
bis bald, viele Gruesse aus Kisumu
Sabine, Tom, Simon, Christoph, Gladis, Maria, Peter und Kathy
Donnerstag, 10.04.08
Heute spueren wir zum ersten Mal die Macht des Regens in Kenia - um an unseren Zielort, Eben Ezer children's Home zu gelangen, braucht es neben guter Fahrkunst auf Schlammstrassen, Muskelkraft. Mit 6 Leuten und Zuschauern gelingt es uns, die Strasse doch zu bewaeltigen und ins IDP Camp vorzudringen.
Wir werden willkommen geheissen und unsere Fuesse werden vom Schlamm gesaeubert, bevor wir mit unserer Behandlung beginnen.
Die Menschen leben unter den einfachsten Bedingungen, teilweise mit neun Leuten zusammen in einem kleinen Zelt. Eine Mutter mit neun Kindern, hier flechtet unser Arzt neben der Behandlung eine gute und hoffentlich erfolgreiche Beratung zu Familienplanung mit ein.
Liebe Gruesse aus Kisumu
Freitag, 11.04.08
Wir fahren durch die wunderschoene Landschaftt um ein weiteres IDP- Camp zu besuchen, hier leben noch immer ca 150 Menschen, in von Hilfsorganisationen aufgebauten Zelten. Menschen die nicht wissen, ob sie jemals wieder in ihren Heimatort zurueck kehren koennen, die nicht wissen, wie und womit sie sich eine neue Zukunft aufbauen sollen.
Wir werden informiert, dass Durchfall hier derzeit das groesste Problem ist. Auch viele Malariaerkrankungen und Hautinfektionen werden behandelt.
Die derzeit politische Situation ist auch hier vor Ort sehr schwer einzuschaetzen. Kibaki und Odinga haben noch immer keine Einigung ueber die Besetzung der Ministerien treffen koennen, die Bevoelkerung wird langsam unruhig durch das lange Warten auf eine Entscheidung.
Viele gruesse Maria, Kathy, Christoph und Sabine
Samstag, 12.04.08
Ein wunderbarer Platz zum Arbeiten. Direkt am Victioriasee in einer Kirche. Unter vielen wirklich kranken Menschen, behandelten wir 2 HIV-positive Waisenkinder, die von ihrer Grossmutter gebracht wurden.
Ein zwei-jaehriges hochfieberdes Kind wird kurz vor Arbeitsende noch zu uns gebracht und konnte noch gut behandelt werden, auch wenn eine Krankenhausueberweisung noetig war, da sich seine Fontanelle noch nicht geschlossen hatte.
Auf der Rueckfahrt nach Kisumu konnten wir noch ein schoenes Licht und Wolkenspiel beobachten und wieder einmal hat uns der Regen bis wir zuhause waren verschont..
bis bald euer Team aus Kisumu
Montag, 14.4.2008
Nach ca einer Stunde Fahrt ueber Landstrasse und wieder einmal ueber etwas "groessere" turbulente Feldwege, eng zwischen Haeusern hindurch, erreichten wir die ACK Church.
Durch das Timing der Afrikaner hatten wir genug Zeit, die Landschaft zu geniessen.
Zunaechst hatten wir 2 "Hausbesuche" zu machen, wobei wir eine Frau mit Beinvenenthrombose und eine aeltere Dame mit offener Fussverletzung versorgten.
Insgesamt behandelten wir 66 Patienten unter den ueberwiegend Kinder waren.
Auich konnten wir zum wiederholten Male einen 55 jaehrigen Mann nach einem Schlaganfall gluecklich machen, indem wir ihm ein Medikamentenschema fuer Bluthochdruck erstellten.
Zu guter letzt wurden wir von einem kurzen aber heftigen Regenschauer ueberrascht und innerhalb von Sekunden war die Kirche brechend voll. Nur mit Taschenlampe war ein weiterarbeiten moeglich.
Gluecklicher Weise war trotz des regens die Strasse noch befahrbar und wir kamen wohlbehalten in Kisumu an.
Donnerstag, 17.4.2008
Gestern am fruehen Morgen begruessten wir Dorothe von Apothekern ohne Grenzen. Schoen das du da bist, Dorothe!
Wir fuhren ueber uanda und Siaya in Richtung Norg-westen nach Mur Malango.
Nach 1,5 Stunden erreichen wir die "Feldwege", die groessten Teils nur aus Erdschlamm bestanden, aber noch gut befahrbar dank des hervorragenden Driver Tom.
Wir arbeiteten 2 Tage in einer captisch-orthodoxen Kirche. Insgesamt behandelten wir 150 Patienten. Zwei Krankenschwestern aus der Region haben uns freundlich bei unserer arbeit unterstuetzt. Nachdem wir am 1.tag vorwiegend IDP und aeltere Menschen behandelten, kamen am 2. Behandlungstag neben IDPs viele Kinder.
Wir sahen sehr viele Hauterkrankungen und Verletzungen die teilweise seit 2 Jahren nicht behandelten wurden, auch Pneumonien sind jetzt seit der Regenzeit vermehrt unter den Krankheitsbildern.
Die Menschen waren sehr dankbar ueber unsere Hilfe. Nach langer Zeit konnten wir mal wieder zufrieden den Rueckweg antreten, wir mussten niemanden unbehandelt zurueck lassen!
Samstag, 19.4.2008
In Kaudha arbeiteten wir an einem der bisher schoensten Orte- wir geniessen von unserem Arbeitsplatz unter Mangobaeumen einen himmlischen Ausblick ueber die weite Landschaft Kenias.
Doch auch das entschaedigt nur wenig fuer die 2 aufeinander folgenden Verluste- gestern Abend hat Maria uns verlassen und heute Abend verabschiedet sich das ganze Team am Flughafen von Sabine. Wir hoffen, ihr seid wohlbehalten in Deutschland angekommen, wir werden euch vermissen!!
In Kanduha behandelten wir 101 Patienten- darunter viele Hautinfektionen und Malariaerkrankungen.
Herzliche Gruesse aus Kisumu Doro, Christoph und Kathy
Montag, 21.4.2008
Heute sind wir in Lela Kwoyo und werden in einer kleinen Kirche willkommen geheissen.
Die Strasse ist schlecht, schon bei der Anfahrt haben wir Probleme sie zu bewaeltigen, daher ist ein kritisches und wachsames Auge was die Wetterlage betrifft sehr wichtig.
Doch der Wettergott meint es mit uns und den ca 200 wartenden Patienten gut und wir koennen bis 17.00 Uhr 175 Patienten behandeln.
Darunter ein 2 jaehriges Kind mit einer ueber den gesamten Ruecken hoch entzuendlichen Hautinfektion und daraus hervorgehendem Fieber.
Auch viele Malariabehandlungen fallen in dem Dorf, welches nahe am Victoriasee gelegen ist, an. Hier befinden sich derzeit noch immer ueber 800 Fluechtlinge!!
Die politische Lage hat sich nach der Bekanntgabe der Ministerien am 13.4.08 entspannt, der ueberwiegende Teil der Bevoelkerung ist mit der Aufteilung zufrieden.
Uns geht es allen gut, viele Gruesse vom wunderschoenen Victoriasee
Donnerstag, 24.4.2008
Am Stadtrand von Kisumu in einem Slumgebiet, finden wir wieder Unterkunft in einer Kirche.
Viele junge Muetter mit zahlreichen Kindern erwarten uns, bis um 17.00 Uhr koennen wir 169 Patienten behandeln.
Gestern Abend haben wir mit dem Team die schoene Seite von Kisumu genossen- ein wunderschoener Abend mit Sonnenuntergang am Victoriasee- zu empfehlen!
Samstag, 26. April 2008
Klinik unterm Feigenbaum...
Heute sind wir in der NAehe von Kisumu, behandeln dort 130 Patienten, darunter viele Kinder mit Hautinfektioenen und Wuermern.
Ein grosser Umbruch im Team: gestern mussten wir leider Doro verabschieden, sie landet am 27.4. wieder in Deutschland.
Morgen wird dann Karin von Apothekern ohne Grenzen zu uns kommen. Wir freuen uns auf dich!
Am Montag wird Christoph uns verlassen.
Sonntag, 27.4.2008
Heute fahren wir zum 3.Mal in das Slumgebiet von Kisumu, Magadi.
Fuer uns ist es schoen und wichtig, mehrere Male an den gleichen Ort zu fahren und einige Patienten ein zweites Mal anzutreffen um zu sehen, wie es ihnen geht.
Wir mussen von den 157 wartenden Patienten niemanden enttaeuschen da wir alle behandeln koennen.
Mittwoch, 30.4.2008
Wir fahren nach Nyiera in ein Dispensary, die vor einigen Jahren von der Community aufgebaut wurde, jetzt aber leersteht da keine Gelder vorhanden sind. Der naechste Health Center ist weit entfernt, dankbar nehmen die Menschen unsere kostenlose medizinische Versorgung an. Ein 2 jaehriger Junge, der seid langer Zeit an einer Ohrinfektion leidet. Mehrer Augen sind noetig, bis wir uns einig sind, dass das, was wir durchs Othoskop sehen, Fliegen sind. Wir spuelen die Ohren und bekommen tatsaechlich aus dem linken und rechten Ohr 2 kleine Fliegen entfernt!
viele gruesse aus Kisumu euer Landsaidteam Karin, Tom, Simon, Gladis, Peter und Kathy
Freitag, 2.5.08
Eine 2 stuendige Fahrt liegt heute vor uns, es geht in Richtung Homa Bay, Zielort ist Katicho. Die Strassen sind sehr schlecht aber es gibt einen guten Grund fuer unsere Entscheidung, diesen Weg einzuschlagen. In Katicho wohnt Sylvia, eine Freundin von mir, die mit der Arzt und Zahnartzhilfe Kenya zusammen arbeitet. Wir behandeln in ihrem Dorf, in dem viele IDPs Unterkunft gefunden haben, in 2 Tagen ueber 150 Menschen. Wir sehen wirklich behandlungsbeduerftige Menschen, ein 16 jaehriges Maedchen mit Elephantiersis, ein 12 jaehrigen Jungen mit Verbrennungen, ein 4 jaehriges Maedchen mit einem Herzfehler. Auch wenn es uns fuer die beiden Maedchen nicht moeglich ist, direkte Hilfe zu leisten, werden wir den Kontakt halten und in der nahen Zukunft versuchen eine Operation fuer beide zu ermoeglichen.
Wir uebernachten in Homa Bay, da wir morgen wieder nach Katicho zurueck kommen werden.
Um 24.00 Uhr ein toller Gesang vom Team fuer mich- happy Birthday to you.......
Samstag, 3.5.2008
Puenktlich um 7.30 verlassen wir, trotz langer Nacht, unsere Schlafstaette und fahren zurueck nach Katicho.
Hier erwarten uns wieder viele Menschen, wir arbeiten bis um 12.30, neben uns wird ein grosses Geburtstagsfest vorbereitet.
Ein Schaf wird geschlachtet, ein Zelt aufgebaut, die Musikanlage getestet. Fuer mich ist es ein grosses Geschenk, dass die Organisation geklappt hat, dass das Team von Landsaid fuer 2 Tage die Community von Katicho behandelt hat und jetzt bei dem Fest dabei ist. Es werden viele nette Worte gesagt, ein Geburtstagskuchen angeschnitten, eine Gruppe von Kindern singt Geburstagslieder. Ein Hoehepunkt vom Fest- eine Tanzgruppe junger Maenner, die mit unglaublichen Bewegungen zu Trommelrythmen tanzt. Wir tanzen zusammen mit den Menschen die wir behandelt haben, grosse Freude haben die 400 Menschen bei einem "german game"-Luftballontanz.
Einmal "Geburtstagskoenigin" in Kenya sein- ich kann es nur empfehlen!!!!
Montag, 5.5.2008
Alle sind heil und gluecklich zurueck in Kisumu, und gleich am fruehen Morgen koennen wir ein neues Teammitglied begruessen- Rebekka, Kinderkrankenschwester. Karibu Kenya, Rebekka!
Auf Grund einer Fehlorganisation haben wir heute frei, verbringen den Tag mit organisatiorischen Sache wie Medikamente bestellen, Statistiken ausarbeiten, Chapati backen, Visa verlaengern, Geld wechseln.
Viele Gruesse aus dem sonnigen Kenya
Donnerstag, 8.5.2008
Drei Tage verbringen wir in einem Dorf Namens Store Pamba, versorgen hier jeden Tag ueber 100 Patienten. Ein kleiner Junge, 3 Jahre, hochfieberhaft und ausgetrocknet, macht seine Augen nach kontrollierter Fluessigkeitsgabe und Malariabehandlung wieder auf und schenkt uns ein Laecheln.
Freitag, 9.5.2008
Gestern durften wir Michaela von Apothekern ohne Grenzen begruessen, schön das du da bist!! DEn gestrigen Tag habe ich mit einer MAlaria im Bett verbracht, erstaunlich, heute koennte ich wieder Baeume ausreissen. Die Genesung in Afrika faellt mir immer viel leichter als in Deutscvhland.
Wir fahren nach Ebenze, in ein IDP Camp, welches wir zum dritten Mal besuch en. Wir haben heute genuegend Zeit, um mit einigen lange Gespraeche zu fuehren, die dringend notwendig sind. Die haeufig angegebenen Kopfschmerzen sind oft die nicht zu verarbeitenden Traumen. Ein Mann erzaehlt mir, er kommt aus Naivasha, einen Kikuyugebiet, ist selbst Louo, verheiratet mit einer Kikuyufrau. Er hat alles in dem brennendem Haus zurueckgelassen, auch seine Familie, steht jetzt vor dem nichts, hat keine Zukunftsperspektive. Die Regierung hat versprochen, die Menschen zurueck zu bringen, ihnen Zelte zu geben, in denen sie wohnen sollen,doch, er will gar nicht in seine alte Heimat, zu viele schreckliche Erinnerungen, die ihm heute noch den Schlaf rauben...
Viele Gruesse vom gesamten Team aus Kisumu
Samstag, 10. Mai 2008
Heute arbeiten wir zusammen mit Ministry of Health Kenya in einem Medical Camp.
Wir finden nur wenige Menschen in dem abgeschiedenen Dorf vor, da viele in die Stadt gepilgert sind, um den aus Deutschland zurueck kehrenden Primeminister Odinga willkommen zu heissen. Bis um 16.00 Uhr behandeln wir 130 Patienten, ein seid Tagen hochfieberhaftes Maedchen darunter, welches von der 1 Jahr aelteren Schwester auf dem Ruecken zu uns gebracht wird.
Am Abend eine fast traenenreiche Verabschiedung- Peter, unser Teamleader laed uns zum Dinner in sein Haus ein. Karin wird uns morgen verlassen, ich werde vorraussichtlich nur noch bis Mittwoch fuer LAndsaid arbeiten.
Morgen wird ein neuer Arzt aus Deutschland ankommen- Wolfgang. Wir freuen uns auf Dich!
Viele Gruesse und schoene Pfingsten
Kathy








