Kenia-Tagebuch von Gerhard Melchinger
An dieser Stelle berichtete Gerhard Melchinger über die Sanierungsarbeiten an der Gesundheitsstation von North Horr im Norden Kenias. Hintergrundinformationen zum Projekt finden Sie hier
Sonntag, 25.02.2007
Mit dem Zug ging es von meinem Heimatort Radolfzell nach München zum Flughafen. Da ich für die Krankenstation auch noch einige medizinische Teile dabei hatte, war es eine Zitterpartie beim Einchecken. Aber mein Gepäck mit 21,9 kg wurde akzeptiert. Am Nebenschalter musste ein junger Mann 50,00€ für seine 22,5 kg nachbezahlen. Dass ich 12 kg noch im Handgepäck mit mir herumtrug, hat keiner bemerkt. Glück gehabt! Wir hatten einige Pannen zu bestehen und sind eine Stunde verspätet in Nairobi angekommen.
Montag, 26.02.2007
Ankunft in Nairobi - verspätet. So musste ich gleich 50,00€ umtauschen, um mit dem Taxi zu meinen Freunden, Pfarrer Friedrich Heiß und seiner Frau zu kommen. PfarrerHeiß war mir dann behilflich, das Geld zu einem möglichst guten Kurs umzutauschen, der schwankt von Bank zu Bank zwischen 87,5 und 91 kSh (Kenianische Schilling). Das hat einige Zeit in Anspruch genommen. Am Spätnachmittag brachte mich Friedrich zu den Consulata-Fathers. Father Anton und Sylvia und Freia waren auch erst kurz vorher von ihren Besorgungen zurückgekommen.
Father Anton und ich wechselten noch eine kaputte Feder am Landrover aus. Ein Sturzregen zwang uns zur Pause, trotzdem waren wir in Windeseile nass bis auf die Knochen. Gegen 19:30 h war das Auto beladen, die Zeche bezahlt, so dass wir am Morgen um 5:00 h starten konnten.
Dienstag, 27.02.2007
Wir brachen pünktlich auf und fuhren auf dem „Highway“ in Richtung Nanguki. Mit der Entfernung von Nairobi wurde auch die Straße schmaler, schlechter, löchriger. In der katholischen Missionsstation konnten wir frühstücken. Wir haben den Wagen umgeladen, da wir völlig überladen waren und die Federn bedenklich durchschlugen. In der City Nanguki erledigten wir allerlei Geschäfte. Father Anton hatte auf der Bank zu tun, Sylvia und Freia kauften Stoff für Dreieckstücher und zum Schluss kauften wir zusammen noch Kartoffeln und Gemüse und hatten das alte Gewicht wieder... Ich durfte auf das Auto aufpassen, was nicht einfach ist. Wir besuchten unterwegs noch eine Handwerksschule mit Töpferei (das ist ja mein Fach!). Sie arbeiten mit Elektroöfen und Fertig-Glasuren aus Italien. Nicht sehr regional.
Nun ging die Fahrt nach Masarbit. Unterwegs versuchten wir noch einem gestrandeten Wagen zu helfen. Leider vergebens. Father Anton schickte den Wagenbesitzer mit dem ausgebauten defekten Teil los, um Ersatz zu besorgen. Wir konnten den Mann leider nicht mitnehmen. Um 21:30 h sind wir dann verspätet bei den Catholic Sisters in Masarbit angekommen.
Mittwoch, 28.02.2007
Nach dem Frühstück wurden wir allen im Diozösanbüro vorgestellt. Zum Schluss kam noch der neue Bischof. Dann ging es in die Stadt für allerlei Geschäfte. Freia und Sylvia versuchten in einem Internet-Cafe Emails zu versenden, wir mussten sie zum Schluss dort abholen, denn der Versand ging nur schleppend. Ich begleitet Father Anton, der auf Schritt und Tritt angehalten wurde. Wir kamen kaum voran. Bank, Post, Hardwarestore, Handwerker (der die Fenster schweißt). Zum Mittagessen hat uns ein Schweizer, der ein Baugeschäft betreibt, spontan eingeladen.
Das Mittagessen bei Henri und seiner Frau (einer Somali) war lecker und ein kleiner Ruhepunkt in der Hektik. Wir hatten erfahren, dass ein Gabra von einem Borona in der Nähe von Marsabit bei einer Auseinandersetzung getötet wurde. So wollten viele Gabras weg von Marsabit aus Angst vor weiteren Übergriffen. Father Anton erfuhr, dass die Abkürzung über die Chalbi-Wüste befahrbar ist, so war er froh, wieder etwas Zeit hereinholen zu können. Mikel, der Medical-Assistant von North Horr, fuhr noch mit uns. Nun ging es weiter. Nach 2,5 h durch die Salzwüste kam uns ein GTZ-Fahrzeug entgegen und riet uns zur Umkehr, der Untergrund sei noch zu weich und mit unserem überladenen Fahrzeug könnten wir Probleme bekommen. So entschlossen wir uns, umzukehren. Unterwegs baten uns Nomaden um Wasser. Spät nachts um 21:30 h erreichten wir schließlich North Horr Mission. Father Hubert und Schwester Angela begrüßten uns herzlich und bewirteten uns köstlich.
Donnerstag, 01.03.2007
Nach dem kurzen ungewohnten Schlaf draußen entluden wir am Morgen den Wagen. Ich vertrieb mir die Zeit bis Father Anton Zeit für mich hatte mit dem Reparieren des Wagenhebers und half in der Autowerkstatt mit. Dann besichtigten wir den Entbindungsraum. Der Betonboden war löchrig und rissig und sollte ja gefliest werden. Die Sanitäranlagen sind in desolatem Zustand und müssen erneuert werden. Während wir die anderen Räume besichtigten wurde ich gleich den Mitarbeitern vorgestellt. Wir vereinbarten, dass der Entbindungsraum in das Labor leer geräumt wird, das z. Zt. noch nicht benutzt wird. Father Anton zeigte uns allen am Nachmittag die Grundschule (Hildegard Helmer Schule) und die Sekundarschule. Nebenbei zeigte er mir den Platz zum Bausand holen.
Freitag, 02.03.2007
Vor zwei Tage bin ich hier in North Horr angekommen. Ich bin gemeinsam mit Sylvia Rohrhirsch und Freia Dondorf gereist, die hier Kurse in Erster Hilfe und Wundversorgung durchführen. Die beiden haben in ihrem Tagebuch ja schon über die Anreise berichtet.
Heute erwachte ich mit Bauch- und Kopfschmerzen und Durchfall. Wahrscheinlich hatte ich mir in der prallen Sonne einen kleinen Hitzschlag geholt. Die Umstellung ist eben doch nicht zu unterschätzen. So bin ich die Sache erst mal langsam angegangen. Nach weiteren drei Stunden Schlaf ging es mir besser, ich reinigte Schrank und Zimmer und packte erst mal Koffer aus.
Ich war heute mit Anton Mahl in der Gesundheitsstation, er hat mir alles gezeigt, und wir haben über das Projekt gesprochen. Wir werden mit dem Entbindungsraum beginnen, der in einem sehr schlechten Zustand ist. Ein großes Problem ist auch noch die Wasserversorgung, da muss ich mir noch was einfallen lassen. Am Nachmittag zeigte mir Father Anton die Umgebung, Lagerplatz für das Lehm-Sand-Gemisch für die lokale Bauweise, verschiedene Brunnen und auf den Rückweg den großen Laden, der gerade Nachschub von Nairobi bekommen hat. In der Abendmesse wurden wir alle sehr herzlich begrüßt und vorgestellt.
Samstag, 03.03.2007
Ich war mit Vater Anton in der Dispensary und wir haben geprüft, ob der neue Entbindungsraum schon leer geräumt wurde. Oh Wunder, der Raum war leer und die Helfer haben die Sachen im Stauraum des neuen Labors zwischengelagert! Der Wunsch wurde geäußert, dass Vorhänge im Entbindungsraum aufgehängt werden, damit niemand von außen hereinsehen kann. Außerdem soll ein Solarlicht für die Geburten am Abend und in der Nacht installiert werden. Ich habe gleich die Vorhänge angebracht, doch der Handwerker für die Elektrik war am Samstag noch nicht erreichbar. Um die Vorhänge aufzuhängen musste ich die alten, zu kurzen Stangen zusammenschweißen. Das neue Schweißgerät bereitet noch Probleme mit dem Anschluss an den Generator.
Nachmittags bin ich mit Father Antons Luftgewehr auf die Taubenjagd gegangen, die eine echte Plage sind. Ich konnte drei Stück erlegen, die Freia fachgerecht ausgenommen und gerupft hat. Morgen wird das eine leckere Taubensuppe ergeben.
Sonntag, 04.03.2007
Im Gottesdienst wurden wir wieder sehr herzlich begrüßt und vorgestellt. Die Taubensuppe von Freia mundete uns allen hervorragend.
Montag, 05.03.2007
Heute war ich zuerst mit Vater Anton in der Werkstatt und habe für ihn ein neues Schweißgerät angeschlossen und ein Stromproblem gelöst. Als Dank dafür hat er mir für die drei Helfer Hammer und Meisel besorgt, so dass diese im Entbindungsraum mit dem Entfernen des kaputten Estrichs beginnen konnten. Als erstes muss der Raum so hergerichtet werden, dass gefliest werden kann. Dann wird die Hauptwasserleitung so verlegt werden müssen, dass Waschbecken angebracht werden können. Die Elektriker sind auch noch gekommen. Wir besprachen die Licht-Installation im neuen Entbindungsraum. Es stellte sich heraus, dass der Elektriker keine Erfahrung mit 12-Volt-Anschlüssen hat, so musste ich ihm das alles erklären am praktischen Beispiel. Er war dann auch total glücklich als alles zum Schluss funktionierte. und am Nachmittag konnte eine Solarlampe angebracht werden! Schritt für Schritt geht es voran und ich freue mich über die kleinen Erfolge!
Dienstag, 06.03.2007
Am Morgen baute ich mit meinen Helfern die Waschbecken und WCs ab und besprach das weitere Vorgehen. Mit Father Anton und Sylvia sind wir dann zum Ziegenprojekt gefahren. Nach der Bewirtung mit Linsen, Bohnen, Ziegenfleisch, Chapatis und afrikanischem Tee (mit Kardamon, Milch und Zucker) beim Evangelisten haben uns die Wazee (Ältesten) der Manyatta begrüßt. Father Hubert gab eine kurze Einführung in Englisch, die John, der Evangelist in Kiborana übersetzte. Wir waren sehr beeindruckt von der Geschichte dieser Menschen, die aus Äthiopien mit nichts als der Kleidung am Körper geflüchtet sind. Näheres siehe Bericht von Susanne und Albert Joas.
Wir konnten uns überzeugen, dass das „Kaiserschnitt-Kind“ von Joas gut gedeiht. Solange Sylvia die Dispensary besuchte, half ich Father Anton und Father Hubert beim Vermessen des neuen Pfarrhauses. Wir besprachen verschiedene Probleme dabei. Gegen 21:30 h waren wir zurück, nach kurzer Erholungspause konnten wir um 24:00 h auf meinen Geburtstag anstoßen.
Mittwoch, 07.03.2007
Heute ist mein 60. Geburtstag!! Noch vor dem Frühstück bekam ich ein Ständchen und Geschenke. Freia hat einen Marmorkuchen gezaubert. Ich war echt gerührt.
Nachdem meine Helfer für den Tag instruiert waren, fuhren Father Anton und ich nach Layangalani. Father Anton zeigte mir unterwegs eine schöne Feldsteinkirche, die er gerade baut und das Museum am Turkana See, sehr schönes Gebäude, aber noch leer. Gegen 16:00 h erreichten wir die Missionsstation mit Dispensary. Ich war sehr beeindruckt von der Dispensary, alles gefliest, überall ein guter Anstrich, gepflegt, ein gut organisiertes Medikamentenlager, große Solaranlage mit Tiefkühltruhe, Sterilisator und Kühlschrank. Edelstahl-Steh-WC und Edelstahlwaschbecken. Die Solaranlage kostete 1,5 Mio. kSh = ca. 17.000,00€. Ich kann da ein paar gute Ideen zur Einrichtung der Nassräume übernehmen. Ich werde die europäischen Sitzklos in North Horr entfernen, weil die Menschen hier nicht damit umzugehen wissen. Stattdessen lassen wir Stehklos aus Porzellan in den Boden ein. Zunächst wollen wir nur den Entbindungsraum und einen angrenzenden Raum fließen, da die Fliessen hier sehr teuer sind, doppelt so teuer wie in Deutschland.
Noch ein schönes Geburtstagsgeschenk war das Bad im Swimmingpool der Missionsstation. Es wird von einer heißen Quelle gespeist. Also Warmbadetag und trotzdem sehr erfrischend. Wir feierten noch bei gutem Essen (Nilbarsch aus dem Turkanasee), einem kühlen Bier und einem weiteren Mitternachtsbad, schließlich bin ich ein Fisch und liebe das Wasser.
Donnerstag, 08.03.2007
Mike, ein Ethnologie-Student aus Deutschland, ärgerte sich furchtbar über den frühen Aufbruch, um 6:30 h, ohne Frühstück. Das muss aber halt auch mal gehen. Unterwegs luden wir flache Steine für die Verkleidung der Helmer Schule auf, wechselten notgedrungen zweimal Reifen und holten eine Frau, die ins Krankenhaus nach North Horr sollte, ab. Um 11:30 h kamen wir doch sehr hungrig in North Horr an. Um 15:00 h ging es mit Father Hubert und meinen Helfern zum Sandholen. Während die Helfer den LKW beluden, besuchte Father Hubert noch einen Kranken und spendete ihm das heilige Abendmahl. Nach einem Rundgang durch das Dorf kehrten wir um 17:30 h wieder nach North Horr zurück. Später holte Father Hubert den LKW mit Sand noch ab.
Freitag, 09.03.2007
Am Morgen sah ich nach meiner Baustelle. Wir stellten fest, dass der Betonboden Unebenheiten von bis zu sechs Zentimeter Höhenunterschieden hat. Wir organisierten Messlatte und Wasserwaage um genauer zu messen. Solange die Helfer sich mühten, eine Kerbe in den „Berg“ zu schlagen, um besser messen zu können, stellte ich ein neues Schließblech für die WC-Türe her. Das Alte war herausgerissen und mit ihm ein ganzes Stück Holz. So musste ein neues, längeres her. Gerade als ich fertig war, lud mich Father Anton ein, zum Elterntag der Grundschule mit traditionellen Gesängen und Tänzen zu kommen. Es war schön, aber auch gewürzt mit langen Reden und Preisverteilungen.
Anschließend waren wir noch zum traditionellen gemeinsamen Essen (Ziegenfleisch mit Reis – gegessen wird mit der Hand) eingeladen. Als ich gegen 14:00 h auf die Baustelle zurückkam, hatten meine Helfer nicht ganz verstanden, was ich wollte oder sie sind einfach den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Wie auch immer, es stellte sich im Endeffekt heraus, dass der Untergrund sehr schlecht war, mit Sand und Steinen, und wir mussten erst mit Father Anton die neue Lage besprechen. Das dauerte bis zum anderen Tag. Ich befestigte das neue Schließblech an der Tür mit vier Schrauben. Es stellte sich heraus, dass die Tür unten am Rahmen anschlägt und nicht zu schließen ist. Ich befragte meine Helfer, was denn da jetzt zu tun wäre. Der erste wollte mit einem Hammer die Tür schmaler klopfen, der zweite wollte den Rahmen hinter der Tür ausspitzen, der Dritte hatte keinen Vorschlag. Ich zeigte ihnen, wie man mit einem Stechbeitel am Rahmen die drei Millimeter entfernen kann, und zwar nur an den zehn Zentimetern wo es nötig ist. Die Tür ließ sich dann wieder problemlos schließen, und meine Helfer hatten wieder was zum Staunen.
Father Anton war bei der Besichtigung sehr erstaunt, dass der Untergrund so schlecht ist. Wir beschlossen, den Untergrund komplett zu entfernen, dazu musste ein großer Hammer her. Es gab einen im Laden, aber ohne Stiel. Daher beschloss ich, einen Rohr-Stiel anzuschweißen. Da die Arbeit samstags um 12:00 h endet, beschlossen wir, am Montag zwei weitere Helfer einzusetzen.
Samstags gibt es immer den Wochenlohn. Einer der Helfer hatte die Löhne schon zusammengestellt. Nach dem Rat von Father Anton und Schwester Angela mussten wir korrigieren. Ein Helfer soll 250 kSh/Tag bekommen, da er eine Ausbildung hat vom Don Bosko Technical College, der Zweite 200 kSh/Tag, da er schon öfter auf dem Bau gearbeitet hat, der Dritte 150 kSh/Tag, da er ohne Vorbildung ist. Er arbeitet aber sehr gut und ich fragte, ob man ihm nicht 180 kSh/Tag geben kann. Die beiden stimmten zu und ich konnte den Lohn auszahlen. Schwester Angela fungiert auch als „Bank“ in North Horr. Üblich ist, dass der Wochenlohn an einen der Gruppe ausbezahlt und quittiert wird. Derjenige sorgt dann für die Verteilung in der Gruppe.
Gegen 17:00 h fuhr ich einen ehrenamtlichen kenianischen Missionar zu einem Platz, wo er Jugendliche im christlichen Glauben unterrichtet und holte den deutschen Ethnologiestudenten Mike von einer Außenstation. Es wird eben immer versucht, alles Mögliche miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu erledigen. Jemand fuhr mit, um mir den Weg zu zeigen. Mike war froh uns zu sehen und frisches, kühles Trinkwasser zu bekommen. Er schreibt an seiner Diplomarbeit über die Auswirkungen der Moderne auf die Gabra-Nomaden. Unterwegs hielten wir noch zweimal an, um Feuerholz aufzulesen für meinen Führer. Mike ist beinahe ausgeflippt über unpräzise Ortsangaben und so allerhand. Wir hatten den toten Baumstamm beinahe übersehen, an dem wir abbiegen mussten. Ich fragte ihn, wie denn Ethnologie mit einem solchen Verhalten seinerseits zu vereinbaren sei. Er entschuldigte sich und erklärte es mit der Stresssituation.
Sonntag, 11.03.2007
Father Anton nahm mich mit zum Gottesdienst nach Elgadi, einer kleinen Außenstation. Leider war der Rektor der Grundschule nicht da, er wollte mit ihm noch die Solaranlage abrechnen. Ein älterer Mann fragte uns, ob wir ihm helfen können zwanzig Sack Zement, einen Schubkarren, Armierungseisen und ein Plastikfass zu seinem Brunnenbauprojekt zu fahren, ca. fünf Kilometer. Auf diese Weise sah ich, wie ein Brunnen von acht Meter Tiefe gebohrt wird. Der obere Teil muss gegen Einsturz gesichert werden, und es gibt noch eine Tränke. Nach der Rückkehr, einer Kaffeepause, zeigte mir Father Anton die Außenanlage der Krankenstation und wir besprachen die weiteren Maßnahmen.
Montag, 12.03.2007
Mit zwei weiteren Helfern haben wir begonnen die kaputten Außenplatten des Gebäudes zu entfernen. Diese sind wichtig um die Mauern vor Sandstürmen zu schützen um und als Umgehung um das Gebäude. Um später den Boden im Entbindungsraum zu verfestigen konstruierten Father Anton und ich eine Handwalze aus einem alten Breitreifen und einer Achse mit Kreuz. Der Reifen wird mit Beton ausgegossen. Ich habe noch kalkuliert, wie viele neue Außenplatten und Fliesen wir brauchen. Das letzte Stück Beton war sehr hartnäckig und wir brauchten am nächsten Morgen noch mal frische Kraft für den Rest Boden. Aber dann war es geschafft.
Dienstag, 13.03.2007
Father Anton hat leider das Ausrichtrohr, das ich zweckentfremdet in unsere Handwalze steckte, bei dem Versuch den Betonreifen aufzurichten, verbogen. Eigentlich sollte ich mit dem LKW Kies holen, da kam die Nachricht, dass die Wasserpumpe kaputt sei, und der ganze Platz kein Wasser hat. Der Landrover war kaputt. So brennt es manchmal an allen Ecken gleichzeitig. Beim Öffnen der Pumpe stellte ich fest, dass die Förderscheiben falsch eingebaut waren. Das konnten wir reparieren und so funktionierte das Wasser wenigstens wieder. Dem Kfz-Mechaniker konnte ich helfen, indem ich ein Ersatzteil aus einem Schrottteil anfertigte. Father Anton schweißte dann alles zusammen, so war auch dieses Problem gelöst.
Meine Helfer meldeten stolz, dass sie fertig seien. Ich war noch nicht ganz zufrieden, da in der Mitte immer noch ein Berg war. Wir fanden riesige Steine darunter, die leider auch noch raus mussten.
Father Hubert fragte mich, ob ich mich am PC auch auskenne. Er hatte einen neuen Drucker an seinen Laptop angeschlossen, der nicht erkannt wurde. Ich spielte ihm die Software auf und stellte den Drucker ein. Er war glücklich, als der Probedruck funktionierte und seine Datei auch nicht verloren war. Meine Helfer hatten inzwischen schon Feierabend gemacht.
Mittwoch, 14.03.2007
Morgens sah ich nach meinen Helfern und besprach die Tagesarbeit. Am Außenputz sollte der Putz ca. 50 cm vom Boden her abgeschlagen werden, da er löchrig und porös war. Father Anton erklärte mir den LKW und schickte mich mit sechs Helfern zu der Stelle, wo man Kies holen kann. Helfer hatten auf der großen Fläche schon Haufen gemacht, die wir nun aufladen konnten. Bis zum Mittag waren wir zurück.
Der Entbindungsraum macht mehr Arbeit als geplant. Der Betonboden wölbte sich in der Mitte und wir mussten ihn herausreißen. Darunter waren Felsbrocken, die wir entfernten. Dann trafen wir die Vorbereitungen zum Betonieren. Mit Hilfe von eingeschlagenen Hölzern wurden Höhe und Gefälle festgelegt und mit Betonbruch und Steinen aufgefüllt. Die Renovierung geht mit fünf Helfern gut voran. Zwei arbeiten außen, wo Risse in der Wand ausgebessert werden müssen. Drei arbeiten mit mir innen am Boden. Mit Father Anton machte ich noch einen Rundgang und prüfte die Fundamente.
Donnerstag, 15.03.2007
Die Helfer hatten den alten Betonbruch und die Steine nicht konsequent vorsortiert, das rächte sich nun, denn es reichte nicht ganz. Nun mussten sie noch mal umräumen, um an das richtige Material zu kommen. Ich machte die Walze fertig zum Verschweißen, ein Helfer schob die fertige Walze rüber zum Einsatzort. Der LKW kam zurück und brachte eine kaputte Bockleiter mit, die ich reparieren sollte, da wir sie bald brauchen würden. Zwischendurch schaute ich immer nach dem Rechten und gab Tipps, wie man die Arbeit einfacher machen kann. Um 15:00 h konnten wir Zement und Baustahlmatten holen. Nach dem Einwalzen war zuviel aufgefüllt. Wir arbeiteten bis 18:00 h um auf die richtige Höhe zu kommen. Dann besorgte ich noch Abziehrohre für den morgigen Tag.
Freitag, 16.03.2007
Wir holten die Betonmischmaschine. Die Blechwanne hatte leider noch ein paar Löcher und musste erst geschweißt werden. Bevor es losging, mussten die Nasszellen noch geöffnet werden, um herauszufinden, was Father Anton von Nairobi mitbringen muss. Da keine Schlüssel aufzutreiben waren, mussten wir aufbrechen. Wir stellten eine Liste zusammen von der Waschschüssel bis zu Absperrkappen und Verschraubungen.
Endlich konnten wir mit dem Betonieren beginnen. Drei Schaufeln Kies, drei Sand und eine Schaufel Zement mit dreimal 2/3 Eimer Wasser, das gibt eine gute Mischung. Damit füllten wir den Raum mit 3 - 4 cm, um dann die Baustahlmatten einzubringen. Leider hatten wir nicht genug Matten, aber wir suchten alle Reste zusammen, dann reichte es gerade so. Ich legte zwei Abziehrohre, und mit Hilfe eines Richtscheites konnten wir den Beton ziemlich gut abziehen. Das war eine völlig neue Technik für meine Handwerker. Mittels Stampfer wurde der Beton verdichtet. Inzwischen waren meine Helfer so gut bei der Sache, dass sie beschlossen, die Mittagspause durchzuarbeiten. Zur Stärkung hatten sie sich Uji (ein dünner Maisbrei) besorgt. Nachdem ich mich auch kurz erholt hatte, kam ich zurück. Die Männer hatten ein Rohr entfernt, sie hatten Angst, es nachher nicht mehr herauszubekommen. Das kostete wertvolle Zeit, es wieder richtig einzufügen und behinderte sehr beim Abziehen. Durch diese Panne hatten wir leider ein paar Schwierigkeiten mehr zu beheben. Zum Schluss ging uns noch der Zement aus und keiner wollte den 50 kg Sack herschleppen. Als gutes Vorbild habe ich das dann auch noch hingekriegt. Nun waren sie echt angestachelt und trugen den Zement um die Wette. Gegen 18:30 h waren wir alle geschafft. Nun noch die Rohre entfernen, Gräben auffüllen, Maschine, Geräte und Rohre säubern. Es war schon dunkel, als wir alle fertig waren, und leider gab es kein Wasser in der Mission. Vorsorglich hatte ich mir am Morgen einen Eimer gesichert mit dem ich mich jetzt tassenweise notdürftig säubern konnte.
Samstag, 17.03.2007
Für das erste Mal mit ungelernten Leuten einen Betonboden einbringen ist das keine schlechte Leistung. Zum Schluss hatten wir doch noch eine Stelle übersehen, mit einem rauen Stein konnten wir abschleifen und verbessern. Die Ecken mussten auch noch nachgebessert werden, aber dann konnten wir alles unter Wasser setzen und waren ganz stolz auf unser Werk. Für den gestrigen, langen Tag habe ich ihnen zwei Tageslöhne ausbezahlt und alle waren zufrieden. Einer wurde noch verpflichtet am Nachmittag und am Sonntag den Boden zu wässern und nach dem Aufräumen konnten alle ins Wochenende gehen.
Sonntag, 18.03.2007
Kirchgang und Tagebuchschreiben. Um die Mittagszeit hatten wir 40° im Haus, so heiß war es noch nie. Jede Nacht schlafe ich draußen, denn im Haus ist es nicht auszuhalten vor Hitze. Da ist das Konzentrieren auf die Arbeit sehr schwer. Man kann gar nicht so schnell trinken wie man es ausschwitzt. Wir schafften den Betonboden im Entbindungsraum. Es war Schwerstarbeit. Bisher habe ich 55.000 kSh (kenianische Schilling) für das Projekt ausgeben, es fehlen aber noch Rechnungen für Zement, LKW-Leihe, Fensterrahmen (sind schon geliefert) und das noch fehlende Glas.
Es geht mir gut soweit. Die Verpflegung ist hervorragend, Schwester Angela ist die gute Seele und umsorgt uns liebevoll. Die nächsten Tage werde ich allein sein. Father Anton bringt Sylvia und Freia nach Nairobi zum Flughafen, Schwester Angela fährt nach Hause und Father Hubert geht zu einem Meeting aller Pfarrer nach Marsabit. Ich bin noch guten Mutes, dass ich die Arbeit noch ein gutes Stück voranbringen kann.
Montag, 19.03.07
Das Wochenende über wurde der Beton im Entbindungsraum gut gewässert, so dass er keine Risse bekam. Wir entfernten die Gitter vor den Lüftungsteinen unter den Fenstern. Wir entfernten zugleich die gesamten Lamellen-Fenster-Anlagen, denn es soll ja eine andere Fenster-Mechanik eingebaut werden.
Vor dem Entbindungsraum bauten wir die Überdachung ab, sie soll später mit zwei statt vier Stützen höher wieder aufgebaut werden. Ziel ist, ein Landrover mit Dachträger soll unten durchfahren können und das kostbare Regenwasser soll möglichst alles in die Zisterne fließen.
In der Mittagspause regnete es in Strömen, 20 cm/m², alles wurde im Nu schlammig.
Nachmittags begannen wir die einbetonierten Pfosten zu entfernen und konnten zwei neue Fenster einpassen und mit Mörtel fixieren.
Dienstag, 20.03.07
Morgens regnete es so stark, dass Vater Hubert meinte, kein Gabra geht da aus dem Haus. Ich war dann doch der Meinung, dass ich mal nach der Baustelle sehen sollte, es ist nicht gut, wenn der Vorarbeiter nicht da ist. Bis auf einen Arbeiter waren alle zur Stelle. Wir konnten die restlichen Alt-Fenster ausbauen und die neuen Fenster schon einputzen. Es fehlte an Abreibbrettern. In der Holzwerkstatt ließ ich zwei neue herstellen und ein altes reparieren. Die Schreiner hatten keinen Plan, wie das herzustellen ist. So hatte ich ein kleines Zwischenspiel in der Schreinerei (Zeichnung, Ausführung und Anleitung zum Bau von Abreibebretter für Maurer und Gipser). Es hat Freude gemacht, die begeisterten Gesichter der Schreiner zu sehen, als sie das zweite. Brett selbständig herstellen konnten. Meine Arbeiter waren auch glücklich, so gute Werkzeuge hatten sie noch nie gehabt.
Die neuen Löcher für die Stützen mussten gegraben werden und die Höhe der Überdachung vermessen werden.
Mittwoch, 21.03.07
Es stellte sich heraus, dass die alten Lüftungssteine unter den Fenstern nicht zu gebrauchen sind - wir mussten neue Platten gießen. Reststücke der alten Holzkonstruktion dienten uns als Rahmen, ein leerer Zementsack als Unterlage, so musste es gehen.
Wir hörten den Generator laufen und nutzten das aus, um die rostigen Stellen der Stützen abzuflexen. In der Metall-Kfz-Werkstatt wurde nicht mehr gearbeitet, so versuchte ich mich im Schweißen einer Stütze. Schweißen war allerdings noch nie meine Stärke. Als ich den Mechaniker mit dem Radio unter dem Arm spazieren gehen sah, konnte ich ihn überzeugen, dass er das viel besser und schneller als ich kann. Nachmittags konnten die Stützen fertig und gestrichen zur Baustelle gebracht werden. Dafür war ich behilflich, einem der Arbeiter Steine nach Hause zu fahren, er wollte einen Damm um seine Küche bauen, da sie am Morgen voll Wasser gelaufen war. Nachmittags konnten wir auch die Fenster von außen verputzen. So waren wir gut beschäftigt.
Wir hatten Besuch von zwei Priestern, ein Kenianer aus Itolo, er kam schon morgens mit dem Polizeiauto und ein Inder, der unterwegs seinen Tank reinigen musste, weil er ein Diesel-Wasser-Gemisch erhalten hatte. So hatten wir reichlich Gesprächstoff und Abwechslung.
Donnerstag, 22.03.07
Meine Helfer sind fleißig bei der Arbeit, so dass ich mit zweien schon die Pfosten für das Vordach einbetonieren konnte. Das genaue Vermessen war noch ein bisschen zeitaufwändig, da es nicht so tolle und spezielle Werkzeuge gibt. Auch gibt es keine Rüttler, so muss ein Arbeiter den Beton so gut wie möglich selbst stampfen. Bei der Kontrolle der Fenster musste leider an zwei Fenstern noch nachgearbeitet werden. Der Putz war zu dick aufgetragen.
Abends waren wir eine große Runde am Tisch. Die anwesenden Kenianer wollten gerne von mir wissen, was der Unterschied zwischen Kenia und Tanzania ist, als sie hörten, dass ich fast 7 Jahre in Tanzania gearbeitet habe.
Für mich ist Tanzania eine Nation, die geschickt unter Julius Nyere zusammengeführt wurde. Allein schon dadurch, dass Kisuaheli als Amtssprache eingeführt wurde, die mittlerweile in ganz Tanzania gesprochen wird. Kenya ist ein loser Zusammenschluss von verschiedenen Stämmen und Sprachen, die sich auch noch gegenseitig bekriegen. Englisch ist zwar üblich, aber damit identifiziert sich die Bevölkerung nicht. Die Regierung schaut nur zu (oder weg) wie sich die Stämme bekriegen und Morde werden nicht gesühnt. Auch hier in North Horr verließen Borara-Kinder die Schule nachdem Gabra-Kinder sie massiv bedroht haben. Es gab viel Stoff zum Nachdenken an diesem Abend.
Freitag, 23.03.07
Heute möchte ich gerne einmal meine Handwerker vorstellen:
- Joseph ist mein bester Handwerker. Er hat das Training am Don Bosco Technical College in Nairobi absolviert und schon einige Projekte mit einem erfahrenen Handwerker durchgeführt.
- Raphael hat schon mit Joseph an einigen Projekten mitgearbeitet als Handlanger. Er hat einen Führerschein und spricht gut Englisch und Kisuaheli.
- Halkana Korowa kann am besten Mörtel mischen, versteht und spricht leidlich Kisuaheli und ein paar Brocken Englisch.
- Halkana Duba ist ein stiller Junge, er spricht kaum und macht ruhig seine Arbeit.
- Okotu ist ein lustiger, quirliger Junge, er singt gern und möchte mir unbedingt Gabra beibringen, da er wenig Kisuaheli und kein Englisch versteht. Er ist sehr stark aber er muss genaue Anweisungen bekommen, was zu tun ist.
Hier werden als Maßeinheit die englischen Inches verwendet und man muss gut aufpassen, dass die Maße nachher auch stimmen. Der Kfz-Mechaniker war heute nicht da und ein Gast hatte Probleme mit der Aufhängung und den Federn an seinem Auto. Der Helfer hat mich gerufen und ich zeige ihm, was zu tun ist. Er muss das kaputte Teil genau nachbauen. Dann ließ ich ihn arbeiten und suchte verzweifelt nach einem 16-er Bohrer. Es gibt nur 13-er. So müssen die Löcher ausgefeilt werden.
Kurz vor Mittag auf der Bausstelle erbitten sich 2 Helfer je einen Schubkarren, um in der Mittagspause zuhause den Putz auszubessern, der unter dem starken Regen gelitten hat. Sie versprechen die Schubkarren nachmittags wieder zu bringen. In der Pause kontrollierte ich die Arbeit an dem Fahrzeug des Gastes. Es sah gut aus und nach einer Stunde war das Auto wieder funktionsfähig. Am Nachmittag kamen wir ein gutes Stück voran an unserer Baustelle.
Samstag, 24.03.07
Joseph und Raphael machten sich daran, den Sockel zu verputzen. Die anderen beiden arbeiteten ihnen zu mit Mörtel und Wasser. Halkana Korowa bereitete mit mir die Sparren vor. Wir wollten das alte Wellblech wieder verwenden, so mussten wir uns nach den vorhandenen Löchern richten. Der Missions-Verwalter brachte uns eine neue Bockleiter von Nairobi. So etwas Leichtes und Lumpiges habe ich noch nicht gesehen, aber sie tat ihre Dienste bis so ein Sturm aufkam, dass sie gleich umfiel – und schon war sie etwas verbogen. So beendeten wir die Arbeit um 11.00 h.
Sonntag, 25.03.07
Nach Frühstück und Gottesdienst fuhren alle davon und ließen mich für eine Woche allein auf der Missionsstation. Am Nachmittag holten mich Joseph und Raphael zu einem Spaziergang ab. Raphael stellte mich seiner Frau Margarete vor und seinem zweijährigen Sohn Timo. Margarete wird wohl im April ihr zweites Kind bekommen. Bei einem afrikanischen Tee, Chai, zeigte mir Raphael stolz seinen Führerschein. Danach gingen wir zum anderen Dorf-Ende, von wo aus man den See sehen kann. Wir trafen den Grundschuldirektor und hatten ein langes Gespräch. Die Grundschule ist dreizügig mit 520 Schülern und einem Internat. Manche Schüler kommen von weit her. Inzwischen hat seine Frau leckeren Reis mit Bohnen gekocht. Am Abend erkundigte sich Vater Anton per Funk nach meinem Befinden und fragte nach, was es noch zu besorgen gibt.
Montag, 26.03.07
Als erstes waren heute alle Akkus für die Bohrmaschinen mit Solarstrom zu laden. Auf der Baustelle hat Joseph bereits begonnen die Platten unter den Fenstern einzusetzen. Mörtel wurde angerührt und die Putzstellen gewässert. Raphael richtete mit mir die alten Wellbleche zum Einbau her. Sie waren zum Teil verbeult. Wir hatten ziemlichen Wind und alle Hände voll zu tun, bis die Bleche angenagelt waren. Ich musste erst erklären, warum grundsätzlich nicht im Wellental genagelt werden darf. Nagelt man im Tal, staut sich das Wasser am Nagel und nach kurzer Zeit ist alles durchgerostet.
Trotz Erklärungen dauert es manchmal lange, bis meine Helfer alles verstanden haben und richtig machen. Schuldbewusst holte Okuto das Dichtmittel im Lager und dichtete die falschen Löcher ab. Habe ich zu schnell erklärt? Zuwenig die Folgen drastisch ausgemalt? Für heute war ich erst mal fix und alle und habe eher bekannte Arbeiten am Nachmittag erledigen lassen.
Dienstag, 27.03.07
Heute noch mal den Rest der Sockel verputzen und prüfen. Mit Halkano Korowa prüften wir die getane Arbeit und zeigte ihm, welche Risse wie geöffnet werden müssen und ausgebessert werden. Raphael spitzte unter meiner Anleitung die Stelle auf, wo das verrostete Rohr aus der Dusche kam. Ich konnte ein passendes PVC-Rohr bekommen, die Schwierigkeit war nun, wie der Übergang zu gestalten ist. Nach langer Suche im Lager fand ich ein passendes Verbindungsstück das wir mit Textilband fixierten, so konnten wir alles einmauern.
Kleines Zwischenspiel in der Mittagspause:
Zum dritten Mal fand ich dieselben vier Ziegen im Missionsgarten. Alles normale Zureden hat nichts gebracht. So beschloss ich die afrikanische Methode. Ich fing eine der Ziegen ein und band ihr die Füße fest. Die anderen drei jagte ich fort. Wie erwartet kamen nach kurzer Zeit drei Frauen mit vielen Kindern gelaufen. Mit Übersetzungshilfe von Denge, dem Tagwächter, fanden wir heraus, wem die Ziege gehört. Ich erklärte den Frauen, dass ich keine Lust mehr habe, die Mittagspause damit zu verbringen, die Ziegen aus dem Missionsgarten zu vertreiben, ich würde jetzt eine schlachten und essen. Die Frauen waren natürlich entsetzt, so schlug ich vor, dass sie die Ziege gegen eine Auslösesumme von 50,00 KSh wieder haben können. Eine der Frauen schickte ein Kind nach dem Geld. Natürlich brachte ich es nicht fertig, das Geld zu nehmen. Also gab ich Ziege und Geld her, aber den Ernst hatten die Frauen jetzt erkannt und achten darauf die Ziegen woanders zu weiden.
Am Nachmittag konnte Okuto bereits beginnen die Gräben an den Sockeln mit Kies zu füllen.
Mittwoch, 28.03.07
Bei dem Versuch, ein Wellblechdach samt Pfetten und Stützen abzubauen, ist mir ein kleiner Unfall passiert. Ich hielt eine Stütze fest und als mein Helfer den letzten Nagel entfernte, fiel die andere Stütze so unglücklich auf meinen Daumen, dass dieser sofort heftig blutete. In Hospital musste das Blut gestillt werden und der Daumen wurde ordentlich verbunden. Das war ziemlich schmerzhaft. Als ich später noch mal zur Baustelle ging, um zu sehen wie es läuft, haben mich meine Arbeiter zum Ausruhen geschickt. Ich sah wohl doch ziemlich blass aus. In meinem Zimmer bei 38° war nicht an ausruhen zu denken, aber im Missionshaus bei 34° hatte ich mehr Glück.
Donnerstag, 29.03.07
Nach einer schlechten Nacht mit Schmerzen ließ ich es heute etwas langsamer angehen. Ich sah nach der Baustelle. Schon vor zwei Tagen habe ich versucht, den beiden Jüngsten zu erklären, dass es leichter und schonender ist, einen Schubkarren nur halb zu füllen, dafür öfter zu fahren und die Gelenke zu schonen. Wieder sah ich, wie sie den Schubkarren füllten, bis er sich kaum noch bewegen ließ. Manchmal kommt man mit Reden nicht weiter. Ich drohte, wenn ich so was noch mal sehe, gibt es für heute keinen Lohn. Das half. Am Nachmittag waren sie ein gutes Stück weiter gekommen ohne sich und das Material zu schinden. Die Einsicht war jetzt auch da.
Freitag, 30.03.07
Diese Nacht konnte ich nicht schlafen, weil ganz in der Nähe ein Sohn geboren wurde und traditionell mit Gesang, Tanz und Trommeln willkommen geheißen wurde. Und das bis morgens 3.00 h. Auch Ohropax half da nicht viel. Meine Helfer gestanden, dass sie auch dort waren, einen musste ich nach Hause schicken, da er sich kaum auf den Beinen halten konnte. Heute war sauber machen angesagt. Die Fensterrahmen mussten nochmals nachgeschaut werden und penibel von Putzspritzern befreit werden. Werkzeug musste gereinigt werden und Werkzeug und Lagerraum musste aufgeräumt werden. Zwei Platten für einen weiteren Raum wurden noch gegossen.
Vater Anton wurde für den Nachmittag von Nairobi zurückerwartet. Um 17.45 h traf Vater Anton schwer beladen ein. Er brachte Vater Hermann und Mike mit. Wir entluden nur das Gemüse und die notwendigsten Dinge. Der Abend klang mit dem Austausch des Erlebten bei einem kühlen Bier aus.
Samstag, 31.03.07
Morgens wurde noch die dritte Platte gegossen. Dann entluden wir den Pick-up. Die Sachen hatten sich ineinander verkeilt. Fliesen, Glas, Waschbecken, Stehklos und Kleinteile bis zu Fußbällen. Bis alles versorgt war, war dieser Arbeitstag auch schon vorbei.
Sonntag, 01.04.07
Heute gab es eine Palmsonntags-Prozession durch das Dorf, geführt von Vater Anton und seinen Ministranten. Das war schon beeindruckend.
Montag, 02.04.2007
Auf der Baustelle zeigte ich meinen Helfern heute, wie man mit einer Hand-Eisensäge richtig umgeht und wie man kontrolliert, ob der Schnitt auch richtig senkrecht zum Rohr ist.
Ich baute einen Solarregler ein, damit der reparierte Kühlschrank und die Batterien nicht gleich wieder kaputt gehen. Der Generator wurde zum Schweißen eines Autoteiles benötigt, schnell brachten wir unsere Rohre, damit sie auch gleich geschweißt werden konnten. Anschließend konnten sie gleich gestrichen werden. Ich sortierte die Fliesen und überlegte, wie sie am besten kombiniert werden können. Vater Anton bat mich, ihn zum Sandladeplatz zu begleiten. Für den lokalen Hausbau solle Sand geladen werden. Er wollte eine Sanddüne hochfahren. Da war ich doch skeptisch. Nach dem dritten erfolglosen Anlauf fuhren wir doch im Slalom auf der von mir vorgeschlagenen Route. An der höchsten Stelle war die Baustelle. Es war schwierig, dorthin zu gelangen und zu guter Letzt musste der Sand noch per Hand abgeladen werden da die Hydraulik kein Öl hatte. Das dauerte und Vater Anton sollte doch eine Messe halten. So tauschten wir die Fahrzeuge. Als ich endlich mit dem LKW zurückkam, war die Messe schon zu Ende. Es war eine abenteuerliche Rückfahrt, die mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang auf einer 30 m hohen Sanddüne mit Blick über den Salzsee belohnt wurde.
Wie immer ist es heiß hier. Dazu kam in den letzten beiden Tagen ein Sandsturm, der die Sicht extrem einschränkte und der einen zudem „sandstrahlte“ sobald man vors Haus musste. Heute Nachmittag war es dann aber plötzlich vorbei.
Ein paar Tage hat unser Sattelitentelefon nicht funktioniert und wir waren ohne telefonischen Anschluss an den Rest der Welt. Wir konnten unser „Thuraya“ leider nicht selbst reparieren, sondern mussten warten, bis wieder jemand in Nairobi war und es dort in Ordnung bringen lassen konnte. Jetzt sind wir wieder erreichbar.
Insgesamt geht die Arbeit an der Gesundheitsstation gut voran, doch improvisieren muss man natürlich stets ein bisschen, da irgendein Material immer gerade fehlt… Neulich wurde z.B. kein Fliesenkleber aus Nairobi mitgebracht und nun experimentiere ich gerade mit möglichen Alternativen.
Nachdem die Mauern der Station ausgebessert wurden, sollen als nächstes die Außenwände der Gesundheitsstation gestrichen werden – noch warte ich auf die Farbe. Erst im Anschluss werden die Platten um das Zentrum herum verlegt, damit sie keine Farbspritzer abbekommen. Innen werden wir später nach dem gleichen Prinzip vorgehen: zuerst streichen, dann die Fliesen verlegen. Ist diese Arbeit getan, werden wir uns dem Nasszellenbereich widmen.
Ab Gründonnerstag Mittag ist hier eine „Osterpause“ angesagt und ich werde zusammen mit der Missionsstation die Feiertage begehen. Zudem wollen mich ein paar Bekannte aus Nairobi besuchen. Ab Dienstag geht es auf der Baustelle dann mit voller Kraft weiter. Bis dann!
Dienstag, 03.04.07
Die Löcher für die Pfosten wurden fertig gestellt und die Höhe eingemessen. Nun konnten sie einbetoniert werden. Vater Anton wollte gerne den Außenputz glatter haben und noch kleinere Änderungen, die ausgeführt wurden. Zwischendurch ersetzte ich im Gästehaus in meinem Zimmer die durchgerosteten Lüftungsgitter durch übrig gebliebene Gitter von der Baustelle. Die Waldtauben versuchen immer wieder, sich hier einzunisten und machen einen Höllenlärm, besonders wenn ich ein bisschen Ruhe nötig habe. Vier Tauben mussten „daran glauben“ und die Katzen freuten sich über ein üppiges Mahl.
Mittwoch, 04.04.07
Immer wieder muss man erst das Werkzeug reparieren bevor es weitergeht. Heute hatte ich Farbe und eine neue Leiter von der Mission geholt. Die Plastikfüße waren nicht gesichert, so musste die Leiter erst einmal betriebssicher gemacht werden. Beim Sortieren der Gläser stellten wir fest, dass der Zuschneider Vater Antons „deutsche“ Eins (1) für eine „kenianische“ Sieben (7) hielt (sie wird geschrieben wie unsere 1 und die „1“ ist nur ein Strich). Gott sei Dank hatte Vater Anton auch einen Glasschneider mitgebracht und die Gläser sind ja „nur“ zu groß und zum Glück nicht zu klein.
Oft ist es so, man denkt z.B. das Einsetzen der ersten Pfette dürfte kein Problem sein. Dann löst sich ein Stein und man hat zu tun, eine Lösung für dieses neue Problem zu finden, so dauert halt alles ein bisschen länger. So erging es uns heute den ganzen Tag.
Vater Anton kam erst gegen 19.45 h zurück. Es gab Probleme mit dem Ambulanz-Landrover. Er musste per Funk erst mal herausfinden, was eigentlich los ist und Schwester Angela musste per SMS instruiert werden, was zu tun ist.
Donnerstag, 05.04.07
Das Problem der Ambulanz muss noch gelöst werden. Da ich Besuch von Freunden erwarte, werden diese Schwester Angela in Masarbit aufgabeln und sie wird einen Kanister mit Diesel und einen Plastikschlauch zu dem defekten Wagen bringen. Die Ambulanz wird dann, mit Kanister auf dem Dach und Schlauch im Tank, hoffentlich trotz kaputter Dieselpumpe bis hierher fahren können. Es war gar nicht einfach, die Kommunikation mit Hilfe von Sat-Telefon und Radio-Call herzustellen. Denn das eine steht im Haus und das andere funktioniert nur unter freiem Himmel. Aber wir haben es geschafft.
Auf der Baustelle waren inzwischen alle fleißig beim Malern, Wässern, Ausbessern. Wir haben dann noch die Dachrinne abgenommen, um dahinter streichen zu können. Sie musste wegen Rost auch gleich ausgebessert werden. Wir wollten gerne noch ein Waschbecken anschließen. Beim Anziehen der Mutter brach diese, so gaben wir auf und vertagten die Aktion bis nach Ostern.
Beim Auszahlen des Wochenlohnes gab es enttäuschte Gesichter. Durch die Feiertage war die Woche kurz und die Leute bekommen ja nur Tageslöhne. Nach Beratung mit Vater Anton gab ich allen noch ein Ostergeschenk von 50,00 KSh. Darüber haben sie sich sehr gefreut und schließlich arbeiten sie ja auch gut und hoch motiviert. In der Mission wird gerade diskutiert die Tageslöhne ab April von 150 auf 200 KSh anzuheben .Die Stadtverwaltung hat das bereits beschlossen. Gegen 17.00 h kamen meine Freunde aus Nairobi an und die Freude war groß. Sie brachten auch Grüße und Neuigkeiten von zu Hause mit.
Karfreitag, 06.04.07
Vater Anton musste am morgen schon seinen Leuten erklären, dass heute ein großer Feiertag ist und sie nicht mit dem LKW Steine transportieren können. Er lud alle noch mal für 16.00 h zum Gottesdienst ein.
Ich zeigte meinen Besuchern bei einem Rundgang das „Städtle“. Mike lud uns Nachtmittags zu einer Gabra Boma, ca. 15 km entfernt, ein. Wir brachten Tee und Zucker mit und wurden gleich freundlich zu einem traditionellen Tee eingeladen. Pünktlich zur Messe mit Prozession waren wir wieder zurück.
Am Abend hatten wir eine gute Diskussionsrunde mit Vater Anton und meinen Freunden. Friedrich ist lutherischer Pfarrer und momentan mit seiner Frau Claudia in Nairobi. Die beiden waren zur selben Zeit wie ich auch 7 Jahre in Tanzania bei den Massai, ein Nomadenvolk ähnlich wie die Gabra.
Samstag, 07.04.2007
Heute muss ich mein Tagebuch vervollständigen, denn morgen müssen meine Freunde wieder zurück und können es mitnehmen. Da es heute windig ist, kann man es drinnen bei 32° aushalten. Heute Nachmittag wollen wir noch zu einer der größten Sanddünen fahren und gegen Abend den einzigen kleinen Hügel der Gegend besteigen. Morgen früh nach der Sonnenaufgangs-Messe müssen die beiden wieder zurück nach Nairobi.
Gestern am Karfreitag habe ich hier an einer Prozession teilgenommen und morgen am Ostersonntag werde ich zusammen mit den Menschen hier im 5 Uhr den Osternachtsgottesdienst feiern. Ich freue mich schon darauf. Am Karfreitag hatten wir allerdings erneut einen Sandsturm hier.
Der kleine Junge Katello ist nun wieder in North Horr angekommen. Er wird momentan von seiner Oma betreut und es geht ihm nach der Operation wieder gut. Schön, solche Erfolge zu sehen.
Unser Ausflug zum Dabldablin, dem einzigen „Berg“ der Umgebung war noch sehr eindrucksvoll. Als wir halb oben waren, hatten wir den Eindruck, es kommt ein Sandsturm auf. Wir gingen trotzdem weiter und - fast oben, entpuppte sich der Sandsturm als feuchter Nebelsturm. Wir mussten aufpassen, nicht umgeblasen zu werden. Nach einer ½ Stunde war der Spuk vorbei. Oben hatten wir nur Dunst unter uns und es dauerte bis es langsam aufklarte. Man kann dieses Naturphänomen schwer beschreiben. Wir waren einfach nur ehrfürchtig und stiegen den Berg still, unseren Gedanken nachsinnend, wieder runter. Die Wirklichkeit holte uns wieder ein, denn mit unseren Sandalen war der Abstieg ziemlich beschwerlich. Die Sicht über die Wüste Cholbi war das Abenteuer auf jeden Fall wert.
Ostersonntag, 08.04.07
4.00 Uhr Ostermesse mit 46 Taufen. Nach dem Frühstück machten sich meine Freunde auf den Rückweg nach Nairobi. Am Abend waren wir eingeladen bei einem Lehrer, der mit der Tochter des Katecheten Peter verheiratet ist, zu Tee, Reis, Fleisch und Soße. Und Raphael lud mich anlässlich der Geburt seiner Tochter Esther für Montag zum Mittagessen ein.
Ostermontag, 09.04.07
Vater Anton zog alleine los, da ich ja zum Mittag verabredet war. Sister Angela klagte über Kopfschmerzen, so nahm ich Raphael, einen jungen kenianischen Lehrer mit zum „Geburtsessen“. Es war sehr schön. Mittags hütete ich die Mission, damit Sister Angela sich ausruhen konnte.
Dienstag, 10.04.07
Heute ging die Arbeit nur sehr schwer voran. Es hakte immer irgendwo. Wir arbeiteten an dem Vordach weiter und versuchten hinterm Haus die Abwasserleitungen frei zu bekommen. Sie waren entweder mit Sand oder mit Sch..... zu. Am Ende der Leitungen ist ein gusseiserner Siphon angebaut durch den wir mit unserem Draht nicht durchkamen. Wir hatten natürlich auch keinen Druckstrahler, der die Sache vereinfacht hätte. So hatten wir ziemlich Mühe mit der Reparatur.
Mittwoch, 11.04.07
Wir waren alle gut beschäftigt mit Putz-Ausbesserungen, Wellblech aufnageln, Dachrinnen-Streichen. Nicolas, neu im Team, buddelte weiter Siphons aus. Nachmittags konnten wir zwei Abläufe neu machen, ohne Siphon. Vater Anton bat mich, nach dem Boden im Haus des Hospitallaboranten zu schauen, er meinte in einer Stunde müssten wir die Löcher geflickt haben.
Donnerstag, 12.04.07
Neben den Arbeiten, die auf Hochdruck liefen, gingen drei Mann zu dem Mitarbeiter-Haus um den Boden zu flicken. Leider war das nicht in einer Stunde getan…
Freitag, 13.04.07
Raphael fing mit einem Helfer an den Entbindungsraum zu streichen. Decke und oberer Teil der Wände werden mit wasserlöslicher Farbe gestrichen, der untere Teil mit abwaschbarer Ölfarbe. Vater Anton wünschte sich noch einen Regenbogen und ein Sonne, die ich noch anzeichnete zum Ausmalen. Jillo war mit den Abflussrohren beschäftigt, die möglichst sanddicht gemacht werden mussten. Die Dachrinnen vom Toilettenhaus wurden entfernt und mit Rostschutzmittel gestrichen. Auch die Pfosten und Hölzer des Überganges zu den Nasszellen bekamen einen neuen Anstrich.
Am Nachmittag konnte Jillo und Alkano im Haus des Laboranten die Bodenarbeiten beenden. Im alten Pumpenhaus fand ich zusammen mit dem Verwalter Salessa ein passendes PVC Rohr um die Regenrinnen vom Toilettenhaus mit dem anderen Haus zu verbinden, damit alles Regenwasser zum Tank kommen kann.
Samstag, 14.04.07
Der Entbindungsraum soll zweimal gestrichen werden, um alle Flecken abzudecken. Die Dachrinnen im Toilettenhaus konnten wieder gesetzt werden. Der Laborant hatte noch ein Problem mit einem Fenster, das sich nicht mehr schließen ließ. Die Louvre-Mechanik ließ sich nicht mehr bewegen. Ich stellte fest, dass der salzhaltige Sand die Metallteile einfach anfrisst. Wir mussten das Fenster ausbauen, mit viel Karamba die Mechanik wieder zum Laufen bringen, die unterste Scheibe ließ sich nicht reparieren, so habe ich sie einfach vom Rest abgehängt, die Scheibe senkrecht fixiert und der Rest funktioniert wieder. Fenster wieder eingebaut. Nach dem Bezahlen der Wochenlöhne – endlich Wochenende.
Am Nachmittag zog ich mit meinem Krempel in ein Eckzimmer um, das besser durchlüftet ist. Ich war noch nicht ganz fertig, da kamen Raphael und Jillo und luden mich zu einem Stadtbummel ein. Ich fand ein paar Mitbringsel für zu Hause, Raphael suchte nach einem Glas für seine Petroleumlampe. Der Bummel endete bei einer Tasse Tee in Raphaels Haus, es wurde kühler und wir warteten auf Regen.
Sonntag, 15.04.07
Nach einer angenehm kühlen Nacht, leider ohne Regen, wurde es doch wieder sehr heiß. Ich bekam Kopfschmerzen und zum ersten Mal war ich nicht in der Kirche. Am Abend hatten wir extrem heiß und Moskitos, jede Menge.
Montag, 16.04.07
Am frühen Morgen endlich Regen. Um 6.30 Uhr machte ich mich auf zum Haus von Raphael. Das neue Kind soll mit einem traditionellen Segen und dem Schneiden der Haare willkommen geheißen werden. Durch den Regen waren die Ältesten aber noch nicht ganz so weit. Ich war der erste am Morgen und wurde mit Tee und Biskuits erst mal versorgt. Drei Kinder guckten mir sehnsüchtig zu bis ich nicht anders konnte und ihnen die letzten drei Biskuits schnell zusteckte. Um 8.00 Uhr waren endlich die wichtigsten Leute da und es konnte los gehen. Zuerst rieben sich alle Gesicht und Hände mit Kaffeeöl ein. Die Wazee (Ältesten) sprachen Gebete für die Tochter, teils in Reimen. Leider verstand ich nicht viel, da Borana gesprochen wurde. Dann wurde Kaffee ausgeschenkt. Einer der Ältesten rührte auf und probierte und teilte dann den Ältesten in Holzgefäße aus. Die „Nächstwichtigsten“ bekamen in Keramikbechern serviert und die Jüngsten in Plastik. So hat alles seine Hierarchie. Dieser Kaffee hat wenig mit dem was wir kennen zu tun. Er schmeckt eher wie Zichorien-Kaffee, die ganzen Bohnen schwimmen darin herum. Und natürlich sehr süß. Die Bohnen werden zerkaut und ausgespuckt. Zum Schluss wird der Topf mit dem Rest Kaffee an die Frauen im Haus gegeben. Wieder gibt es Gebete und der Hausherr reicht eine Schale mit Tabak herum. Jeder nimmt etwas davon in den Mund und etwas wird ein Säckchen oder in den Zipfel des Umhängetuchs gesteckt und eingeknotet. Die Wazees verabschieden sich und ich sollte noch fotografisch festhalten wie Raphael seiner Tochter die Haare schneidet. Er macht das nur symbolisch, eine Frau, die darauf spezialisiert ist, schert den Rest der Haare. Es bleibt nur ein kleines Stück stehen, als Symbol für das jüngst Geborene.
So kamen wir erst um 9.00 Uhr zur Arbeit. Die anderen waren schon fleißig. Nach dem Regen entdeckte ich, dass die Regenrinnen nicht richtig ablaufen. So musste noch mal entfernt werden, neu gerichtet, mit Rostschutz versehen und wieder angenagelt mit größerem Gefälle. Vater Anton holte mit dem Frontlader die alten Betonteile und Steine. Zwei Helfer mussten mit auf- und abladen. Auch die alten außen Platten wurden gebraucht für den Bau eines Freisitzes für Versammlungen und Meetings bei der Kirche.
Dienstag, 17.04.07
Wir arbeiteten an den Lüftungssteinen unter den Fenstern die geschlossen werden sollen. Es wurden Pfosten das zweite Mal gestrichen. Ich musste eine kaputte Tür mit Rahmen entfernen. Das wurde erschwert, da der Rahmen mit Eisen in der Mauer befestigt war. Schwester Angela schickte mir zwei Jungen zum Helfen. Die beiden Vollwaisen leben bei der Großmutter. Da diese krank ist, müssen sie sich selber versorgen da auch gerade keine Schule war. Sie waren gut zu gebrauchen und meine Helfer organisierten noch Essen für sie vom Katechisten-Seminar. Nachmittags begann Jillo die Tür, nachdem wir sie endlich entfernt hatten, zuzumauern, die zwei halfen ihm dabei. Ich flickte mit zwei weiteren Helfern den Zaun beim Gästehaus, die Ziegen und Schafe kommen dort immer in den Garten und fressen das Wenige noch ab.
Nach Feierabend, bei einem Rundgang mit Vater Anton, gab es noch viele Aufgaben zu entdecken.
Mittwoch, 18.04.07
Jillo mauerte weiter die unnötige Tür zu, Halkano D. machte Mörtel und Okotu halbierte die Zementblocks da immer 1 ½ in eine Lage passten. Raphael und ich spannten eine Schnur für das Gefälle der Regenrinnen und begannen die Halter anzunageln. Halkano strich die Regenrinnenhalter, sobald sie angenagelt waren. Nicolas und Jillo junior (einer der Schüler) strichen die Fenster.
Leider musste ich nachmittags Nikolas auszahlen und nach Hause schicken. Er ärgerte nur, stand rum, zwei andere sahen wie er die frische Wand mit blauer Farbe bespritzte, das gab er aber nicht zu und er folgte den Anweisungen von Raphael und Jillo nicht. Das gibt es eben auch einmal. Die Dachrinne musste noch mal nachgebessert werden. Raphael mit Halkono und Okota gingen mit Vater Herrmann mit dem LKW zum Sand holen.
Donnerstag, 19.04.07
Dank des Regens in der Nacht konnte ich den Ablauf der Regenrinnen untersuchen. Das war gute Arbeit und alles funktioniert prächtig bis auf die Rinne über dem Eingangsbereich, die hatte einen Sack, in dem das Wasser stand. Wir brachten die Halterungen in die richtige Position. Der zweite Schüler bat um Arbeit, Mamo (so heißt er) half die Fenster fertig zu streichen, die Nikolas nicht streichen wollte. Nachmittags konnten wir testen, ob die korrigierte Dachrinne nun richtig funktionierte es regnete kurz.
Freitag, 20.04.07
Meine Helfer waren gut beschäftigt. Ich versuchte mit Raphael eine verzogene Tür so anzubringen, dass es weniger auffällt und sie sich besser schließen lässt. Beim Vermessen und Vorbereiten für das Fliesen der Dusche musste leider die Wand ausgebessert werden. An einer Stelle stand der Verputz 2 cm vor. Wie meist bei kleinen Sachen war es dann doch zeitaufwändiger.
Samstag, 21.04.07
Okotu hatte Bauchschmerzen und ich musste ihn ins Hospital schicken. Die anderen arbeiteten fleißig. Ich versuchte eine Zahnspachtel aufzutreiben für das Fliesen. Nach der erfolglosen Suche entschloss ich mich, diese selbst herzustellen. Aus einem Stück Blech konnte ich mit dem Winkelschleifer Lücken schleifen. Nach dem Versäubern noch ein Holzgriff montiert, ich war richtig stolz auf diese professionelle Zahnspachtel.
Sonntag, 22.04.07
Nach dem Gottesdienst veranstalteten die Messdiener eine Lotterie zur Finanzierung ihres Ausfluges. Leider bekam ich nur Trostpreise wie Kaugummi, Stifte und ein Schulheft. Ich verschenkte alles an die umstehenden Kinder, die mit großen, sehnsüchtigen Augen das Spektakel verfolgten.
Mit Raphael besuchte ich Okuto. Seine Schwestern waren zu Besuch und wollten den Bruder verheiraten, was aber nicht so einfach zu sein schien. Schließlich wurde ich beauftragt die Hälfte des Lohnes von Okuto bei Schwester Angela für ihn zu deponieren (zum Anreiz für eine potenzielle Braut?). Anschließend besuchten wir die Frau, die für die Truppe jeden Tag eine Kanne Tee und eine Kleinigkeit zu essen bringen soll. Dafür wollten alle gerne ½ Stunde länger arbeiten. So haben wir das vereinbart. Die Frau ist froh über das Zubrot und wir sind glücklich, dass wir eine Frühstückspause mit Energiezufuhr bekommen.
Montag, 23.04.07
Okuto fragte für Mikel um Arbeit, nachdem ich Niklas ja entlassen hatte. Ich stimmte zu und gab den beiden gleich eine schwere Arbeit um zu sehen, wie Mikel zurecht kommt. Sie spitzten die kaputten Porzellanschüsseln aus, die im Betonboden eingelassen waren. Während andere die Außenfassade strichen, versuchte ich mit Jillo die Fliesen zu kleben. Die alte Farbe hatten wir mit Drahtbürste aufgeraut. Leider hielten die Fliesen nicht darauf. So schlugen wir kleine Vertiefungen bis zum Putz in die Farbe. Nun hielten die Fliesen, aber der Fliesenschneider funktionierte nicht. Ich musste ihn komplett auseinander nehmen, neu zusammenbauen und gut ölen. Nun klappte die Generalprobe.
Abends backte ich noch schnell einen Kuchen, solange Angela in der Chorprobe war, denn sie hatte Geburtstag am nächsten Tag.
Dienstag, 24.04.07
Wir begrüßten Angela mit einem Geburtstagsständchen. Ich war ein wenig früher aufgestanden und hatte Zweige und Blumen um ihren Teller dekoriert und auch den Kuchen noch mit Kerzen geschmückt. Sie war ganz gerührt. Vor allem auch über das tolle Geschenk. Anton hatte vor Sylvias Abreise noch ein Moskitonetz bekommen, da er ihr nun in ihrem Namen schenken konnte.
In der Nacht waren die Füße meines Außenbettgestelles eingeknickt und das musste ich erst mal reparieren. Vater Anton hat mit dem Unimog den Sand (10m³) von den Kontrollschächten des WC-Dusch-Traktes entfernt. Nachdem wir endlich die Schächte öffnen konnten, entdeckten wir, dass sie voll Sand und Unrat waren. Also war der Rest des Arbeitstages gesichert. Sauber machen und Rohre reinigen.
Mittwoch, 25.04.07
Heute bekamen meine Männer eine Lektion im Fliesenkleben. Mit dem schicken Zahnspachtel, ein paar Tricks und den vorhandenen Fugenkreuzen konnte es losgehen. Nach einer Stunde kam ich zur Kontrolle vorbei. So genau haben es die Jungs nicht genommen. Also musste noch mal nachgebessert werden, die Fliesen zum Teil noch mal abgenommen werden. Die Fugen waren nicht mehr übereinander, in der Ecke wurde gemogelt. Ich erklärte nochmals, dass dann geschnitten werden muss und bis zu welcher Fugenbreite man auch mal mogeln kann. Wichtig ist, in der Mitte der Wand muss alles stimmen um die Augen mit Wohlgefallen darauf verweilen zu lassen. Jillo und Raphael waren die Fliesenleger, Halkono sollte immer eine kleine Menge Fliesenkleber anrühren und die Fliesen wässern. Bei 38° trocknet alles sehr schnell. Zwischendurch sah ich nach den anderen. Es stellte sich heraus, dass die Abwasserrohre zum Teil mit Wurzeln zugewachsen sind. Nach kurzer Beratung, und nachdem wir uns versichert hatten, dass noch neue Rohre da sind, entschlossen wir uns, die alten Rohre durch neue zu ersetzen.
Ein Verwandter von Raphael hatte einen Sohn bekommen und Raphael lud mich und die beiden deutschen Afrika-Abenteuerer, die gerade bei uns kampierten, ein, dieses traditionelle Fest mitzuerleben. Pünktlich um 22.00 Uhr holten uns also Raphael und Jillo ab. Es war ziemlich finster, kurz nach Neumond. Das Fest mit Tänzen und Gesängen war bereits in vollem Gange. Wir wurden den glücklichen Eltern vorgestellt und zu den Ältesten geschickt um Tee zu trinken. Raphael erklärte uns alles. Interessanterweise wird der Rhythmus durch Stampfen auf eine Kuhhaut erzeugt die auf dem Boden liegt, in der Mitte mit einem großen Stein unterlegt. Das klingt wie von einer großen Trommel mit tiefem Ton. In den Liedern wird die künftige Tapferkeit des Jungen besungen. Da es schon lange keine Büffel und Elefanten mehr gibt, müssen die Lieder sehr alt sein. Dazu werden die Geschichten getanzt.
Donnerstag, 26. April 2007
Vater Anton hat die deutschen Gäste zum Frühstück eingeladen. So erfahren wir Neuigkeiten. Sie wollten nach Namibia und sind von Heilbronn aus über Tunesien, Ägypten, Sudan und Äthiopien bis hierher gekommen. Kurz nach 8.00 Uhr fand ich die Männer bereits fleißig bei der Arbeit. Die Rohre mussten ausgegraben und aus der Wand gespritzt werden. Ich vermaß noch Türen und Fenster für die Rahmen für Moskitonetze.
Nachmittags nahm mich Vater Anton zur Quelle mit. Es gab Wasserprobleme und er wollte meinen Rat. Der Schacht ist umgeben von Steinen, die das Wasser in den Schacht leiten sollen. Die Zwischenräume sind aber mit Wurzeln von großen Palmbäumen zugewachsen. Und so kommt nur wenig Wasser im Schacht an. Mein Vorschlag: Steine und Wurzeln entfernen, dann die Steine anders, mit mehr Zwischenräumen, wieder setzen und die Bäume in unmittelbarer Nähe entfernen.
Unerwartet hat es in den letzten beiden Tagen geregnet, was die Arbeit etwas erschwerte und mir zudem eine kleine Erkältung bescherte. Momentan beschäftige ich sogar sieben Arbeiter auf dem Bau. Ich muss Druck machen, damit der Entbindungsraum bis zu meiner Abreise fertig wird. Nicht immer bin ich ganz zufrieden mit der Arbeit, da unerwartete Dinge den Baustellenablauf unterbrechen und die Zeitplanung durcheinander bringen. Aber meist findet sich ja eine Lösung. Morgen sind wir noch mit den Böden beschäftigt und parallel dazu wird draußen schon für die Abwasseranlage gebuddelt.
Bis bald und viele Grüße, Gerhard!
Freitag, den 27.04.07
Auch für mich gibt es immer wieder Überraschungen in Afrika, auf die ich nicht gefasst bin. Wir wollten heute den Absperrhahn und den undichten Zufluss zum Entbindungstrakt ersetzen. Dazu mussten wir am Hochbehälter die Zuleitung schließen. Alles war abgesprochen und mit Raphael und Zangen ging ich ans Werk. Wir schlossen den Absperrhahn am Hochbehälter, aber das Wasser floss munter weiter. Vater Anton erinnerte sich dunkel daran, dass dieser Hahn wohl nicht funktioniert für unsere Zwecke. Wir fanden dann schließlich den richtigen, 10 m entfernt vom Turm, im Sand eingegraben und undicht! Der Sand war naß. Der Drehhebel war abgebrochen und nicht zu bewegen. Man sollte meinen, Wasser ist ein kostbares Gut in Afrika und alles, was damit zu tun hat, muss besonders sorgfältig gewartet und kontrolliert werden. So ist es aber nicht immer! Nach längerer Diskussion entschieden wir, dass am 1. und 2. Mai kein Wasser gepumpt wird, sodass am 2. Mai der Tank leer sein müsste. Dann wird alles repariert.
Nun widmete ich mich der Aufgabe, die zu großen Gläser zu schneiden (ihr erinnert euch vielleicht, alle waren 6 cm zu groß an einer Seite). Das ist nicht so einfach. Die Unterlage dafür muss absolut eben sein. Trotz aller Sorgfalt ging der erste Versuch daneben, und wir haben nur 1 Scheibe in Reserve. So war diese Aktion ziemlich spannend. Schließlich fanden wir eine ganz ebene und rutschfeste Unterlage mit scharfer Kante und ich konnte die Scheiben gut schneiden . Es gab keine weiteren Katastrophen mehr an diesem Tag.
Samstag, den 28.04.07
Wir werkelten fleißig und alle freuten sich als um 12.oo h der Wochenlohn bezahlt werden konnte. Zur Vorbereitung für Montag schnitt ich aus einem Autoreifen-Einlagegummi Fugengummi zurecht, mit 2 Hölzern als Versteifung und Griff, denn es gab keines und wir wollten am Montag die ersten Fliesen verfugen.
Montag, den 30.04.07
Über´s Wochenende hat sich ein zuverlässiger Handwerker Mr. Meinert eingefunden, der für 1 Woche Arbeit sucht. Mit 2 Helfern konnte er zuverlässig und selbständig arbeiten. Das war mir sehr recht, denn ich wollte beim Fliesen und Verfugen in der Nähe sein. Jillo zeigte ich, wie mit dem neuen Fugengummi zu arbeiten ist. Ich vergewisserte mich, dass er es richtig macht und war dann für 3 Stunden an einer anderen Stelle der Baustelle beschäftigt. Als ich zurück kam, hatte Jillo mit dem Spachtel weiter verfugt (denn so hätte er es gelernt auf der kenianischen Handwerker Schule). Die Arbeit war nicht gut und meine Geduld sehr strapaziert. Teilweise mussten die Fugen wieder ausgekratzt werden, teilweise konnte ich die Sache mit Gummi und Schwamm noch retten. Ich zeigte ihm nochmals ganz langsam wie das Gerät zu handhaben ist. Er war dann doch sehr erstaunt, dass ich in 10 Minuten besser und sauberer und gleich viel verfugen konnte wie er mit seiner Methode in 3 Stunden. Das überzeugte dann doch. Aber es ist schon manchmal sehr mühsam.
Am Abend hatten wir einen Gast in der Mission. Mr. Hon Ukur Jattani, der Abgeordnete von North Horr im kenianischen Parlament. Es entspann sich eine rege Diskussion, er wollte von mir wissen, was ich für Unterschiede sehe zwischen Tanzania und Kenya, als er erfuhr ,dass ich 6 Jahre in Tanzania gearbeitet habe. Ich erklärte meine Sicht der Dinge: Tanzania ist inzwischen ein Land mit Tanzaniern, Kenya ist immer noch ein Viel-Stämme-Land, die sich auch noch gegenseitig bekriegen. Wahlen finden in Tanzania inzwischen nach Sachinhalten und nicht mehr nach Stammeszugehörigkeiten statt. Das wirkt sich positiv auf alle Bereiche aus. Das hat ihn sehr nachdenklich gestimmt, dass man das auch so sehen kann.
Dienstag, 01.05.07
Offiziell ist das auch in Kenya ein Feiertag, Tag der Arbeit. Aber wir entschlossen uns, den Tag mit Arbeit zu verbringen, denn die Zeit rinnt wie der Sand durch die Finger.
Jillo, Raphael und Halkano wollten lernen wie der Boden gefliest wird. Wir konnten die Dusche und das WC fliesen.
Mittwoch, 02.05.07
Wir gingen daran den Entbindungsraum zu fliesen. Dazu wurde er komplett leer geräumt und gereinigt. Nachdem ich die Aufzeichnungen auf den Boden gemalt hatte, befanden wir, dass schon wieder feiner Sand sich breit macht. Also noch mal gründlich schrubben. Leider waren meine Aufzeichnungen dann auch weg. Im zweiten Anlauf klappte dann alles. Mit der neuen Zahnspachtel fliesten wir knapp 2 m², bis ich den Eindruck hatte, Jillo und Halkono konnten es alleine versuchen.
Mit Raphael ging ich zum Hochtank um zu kontrollieren wie viel Wasser noch darin ist - wenig wie angenommen. Wir sägten die Leitung auf und mussten festzustellen dass die PVC-Leitung Darunter abgebrochen ist so mussten noch mehr aufgraben werden. Das war also eine größere Aktion. Es durfte nicht gepumpt werden. Alle verfügbaren Gefäße wurden mit Wasser gefüllt, doch es kam immer noch Wasser. Wir mussten die Sache abblasen und auf den nächsten Tag verschieben.
Donnerstag, 03.05.07
Obwohl der Hochtank nun leer war, floss immer noch Wasser aus der Leitung. Vater Anton fiel ein, dass die Schule noch einen kleinen Hochtank hat, der noch nicht leer war. Nach weiteren Schwierigkeiten konnten wir endlich auch dieses Wasser ablassen und die Rohre reinigen und abdichten und die Absperrhähne einbauen. Jetzt konnte wieder gepumpt werden.
Jillo hatte mit Halkano inzwischen bis auf die Randfliesen ganz ordentlich den Boden verfliest. Am Abend floss auch das Wasser wieder in der Mission. Also konnten wir am Ende ganz zufrieden sein.
Freitag, 04.05.07
Meister Meinert wurde fertig mit dem Verlegen der Betonplatten im Außenbereich und verfugte nun die Zwischenräume mit Zement. Da er am Samstag weiter ziehen wollte, wies er Raphael ein wie er die Arbeit fertig machen konnte. Mit Jillo schnitt ich die Randfliesen, so dass er fertig machen konnte. Nebenbei fertigten wir die Holzrahmen für Moskito- und Einbruchschutz für die Fenster und Bohrten die befestigungs Löcher.
Abends traf der neue Bischof ein, der sich in seinen Gemeinden umsehen wollte.
Samstag, 05.05.07
Leider musste eines der Gitter nachgeschweißt werden. Das Moskiotogitter ist nur 90 cm breit, also muss es zusammen genäht werden, da wir 130 cm Höhe haben, damit keine Fliege durch kommt. Darauf kommt ein „Hasengitter“ und darauf noch das Einbruchgitter.
Am Abend gab es ein Willkommensfest für den Bischof mit traditionellem Kaffee und einem Film über Entwicklungs-Projekte in der Diozöse.
Sonntag, 06.05.07
Der kenianische Bischof, Peter Rivala zelebrierte heute die Messe mit Unterstützung der deutschen Priester. Anschließend zusammen mit dem Kirchenvorstand ein gemeinsames Essen.
Montag, 07.05.07
Der Arbeitsalltag hat uns wieder. Das Netze für den 2. Rahmen waren nicht richtig zusammengenäht, es kommen noch Stubenfliegen durch – und Kleineres sowieso. Manchmal könnte man da schon zweifeln. Zurück und nacharbeiten. Endlich konnten die Gitter mit Bolzen in der Wand befestigt werden.
Am Nachmittag erfuhren wir, dass es wieder einen Stammesüberfall gegeben hat. Gabras hatten Turkanas überfallen und Vieh gestohlen und Menschen getötet. Es gab eine rege Diskussion und ich versuchte meinen Männern klar zu machen, dass diese Stammesfehden niemand irgend etwas bringen und diese „Tradition“ gestoppt werden muß.
Dienstag, 08.05.07
Die Polizei bat um Diesel bei der Mission, damit sie mehr Fahrzeuge in das Krisengebiet schicken können. Am Abend bat der Abgeordnete telefonisch Vater Anton, die Ältesten zu überzeugen, dass die gestohlenen Tiere zurückgegeben werden müssen. Es ist nicht einfach, die Kirche sollte sich schon auch laut zum Frieden und zur Gewaltlosigkeit bekennen. Gewehre die vom Abgeordneten organisiert waren, zur Verteidigung im Notfall gedacht waren, sind nun benutzt worden um zu stehlen und zu töten. Die Diskussionen waren heftig.
Mittwoch, 09.05.07
Die Diskussion über den Überfall und seine Brutalität riss nicht ab.
Im Hospital ging die Arbeit soweit gut voran. Wir besprachen zum Schluss, was die Männer die nächsten Tage tun können, denn ich bin eingeladen für 3 Tage den Bischof zu begleiten.
Donnerstag, 10.05.07
Um 7.15 h fuhren wir los nach Ileret am Turkanasee, früher eine Außenstelle von North Horr, heute eine eigene Pfarrstelle. Der Bischof, Vater Anton, Schwester Angela, Dominik (Lehrer und Laienprediger) und ich. Zuerst über Sandpisten, dann wurde der Weg immer steiniger. Irgendwann kamen wir in eine verlassene Oase, dann in eine Landschaft wo verschiedene Gesteinsformationen zusammenstießen, in einem tiefen Tal 3 kleine Seen. Später gab es im Mitarbeiter-Camp des Nationalparks Kooli Fohra einen Gottesdienst. Dort trafen wir auf den Benediktiner Pater Antoni, der die Pfarrei Ileret betreut. Nach dem gemeinsamen Essen bekamen wir noch eine kurze Führung durch die Krokodilsbucht. Auf der Weiterfahrt sahen wir Elent-Antilopen, Zebras und Strauße. Gegen 19.30 h kamen wir endlich in Ileret am Missionshaus an. Viele Menschen warteten auf die Ankunft des Bischofs, Frauen und Kinder tanzten und erdrückten uns fast in ihrer Freude. Bruder Gabriel auch ein Benediktiner, der erst seit einem Monat in Ileret ist, empfing uns.
Freitag, 11.05.07
Wir besichtigten das Dorf, Schule, Polizei, Krankenstation, einige Burmas, die Wasserstelle. Hier ist es noch sehr traditionell. Die Frauen gehen mit nacktem Oberkörper und die Kinder sind oft nackt.
Gegen 10.30 h fuhren wir zu einer Außenstation an der äthiopischen Grenze, ca ½ Autostunde entfernt. Nach dem Schlagen einer alten Autofelge und dem Herrichten des Altares kamen so langsam die Leute zum Gottesdienst. Nach einer halben Stunde konnte es endlich losgehen. Es war für mich doch sehr ungewohnt wie die Menschen auch zum Gottesdienst halb nackt, oder nur mit Lederschürze bekleidet kamen. Der Bischof hielt eine sehr gute Predigt, die gleich in die Stammessprache übersetzt wurde. Zur Kommunion gingen nur wenige, meist Frauen, vermutlich sind noch nicht viele Menschen getauft.
Später fuhren wir noch ein Stück nach Äthiopien hinein. Vater Anton zeigte uns eine Schule, die noch viel einfacher wie die kenianischen Schulen gebaut ist.
Am Abend konnten wir im Turkana See schwimmen. Das Wasser ist alkalisch, es fühlt sich an wie ein Bad in Seifenlauge. Aber trotzdem war es sehr erfrischend.
Samstag, 12.05.07
Die Messe in Ileret war sehr beeindruckend. Die Kirche war gedrängt voll, Bruder Gabriel leitete den Kirchenchor und die Predigt des Bischofs hat mich wieder sehr beeindruckt. Am Nachmittag gingen wir nochmals baden an den Turkana See bis zum Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen wurde eine traditionelle Tanzvorführung im Innenhof der Mission gezeigt.
Sonntag, 13.05.07
Eigentlich sollte Vater Anton um 9.oo h die Messe zelebrieren, damit wir uns rechtzeitig wieder auf den Rückweg machen können. Um 10.oo h war die Kirche glücklich halb voll, sodass die Messe beginnen konnte. Vater Anton beeilte sich ein wenig, sodass wir planmäßig um 11.oo h etwas essen konnten, unsere Sachen packen und los ging die Fahrt. Wir hatten noch 12 Schüler geladen, die auf der Pritsche bis North Horr mit durften, da sie in North Horr oder Masserbit in die Sekundarschule gehen. 3 ½ Stunden durfte ich die kostbare Fracht bis zu einem Polizeiposten fahren. Dort bekamen wir Tee zu trinken. Die Polizisten dort müssen 3 Monate Dienst tun, dann werden sie abgelöst. Entsprechend interessante Sprüche konnte man an den Blechhütten lesen. Nur alle paar Tage kommt mal ein Auto oder ein LKW vorbei. Wir waren eine willkommene Abwechslung. Nun war die Straße nicht immer so eindeutig zu erkennen und sehr steinig, so fuhr Vater Anton weiter da er sie kannte. In El Gadi besichtigten wir ein Staudammprojekt, das Vater Hubert anleitet, leider gab es einige konstruktive Mängel. Es sollte bis zum Tränke eingezäunt werden damit das Vieh den Stausee nicht verschmutzen kann. Wir hatten einen kurzen Meinungsaustausch, wie man so etwas sinnvoll gestaltet.
Gegen 20.oo h kamen wir müde und voller Eindrücke nach North Horr zurück.
Montag, den 14.05.07
In meiner Abwesenheit wurde leider nicht so gut gearbeitet, wie ich das erwartet habe. Also musste hi und da noch nachgebessert werden.
Da ein Fahrer ausgefallen war, wurde ich gebeten den Bischof und einige Leute zur Einweihung der Helmer Schule zu fahren.
In seiner Predigt sagte der Bischof klare Worte zu den aktuellen Überfällen und macht deutlich, dass das aufhören muss und die Täter bestraft werden müssen.
Nach der Rückkehr wurden unter meiner Anleitung Türen gesetzt, Spülkästen in den Stehtoiletten montiert, und Jillo zeigte ich noch mal ein paar Kniffe beim Verfugen und Ausbessern, zum Schluss verklebte ich noch die PVC-Abläufe der Duschen.
Dienstag, den 15.05.07
Unter viel Improvisieren konnten die Spülkästen optimiert, die Duschen endgültig an das Abwasser angeschlossen werden. Türen wurden gestrichen.
Mittwoch, den 16.05.07
Heute ist Testtag für das Wasser. Zwei Hahnen, zwei Siphons waren noch nicht dicht und mussten nachgearbeitet werden. Aber dann, lief alles gut und nichts tropfte.
Donnerstag, den 17.05.07
Alle arbeiten mit Hochdruck. Teilweise sind wir schon in der Phase der Reinigung und Fertigstellung.
Freitag, den 18.05.07
Alles wird aufgeräumt, zum Schluss mit Vater Anton noch eine Liste erstellt, was meine Jungs in meiner Abwesenheit noch erledigen können. Im Wesentlichen noch die Krankenzimmer und die Nasszellen streichen, ein Fußboden muss noch ausgebessert werden. Anschließend mit Vater Anton noch die Abrechnung besprechen und am Abend.....
Das Einweihungsfest des Entbindungsraums und meine Verabschiedung mit den Mitarbeitern des Hospitals, den Missionsmitgliedern und meinen Handwerkern.
Nach dem Fest-Essen gab es noch eine Dankesrede von Vater Anton mit viel Lob an mein Team, mit der Hoffnung verbunden, dass sie das Gelernte auch anwenden.
Von meinen Helfern bekam ich einen Gürtel mit meinem Namen mit Perlen auf Leder gestickt, eine Kette mit Perlenkreuz als Anhänger und viel Lob. Sie fanden es schade, dass ich schon gehe, da sie so viel von mir gelernt haben und noch viel mehr lernen wollten. Sie hatten den Wunsch, dass ich bald wieder kommen möge. Vom Hospital Personal bekam ich einen Gabra Männer Rock und für meine Frau einen Kitenge (große bunte Stoffbahn um sich zu bekleiden). Mir wurde sogar extra vorgeführt wie er traditionell gewickelt wird.
Mir kamen die Tränen vor Rührung über so viel Ehre. Ich konnte mich fast nicht bedanken. Als ich mich wieder gefasst hatte, verteilte ich meine Geschenke an meine Helfer. Ich wollte nur mit minimalem Gepäck heimreisen, so wechselten T-Shirt, Hosen, Socken, Schuhe und Koffer und alles was ich auch an mitgebrachtem Werkzeug entbehren konnte, den Besitzer.
Sonntag, den 20.Mai 2007
Vater Anton hält im Masarbit Pastoral Center die Predigt zu Himmelfahrt. Da Himmelfahrt in Kenya kein Feiertag ist, wird es einfach am Sonntag gefeiert. Anschließend sind wir bei Hennri, einem Schweizer Bauunternehmer eingeladen. Anton wollte mit ihm über das Pfarrhaus in Dukana reden und ich versuchte ihn zu überzeugen, dass Schiebefenster wesentlich besser geeignet sind als die englische Fensterkonstruktion (bei der die Flügel nach außen geöffnet werden und somit keine Moskitonetze angebracht werden können ohne größeren Aufwand). Ich glaube, es ist mir auch gelungen. Wir hatten angeregte Gespräche und gegen 11.oo Uhr wurde ich, zusammen mit einer Schwester und einem Theologiestudenten, abgeholt um mit dem Bischof die Weiterfahrt anzutreten. Wir hatten 2 Platten unterwegs und in Nanyuki erfuhr der Bischoff, dass ein älterer Bischofskollege, schwer krank, nach ihm verlangte.
Damit stand fest, dass ich am Montag mit einem öffentlichen Transport meine Reise fortsetzen musste.
Samstag, 19.05.07
Um 4.oo Uhr starteten wir zur Rückfahrt nach Nairobi. Natürlich wird jede Fahrt so effizient geplant wie möglich, und Vater Anton musste um 10.oo Uhr in Masarbit sein. In Motherbord, bei der Missionsstation von rumänischen Patres bekamen, wir Frühstück und fuhren dann gleich weiter bis Masarbit.
Wir kamen fast pünktlich um 10.15 Uhr bei der Bank an. Beim Einparken bemerkte Vater Anton, dass die Bremsen nicht mehr reagieren. Zurück auf der Straße, die, –zum Glück- leicht bergauf war, kam der Wagen zum Stehen. Nach den Bankgeschäften überprüften wir die Sache und stellten fest, dass die Bremsleitungen durchgescheuert waren. Somit war an eine Weiterfahrt nach Nairobi nicht mehr zu denken. Mit afrikanischer Gelassenheit konnten wir meine Weiterfahrt mit dem Bischof am nächsten Tag arrangieren. Zum Glück sind wir rechtzeitig losgefahren unter Berücksichtigung allerlei Komplikationen, die unterwegs so auftauchen können.
Montag, den 21.Mai 2007
Der Fahrer nahm mich mit in die Stadt und war mir behilflich ein Sammeltaxi (für 8 Personen) zu finden, das mich in Nairobi bei den Consolata Fathers abliefern würde. Nach vier-stündiger, rasanter Fahrt hat mich der Fahrer auch tatsächlich am Bestimmungsort abgeliefert.
Leider stellte sich heraus, dass kein Zimmer für mich gebucht war und auch keines frei war. Zum Glück hatte ich die Telefonnummer der deutschen Pfarrerin dabei. Sie war so nett mich für die 2 Nächte bei sich aufzunehmen und mich auch abzuholen. So ist das eben in Afrika, auch, man hilft sich gegenseitig wo immer es auch nötig ist.
Dienstag, den 22.Mai 2007
Heute half ich im Gegenzug bei den Vorbereitungen für das 40-jährige Jubiläum der deutschen Gemeinde in Nairobi. Bei dieser Gelegenheit lernte ich den deutschen Botschafter kennen und einige Deutsche, die in Nairobi sesshaft geworden sind.
Am Abend konnte ich zuhause anrufen und meiner Frau zum ihrem Geburtstag gratulieren und berichten, dass ich schon mal wohlbehalten in Nairobi angekommen bin.
Mittwoch, den 23.Mai 2007
Da mein Flieger erst am Abend starten würde, konnte ich mich noch nützlich machen, einkaufen, Druckknöpfe an die neue Bettwäsche montieren, den Raum für die monatliche Filmvorführung vorbereiten. Dafür besorgte mir Anne Töpfer ein zuverlässiges Taxi, dass mich pünktlich zum Flughafen brachte.
Donnerstag, den 24.Mai 2007
Etwas genervt, aber wohlbehalten bin ich heute nach langer Fahrt mit Flugzeug und Bahn zu Hause angekommen.
Resumée
Ich bin dankbar, dass ich diesen Einsatz mit LandsAid erleben durfte. Ich habe für mich selbst viel gelernt und konnte viel von meinem Wissen weitergeben. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt für alle Seiten.
- Die eigenen Kräfte einteilen und einschätzen können, gerade auch bei widrigen klimatischen Bedingungen und achtsam mit mir selbst umgehen lernen.
- Stammestraditionen kennen lernen, auch wenn ich manches nicht für gut heißen kann. Vielleicht konnte ich auch Denkanstöße geben, nicht alles ungeprüft zu übernehmen.
- Das Hospital hat jetzt wieder einen funktionierenden, ansprechenden Entbindungsraum (der auch gut ausgelastet ist) und funktionierende, hygienische Nasszellen.
- Einige junge Kenianer haben von mir viele handwerkliche Fertigkeiten und Kniffe erfahren und wie ein Schwamm aufgesogen. Das war auch mir eine Freude.
- Lange Diskussionen mit den Priestern haben sicherlich auch das Eine oder Andere anstoßen können.
Gerhard Melchinger wird von Mai bis Juli 2008 noch einmal nach North Horr reisen, um dort die Renovierungsarbeiten mit seinem lokalen Handwerkerteam voranzutreiben. Wenn Sie seine Arbeit unterstützen wollen, können Sie dies über das Spendenformular tun.
Spendenkonto 10022
VR Bank Landsberg am Lech
BLZ 700 932 00


