Gambia-Tagebuch von Kerstin Gorgas

Kerstin Gorgas und ihr Mann Manfred arbeiten von 19. Februar bis 20. März 2008 in Gambia für die Hilfsorganisation "Riverboat Doctors e.V." (RDI) in einer kleinen Gesundheitsstation. Hier im Tagebuch berichten sie über ihre Erfahrungen.

 

 

Samstag, 12.01.2008

 

Aufbauseminar von LandsAid September 2007 in Seeg. Die Krankenschwester Heike Tautz von RDI stellt ihr Projekt in Gambia vor. Voller Interesse und Begeisterung höre ich zu. Schon während ihres Vortrages steht für mich fest, ich muss da hin. Zu viele Jahre schon trage ich diesen geheimen Wunsch mit mir rum. Als Mensch der Tat, habe ich Heike Tautz nach ihren Vortrag angesprochen und ihr meinen Wunsch für 4 Wochen nach Gambia zu kommen vorgetragen. Schicken Sie mir doch einfach mal Ihre Unterlagen und den in Frage kommenden Zeitraum für Ihren Einsatz, war ihre Antwort.

 

Zu Hause angekommen erzählte ich meinen Mann voller Begeisterung von meinen Vorhaben. Als er hörte, dass auch dringend Hilfe im handwerklichen Sektor gesucht wird, hat er sich spontan entschlossen mit mir gemeinsam nach Gambia zu gehen.

 

Anfang November bekamen wir dann die ersehnte Zusage für einen Einsatz in Buniadu, einen kleinen Dorf am Gambia River. Vom 19.02.2008 -20.03.2008 würden wir in Gambia sein. Unsere Freude war riesengroß, wir konnten es nicht glauben. Unser Traum wird wahr!!!!!!

Werden wir von unseren Arbeitgebern freigestellt für 4 Wochen am Stück? Diese Frage stellte sich uns  gleich, würde doch alles davon abhängen.

Gott sei Dank war unsere Angst unbegründet. Ich hatte das Verständnis von meinen Kollegen und meiner Chefin als ich meinen Wunsch vortrug und bekam das ok. 4 Wochen Urlaub zu nehmen.

Auch bei meinem Mann der im Rettungsdienst beim ASB arbeitet, wo 4 Wochen Urlaub nun wirklich nicht die Regel sind, gab es keinerlei Probleme. Überall stieß unser Vorhaben auf positive Resonanz. Zu unserer großen Freude kam durch den  ASB auch noch die Zusage uns mit medizinischen Verbrauchsmaterialien zu unterstützen. Dafür möchten wir an dieser Stelle Abaraka ( Danke) sagen.

 

Dunkle ängstliche Kinderaugen, fremde Kulturen, auffallend bunt gekleidete Frauen, laue Nächte, Moskitos, Armut Fröhlichkeit, Vertrauen, Hoffnung, Krankheit, Demut, geheimnisvoller Kontinent Afrika. All diese Worte fallen mir ein wenn ich an unsere Reise nach Gambia denke.

Nun laufen schon seit ein paar Wochen die Vorbereitungen, ist es doch unser erster Einsatz in der humanitären Hilfe. Durch die beiden Seminare von LandsAid fühle ich eine gewisse Sicherheit. Reisepässe, Impfungen all das ist schon erledigt.

Die Tage vergehen wie im Fluge. Weihnachten ist schon wieder so weit weg. Es gibt noch viel zu tun. Überall im Haus verteilt liegen English Bücher, Reiseführer. Kartons mit kleinen Geschenken zum trösten für die kleinen Patienten und spontane Spenden einer Apotheke stehen schon bereit. Wir möchten gern so viel mitnehmen und wissen doch, dass uns durch die Freigepäcksgrenze Grenzen gesetzt sind. Nur gut, dass es in Gambia heiß ist, so können wir unsere persönlichen Sachen auf ein Minimum beschränken.

 

Werdet Ihr wieder zurück nach Deutschland kommen? Diese Frage wird uns sehr oft gestellt. Sie macht mich nachdenklich…..! Könnte ich Deutschland, unsere  Familie und unsere

Freunde für immer verlassen? Leben in einem fremden Land, einer fremden Kultur? Soweit bin ich nicht um diese Frage ehrlich zu beantworten.

Ist das Land sicher, kann euch nichts passieren, wo und wie werdet Ihr wohnen, was werdet ihr essen? Viele fragen von unseren Freunden und unserer Familie strömen auf uns ein. Auf nicht alle wissen wir eine Antwort. Einen kleinen Einblick in unser zukünftiges Arbeits-und Wohnumfeld bekommen wir durch die aktuellen Bilder auf der Website von RDI.

 Sicher? Wie sicher ist Deutschland? Man braucht nur die Zeitungen der letzten Wochen zu lesen.

 Angst? Nein Angst haben wir nicht, aber wir versprechen nicht leichtsinnig zu sein.

Zweifel an unserer Reise? Keine Minute, höchstens Beklemmung den Anforderungen und  Erwartungen  die man in uns setzt nicht gerecht zu werden.

Wehmut? Empfinden wir nur, wenn wir daran denken, dass wir unsere Katze Michi 4 Wochen allein lassen müssen. Aber auch diese Gedanken wurden von unseren lieben Nachbarn schnell zerstreut. Macht Euch keine Sorgen wir werden uns gut um sie kümmern und ihre Streicheleinheiten wird sie auch jeden Tag bekommen. Mit diesen Worten war auch dieses Problem gelöst. Auch dafür ein liebes Dankeschön.

Alle manya jama la! (heißt Wiedersehen auf Madinga)

Kerstin & Manfred

 

 

 

 

Sonntag, 17. Februar 2008

 

 

Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Unsere Tage waren ausgefüllt mit sortieren und packen der vielen Spenden und den letzten Reisevorbereitungen.

 

Am Freitag hatten wir noch einen Termin im ASB Kindergarten Schlumpfhausen. Es war schon sehr bewegend zu erleben mit welcher Begeisterung die kleinen ,,Geister’’ bei der Sache waren. Gemeinsam mit Ihren Erzieherinnen und Eltern hatten sie einen Spielzeugflohmarkt organisiert und den Erlös für das Projekt in Gambia gespendet. Aber auch ein sehr ideelles Mitbringsel haben wir für das Health Center in Buniado im Koffer, einen Kalender gestaltet mit Bildern die die Kinder selbst gemalt haben.

Stolz haben uns die Kinder dann den symbolischen Scheck in Höhe von 402,00 € überreicht. Es ist der Erlös aus allen Aktivitäten der Einrichtungen des ASB.

Verabschiedet haben wir uns mit einem herzlichen Dankeschön an Alle, besonders auch an die Geschäftsführerin des ASB Frau  Dietzel, die unser Vorhaben von Anfang an unterstützt hat. Wir werden nach unsere Reise mit Bildern von unseren Erlebnissen und Eindrücken berichten, versprochen!!!!

 

Bis zum Mittag ist noch ein wenig Zeit und ich möchte noch ein paar Zeilen zum Abschied schreiben. Wir packen glaube ich zum 3 .mal unseren Koffer um. Gar nicht so leicht bei Temperaturen von derzeit -5 Grad in Deutschland die richtigen Sachen auszuwählen, erwarten uns doch in Gambia Temperaturen von ca 30- 35°. Unser Platz im Koffer  ist sehr begrenzt, denn die Mitbringsel für die Kinder und vieles von den Spenden möchten wir natürlich mitnehmen.

 

Einige große Kartons sind schon am Donnerstag mit dem Auto und per Post zu LandsAid nach Kaufering gegangen. Michael wird sie  auf dem Landweg, mit dem Krankenwagen für RDI, nach Buniado bringen.

 

So, jetzt muss ich mich ums Mittagessen kümmern. Simon kommt mit seiner Freundin Claudia zu einem letzten Mittagessen vor unserer großen Reise.

Heute Nachmittag werden wir uns noch von Eltern und Geschwistern verabschieden.  Abends dann noch letzte Absprachen mit unseren lieben Nachbarn. 4 Wochen sind ja doch eine relativ lange Zeit.

Morgen früh dann ein letztes Mal Wecker klingeln 4:45 Uhr. Mein letzter Arbeitstag! Manfred hat Morgen schon Urlaub und kann sich noch um letzte Vorbereitungen kümmern.

 

Wir möchten es vor unserem Abflug nicht versäumen uns bei folgenden Firmen und privaten Spendern, Krankenhäusern und Arztpraxen zu bedanken:

 

ASB Regionalverband Halle/Saalkreis

ASB KITA  Schlumpfhausen, Halle Alter Markt

ASB Alten- und Pflegeheim, Halle Joachimstalerstraße

ASB Betreutes Wohnen, Halle  Georg Cantorstraße

ASB Begegnungsstätte Landsberg

Waisenhausapotheke, Halle

Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannstrost, Halle

Firma Junghanns Medizintechnik, Deggendorf

Firma Lohmann und Rauscher, Neuwied

Zahnarztpraxis Dr. Drewes, Halle

Praxis Dr. Kutzmann, Holleben

Faust Apotheke, Leipzig

 

Dank auch an unsere Familie, Freunde und Bekannten.

Auf Wiedersehen Deutschland!

Endlich Afrika!!!!!!!!!!!

Bis bald Kerstin & Manfred

 

 

     

Dienstag, 19.02.2008 

 

Guten Morgen ein letztes mal in Deutschland! Bis Mittag haben wir noch Zeit im Haus alles in Ordnung zubringen und die letzten Sachen zu verstauen! Ein letztes Schmusen mit unserer Katze Michi, da macht sich schon Traurigkeit breit. Ein paar Tränen beim Abschied von unserer Nachbarin Traudl, die sich liebevoll um unsere Katze kümmern wird und 14:00Uhr gehts ab Richtung Frankfurt zum Flughafen. Wir haben uns schon einen Zeitpuffer eingebaut, um vielleicht nicht durch einen Stau den Flieger zu verpassen. Im Transitraum werden wir dann schon von dem lustigen Durcheinander, von auf den Heimflug wartenden Gambianern auf unser großes Abenteuer eingestimmt. Fast pünktlich23:30 hebt unsere Boing 757 ab in Richtung Gambia. Machts gut alle zusammen wir sehen uns in 4 Wochen wieder!

 

 

 

 

Mittwoch, 20.02.2008  

 

 05:10  Endlich nach 6 Stunden Landung auf der Buckelpiste von Banjul(dafür war die Landung sehr sanft). Nach einer ewigen Zeit hatten wir dann auch unser Gepäck, alles vollständig! Mit einem Herzlich Willkommen in Gambia wurden wir von Heiner Tautz begrüßt. Wir warteten noch auf Silke, eine Krankenschwester, die auch mit dem gleichen Flieger gekommen war und dann ging es ab zum Auto. Auf dem Weg dahin ging dann schon mal für kurze Zeit der Strom weg und der Flughafen war dunkel. Tja dass ist Afrika! Nach kurzer Fahrt kamen wir in Baccau im Haus von Heike und Heiner Tautz an. Diana, die Praktikantin die am Abend Richtung Deutschland fliegen wird hatte uns schon einen Kaffe gekocht. Heike war in Buniadu und hielt dort allein im Health Center die Stellung. Der Tag verging mit Gesprächen über unsere zukünftige Arbeit wie im Fluge. Am späten Nachmittag machten wir dann noch einen kurzen Abstecher zum Markt, tranken auf der Terasse eines Restaurants am Hafen eine kalte Coke und schauten den hereinkommenden Booten der Fischer zu. Wir gingen nicht sehr spät ins Bett, denn am nächsten Tag war Aufstehen für 5:00 angesagt. Wir wollten nach Möglichkeit die erste Fähre 7:00 nach Barra bekommen.

 

 

 

Donnerstag, 21.02.2008

 

Bis zur Ankunft am Fährhafen hat alles super geklappt aber dann.      Irgendwie ging es nicht vorwärts wir standen und standen. Ab und an wurden mal Autos nach vorn gewunken, wir leider nicht. Es war trotzdem nicht langweilig. Wir ließen das Chaos und geschäftige Treiben um uns herum auf uns wirken und erlebten wie Gambia erwacht. Es war total spannend und aufregend. Männer trugen Hühner an den Beinen spazieren, Frauen Gefäße mit allem Möglichen gefüllt auf dem Kopf! Wir werden nie verstehen wie man bei einer derartigen Last die Balance halten kann. Endlich dann, nach über 3 Stunden Warten gelang es uns auf die Fähre zu kommen. Auch da kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Manche Autos standen so eng beieinander, das wir dachten es passt noch nicht mal ein Handtuch durch. Es gelang aber erstaunlicherweise den Händlern auch da noch, mit Waren aller Art hindurch zukommen. Einige Männer stapelten auf den Dächern der Autos ihr Gepäck neu. Unglaublich was da alles drauf passt.

Endlich dann gegen halb Zwei kamen wir  in Buniadu an und wurden von Heike, die uns schon sehnsüchtig erwartet hatte, herzlich begrüßt. Hier also würden wir die nächsten Wochen arbeiten. Im Warteraum saßen geduldig bunt gekleidete Frauen, in der Mitte spielten Kinder. Wir wurden dann von 2 Vertreterinnen der Dorfkomitees begrüßt und nutzten gleich die Gelegenheit den symbolischen Scheck vom ASB an RDI zu übergeben. Es war alles so herzlich, dass ich ganz schön die aufkommenden Tränen unterdrücken musste. Wir brachten dann unser Gepäck zur Lodge, die in unmittelbarer Nähe des Flusses lag und hatten das Gefühl jetzt endlich richtig angekommen zu sein. Am Nachmittag waren wir dann mit Heike in der Behandlung, ganz nach dem Motto learning by doing. Nach dem Feierabend noch schnell Wasser aus dem Brunnen geholt und das nötigste ausgepackt. Die Zeit ist knapp, denn spätestens halb Acht ist es dunkel und dann gibt es nur noch Kerzen. Bei einem Glas afrikanischen Rotwein (!!!) lassen wir die Stille der Natur und den Vollmond am Himmel bei einem Lagerfeuer auf uns wirken. Wer braucht bei dieser  Kulisse Fernsehen?

 

 

Freitag, 22.02.2008

 

Wir haben bis Mittag unseren ersten Dienst im Health Center gemacht. Ich war für den ,,Dressing Room" (Wundversorgung) zuständig. Mit Hilfe meiner Übersetzerin und Do Do wechselte ich Verbände oder Behandelte neue Patienten. Heike hatte alle Hände voll zu tun, denn sie pendelte ständig zwischen beiden Behandlungsräumen, um uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Alles ist anders, völlig neue Krankheitsbilder und die meisten Namen der Medikamente kennen wir auch nicht. Manche Wunden sehen so schlimm aus, dass ich mir nicht vorstellen kann den Schmerz beim Verbandswechsel auszuhalten. Nur selten kullert bei den Kindern eine Träne und es sind viele Kinder die ich an diesem ersten Tag behandele. Gott sei Dank, habe ich in meiner Kitteltasche immer einen Sweetie. Der wird dann auch ganz schnell in den kleinen Mund gesteckt. Dieser erste Tag hat mich tief betroffen gemacht. Es fehlt an so vielen Dingen die für uns in Deutschland selbstverständlich sind. Aber die Menschen hier setzen ein tiefes Vertrauen und Hoffnung in uns und unsere Arbeit. Ich hoffe ich werde diesen Erwartungen gerecht. Am Nachmittag treten wir den langen Rückweg nach Bakau an. Wir werden dort das Wochenende verbringen und die letzten Sachen dann am Sonntag mit zu Lodge nehmen.

 

 

Samstag, 23.02.08

 

Heute müssen wir Einkäufe tätigen für die ganze nächste Woche. In Buniadu gibt es nur kleine Locale Shops. Es heißt also nichts vergessen oder sich einschränken. Den Rest des Tages sind wir faul oder schreiben in unserem Tagebuch. Es ist heiß - 35 Grad.

 

 

 

Montag, 25.02.2008

 

Kurz nach 7:00 heißt es aufstehen, wir wollen den Morgen langsam angehen. In Ruhe frühstücken und dann halb neun ist Start im Health Center. Als wir ankommen sind schon viele Patienten da und warten geduldig. Ich arbeite mit Do Do und Maimuna im Dressing Room. Ununterbrochen wechseln wir Verbände. Viele sehen nach dem Wochenende ziemlich schmutzig aus, der Staub ist überall. Es ist heiß, ich muss mich sehr konzentrieren, alles ist neu. Die meisten Hauterkrankungen, wenn es nicht gerade Verletzungen sind, kenne ich nicht. Viele neue Salben, dazu die Kommunikation mit meiner Dolmetscherin und Do Do nur in English und auch die Dokumentation der Therapie in English. Heike pendelt zwischen den beiden Behandlungsräumen hin und her und steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Als es Mittag ist, sind wir ziemlich geschafft. Wir essen unsere Brote in der glühenden Hitze unter einem Baum vorm Health Center und atmen kurz durch. Manfred hat unterdessen gemeinsam mit eineigen gambischen Helfern am Transformator Haus weiter gemauert und versucht den Fließen-Tisch für die Lodge fertig zu machen.

Abends sind wir ziemlich geschafft, müssen aber noch 8 Kanister Wasser vom Brunnen holen und Essen kochen. Gegen halb 8 ist es hier schon stockfinster. Die Zeit bis dahin ist sehr kurz.

 

 

 

Dienstag, 26.02.2008   

 

Manfred hat den ganzen Vormittag den Container sortiert, damit Heike am Mittwoch Kleidung an die vielen Helfer ausgeben kann. Mit Mussa war er gemeinsam in Barra um Zement zu kaufen, damit der Fließentisch fertig wird. Der Zement letztens wurde nicht richtig fest.

 

Abends haben wir dann auf der Lodge der Familie ( Fatu, Ablah und Amy), die in einiger Entfernung wohnt, einen Besuch abgestattet und ihr für ihr Baby ein paar Sachen gegeben. Sie haben sich total gefreut. Die Armut der Menschen und gleichzeitig ihre Freundlichkeit macht uns tief betroffen. Nachdenklich sitzen wir Abends bei einem Glas Wein und lauschen den fremden Geräuschen Gambias.

 

 

 

Mittwoch, 27.02.2008

 

Heike musste heute Morgen dringend nach Buniadu. Silke und ich behandelten allein, hatten aber ständigen Handykontakt für eventuelle Nachfragen.

Um 10:00 füllte sich schlagartig der gesamte Warteraum mit Müttern und ihren Babys. Einmal im Monat kommt die Hebamme zum Wiegen und Impfen. Dafür stellt RDI einen Behandlungsraum zur Verfügung. Also hieß das für Silke und mich parallel behandeln in einem Raum von ca 2,5 x 3m. Zeitweise befanden sich in diesem kleinen Raum 8 Leute. Draußen ein Stimmengewirr wie auf dem Rummel, dazu die Hitze und zu Beginn noch der Krach des Generators. Am Tagesende waren wir beide erstaunt, dass uns die Situation doch nicht so gestresst hatte wie erwartet. Von Manfred haben wir erfahren, dass ca 200 Mütter mit ihren Kinder da waren, dazu noch die Patienten die wir behandelten.

 

Manfred hat dann abends noch versucht, im Dressingroom das Waschbecken anzubringen, leider passten die Gewinde nicht. Also blieben wir weiter ohne fließend Wasser. Nachmittags teilte Heike die versprochenen Sachen an die fleißigen Helfer aus. Die Freude ist riesengroß. Stolz posieren sie mit ihren neu erworbenen Fußballdressen vor dem Fotoapparat.

 

 

 

Donnerstag, 28.02.2008

 

Als wir beim Frühstück sitzen, bekommen wir Besuch vom Jäger , er hat in der Nacht ein Großes Wildschwein geschossen und will es uns verkaufen. Keiner von uns hat den Schuss gehört, obwohl es in unmittelbarerer Nähe der Lodge war. Wohin mit soviel Fleisch ohne Kühlmöglichkeit? Dankend müssen wir ablehnen.

Manfred baut am Vormittag endlich den Fließentisch für unsere Kochgelegenheit auf der Lodge auf . Ist sehr schön geworden. Er hat auch noch von innen an die Fenster Bettlaken angemacht, damit die Sonne nicht mehr so erbarmungslos in den Vorraum scheint, wo unsere Vorräte stehen.

 

Silke, Heike und ich sind nach Feierabend gemeinsam mit einigen Kisten Spenden, die im Health center nicht gebraucht werden, nach Essau ins Krankenhaus gefahren.

Der verantwortliche Pfleger hat uns durch die verschiedenen Häuser geführt. Ich kann mit Worten nicht beschreiben, was ich gesehen habe. Wieder macht sich eine große Betroffenheit und Ohnmacht breit. Warum geht es auf der Welt so ungerecht zu? Wir in Deutschland leben im totalen Luxus und Überfluss, während die Menschen hier jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen. Bestimmte Erkrankungen können einfach nicht behandelt werden.

Sehr nachdenklich fahren wir wieder nach Hause.

 

 

 

Freitag, 29.02.2008

 

Am Freitag haben wir immer besonders viele Patienten. Die Verbände müssen bis Montag halten. Vielen Patienten kann man nichts zum Verbandswechsel mitgeben. Die Gefahr, dass beim Wechsel zu viel schmutz in gerade heilende Wunden kommt ist zu groß. Bei vielen habe ich große Sorge wie werden die wunden am Montag aussehen? Dazu kommt noch eine frische schmutzige  Verletzung durch eine Machete bei einem neunjährigen Jungen. Gott sei Dank sind keine Nerven oder Sehnen verletzt. Nach gründlicher Wundreinigung verschließe ich die Wunde mit Steri Strip und Betaisadona Verband und dann hilft nur noch beten. Für Montag bestelle ich ihn zur Kontrolle.

 

Eine alte Frau hat einen 4 tage alten Insektenstich am Fuß. Der Fuß ist fast doppelt so dick. Sie hat unglaubliche schmerzen. Als ich die Wunde untersuche, entleert sich massiv Eiter.  Ich kann sie vor Montag nicht wieder sehen und den Verband wechseln. Sie bekommt eine Antibiose und ich hoffe, dass der Fuß nicht schlimmer wird. Warum ist sie nicht schon eher gekommen? Ich mache mir große Sorgen.

 

 

 

Samstag, 01.03.2008

 

Heute sind wir in Pipeline bei Heiner und Heike. Wir müssen mit dem Taxi Einkäufe für 2 Wochen Lodge erledigen. Die Fähre ist für Autos gesperrt. Heiner musste mit dem Auto zur Werkstatt - an der Servolenkung war etwas kaputt.

Am Nachmittag haben wir für 2 Stunden die Sonne am Strand und ein Warmes Bad im Meer genossen. Abends waren wir dann im Affenpark in Bigolo . Es war sehr heiß aber wir waren im Park allein und haben die Ruhe und Geräusche der Natur genossen.

 

 

 

Sonntag, 02.03.2008

 

Heute Morgen heißt es Tagebuch schreiben und 14:00 fahren wir wieder mit der Fähre nach Buniadu. Mal sehen wie lange wir dieses mal brauchen - unter 3 stunden haben wir es noch nie geschafft. Wir melden uns nächstes Wochenende wieder.

 

 

 

Mittwoch, 05.03.2008

 

Heute Morgen kommt die Mutter mit dem Kind wieder in die Ambulanz. Den Jungen geht es besser. Das Fieber ist runtr,Gott sei Dank und er laechellt auch schon wieder es geschehen noch wunder. Alle Staves freuen sich mit mir. Auch Maimuna strahlt. Die Arbeit mit ihr macht mir viel Spass. Bei diesen begrenzten Moeglichkeiten freut man sich ueber jeden noch so kleinen Erfolg. Manfred hat heute mit Mussa ein Holzregal fuer den Drssing Room gebaut und so ordnen wir nach Feierabend gleich noch unsere Medikamente und sind happy, es sieht gleich viel ordentlicher auf unseren Tisch aus.

 

 

Donnerstag, 06.03.2008

 

Hatten heute ein 6 Monate altes Kind in der Ambulanz in schlechten Zustand. Es wog nur ca 1,5 kg !!! Das Leid hat kein Ende. Die mutte r zu wenig Milch. Sie muss allein 5 Kinder gro-ziehen. Der Mann ist ueber der Woche im Senegal arbeiten. Wir geben ihr die letzte Saueglingsnahrung mit die wir haben und hoffen, dasses sie annimmt. Telefonieren mit Heike , sie verspricht gleich Neue Nahrung zu kaufen und wir bestellen die Mutter mit Kind fuer Montag wieder.

 

 

Montag, 10.03.2008 

 

Wir hatten in der letzten Woche an den meisten Tagen [ber 60 Patienetn bei [ber 40 Grad .Am Tagesende sind wir total geschafft. Die Mutter mit dem Winzling war heute da er hat getrunken und uns sogar ein kleines Laecheln geschenkt. Heike gibt ihr Neue Babynahrung mit . Ich hoffe es wird alles gut.

 

 

 

Dienstag, 11.03.2008

 

Heute beginnen wir den Tag schon mit ein wenig Wehmut wenn wir daran denken,dass in einer Woche unser letzter Tag in Buniadu ist. Mit Maimuna beschließen wir heute Nachmittag den Frauen vom Dorf in Ihren Gärten einen Besuch abzustatten. Gemeinsam mit Silke und unseren Fotoaparaten sind wir nach der Arbeit losgezogen. Wir waren 3 Stunden unterwegs dann war es dunkel. Es war total schön, wir hatten viel Spaß und wurden überall sehr freundlich zum mitarbeiten :) eingeladen. Die Kinder waren hier unentwegt damit beschäftigt Wasser aus den Brunnenlöchern zu ziehen, Schwestarbeit!!! Wir hatten ständig Angst das die überall herumlaufenden Kinbder in eins der tiefen Löcher fallen. Die Gärten sind rießengroß und füpr die Frauen ist es eine schwere Arbeit, haben sie doch fast alle bei der Arbeit ein Kind auf dem Rücken und das bei dieser Hitze. Für die Kinder hatten wir Luftballons dabei, es war ein rießen Gaudi und eine willkommene Abwechslung.

 

 

Mittwoch, 12.03.2008

 

Manfred hat heute begonnen im Healthcenter Deckenleuchten anzubringen und im Generatorhaus den Sockel verfüllt. Der Mann der den rießigen Baumstamm vorm Healthcenter zersägen will hat uns wieder versetzt. Heiner und Heike hoffen täglich dass er kommt, da er doch den Platz für die Zufahrt des zu erwartenden Krankenwagens versperrt. Vieleicht  Morgen????
Silke geht es Gott sei Dank wieder besser, sie war heute schon wieder arbeiten.

 

 

Donnerstag, 13.03.2008 

 

Im Healthcenter die üblichen Behandlungen insgesamt sind es die Woche etwas weniger als in der letzten Woche. Wahrscheinlich lag es an der Hitze der letzten Woche.  Dem winzigen Baby geht es ein wenig besser. Es nimmt die Flaschennahrung die Heike mitgebracht hat an und lächelt sogar zur Begrüßung , trotzdem macht es uns noch große Sorgen.

Wir haben heute mit unserem Personal beschlossen am Sonntag ein kleines Fest mit ca 20 Mann zu feiern. Wir werden im Compound von Maimuna gemeinsam mit den Frauen kochen und machen gemeinsam eine Einkaufsliste. Wir freuen uns schon sehr darauf und sind gleichzeitig traurig, wissen wir doch dass es unsere letzten Tage sind.

 

 

Freitag, 14.03.2008

 

Wir fahren heute nach der Arbeit mit nach  Pilpline (auf der Suedseite des Gambiaflusses) und werden am Samstag noch mal vom Meer Abschied nehmen. Es war wieder eine ansrengende Woche aber mit der Fähre ging es heute sehr schnell, da wir ohne Auto übergesetzt sind. Heiner war schon am Mittwoch  zurückgefahren, da er noch jede Menge Arbeit zu erledigen hatte. Wir nutzen den Abend um schon ein paar Sachen für unser Abschlussfest einzukaufen und ein paar Zeilen fürs Tagebuch zu schreiben.   


LG Kerstin und Manfred

 

 

 

Sonntag, 16.03.2008

 

Sonntag Morgen kurz nach dem Frühstück kommt Heike zu uns um uns mitzuteilen dass Michael gerade angerufen hat. Re ist mit seinem Team im Senegal kurz vor der Grenze und da es schon im Senegal Probleme gab, befürchteten sie Probleme an der Grenze Senegal /Gambia. Wir freuten uns sehr als wir hörten, dass Michael mit seiner Truppe heute noch nach Buniadu kommen will. Schnell haben wir dann alle Einkäufe für unser bevorstehendes Abschiedsfest zusammengepackt und sind losgefahren Richtung Fähre. Heike setzte uns in Buniadu ab und ist dann gemeinsam mit dem Sohn des Chiefs und Silke zur Grenze gefahren um Michael bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten zu unterstützen. Wir bedauerten es ein wenig nicht mit dabei zu sein, aber wir hatten ja Maimuna versprochen gegen 2 Uhr bei Ihr zu sein. Wir wurden auch schon freudig erwartet und begannen auch gleich mit den Vorbereitungen. Bei der Menge des Oels hatten wir uns ein ,,wenig''  verkalkuliert wir dachten 1 Liter reicht, Maimuna hat nur gelacht und ist mit Manfred los noch 5 weitere Liter kaufen. Es war ein wunderschöner Nachmittag und Abend. Wir haben gemeinsam gekocht mit den Kindern gespielt, getanzt und gesungen. Stolz trugen sie Ihren neuen Lederfußball spazieren. Es war unser Abschiedsgeschenk an den Compound von Maimuna. Plötzlich große Aufregung und eine große Kindertraube. Der Rettungswagen für RDI und der Landrover mit dem Team von Landsaid war  endlich angekommen. Die Freude war groß und wir luden sie nach kurzer Rücksprache mit Maimuna ein an unserem Abschiedsessen teilzunehmen. Da alle ausgehungert waren sagten sie natürlich schnell zu. Es war ein wunderschöner Abend wir haben die afrikanische Lebensfreude und Gastfreundschaft  in vollen Zügen genossen und haben viele neue Freunde kennengelernt. Wir werden es so vermissen!!!!!!!!!Gute Nacht und liebe Grüße nach Deutschland  Kerstin, Manfred, Michael, Marco, Matze,Janni,Poldi und Manfred

 

 

Montag, 17.03.2008

 

Morgens beim Frühstück überraschte uns Heike mit der Neuigkeit, dass heute unser letzter Tag ist. Sie hat sich überlegt, dass es gut für uns wäre wenn wir mit Michael über die Fähre zur anderen Flußseite fahren und so auch noch etwas Zeit mit ihm verbringen können. Sie könnten dannn auch den Landrover dabehalten und wären so mobil. Es kam für uns ziemlich überraschend.  Wir beschlossen bis zum frühen Nachmittag noch mitzuarbeiten , dann das Zimmer der Lodge zu reinigen um dann  mit Michael nach Serekunda zum Campingplatz zu fahren.

Also ging ich ein letztes mal voller Wehmut den staubigen Weg zum Health Center. Bevor wir mit der Behandlung begannen hat Heike alle Staff 's zusammengerufen um uns für unsere Arbeit zu danken und uns zu verabschieden. Es war ein bewegender Augenblick.  Dann sagte Do Do  etwas in seiner Stammessprache, es wurde still, alle hielten die Hände mit der Handfläche nach oben und sprachen uns ihren Segen aus. Um  meine Fassung war es geschehen , mir liefen die Tränen und ich dachte voller Schmerz daran dass wir nur noch wenige Stunden mit diesen mir so lieb gewordenen Menschen zusammen seien würden. Ich beneidete Silke, würde sie doch noch 4 weitere Wochen in Buniadu arbeiten.

Da heute  Montag war, hatten wir wieder sehr viele Patienten zu behandeln. Erstaunlich war für mich, dass es auch hier in Gambia sehr viele Menschen mit Bluthochdruck gibt. Den einzustellen ist extrem schwer. Es fehlt oft an den richtigen Medikamenten oder sie sind nicht mehr in ausreichender Menge verfügbar. Dazu kommt, dass viele Patieneten die Medikamente nicht sehr zuverlässig einnehmen oder ihre Wiedervorstellungstermine nicht wahrnehmen. Blutdrücke von 230/120 sind keine Seltenheit. In Deutschland werden diese Patieneten sofort stationär eingewiesen. Hier können wir versuchen sie mit den Medikamenten die uns zur Verfügung stehen einzustellen und sie so lange bis der Blutdruck etwas gesunken ist warten lassen.

Sehr viele Kinder kommen mit Magen Darm Erkrankungen und fieberhaften Infekten. Es ist Abends für afrikanische Verhältnisse recht kühl, oft haben die Kinder nicht ausreichend warme Sachen anzuziehen. Immer wieder sage ich den Müttern, dass sie Ihre Kinder nicht mehr nach 5 Uhr waschen sollen weil es dannn schon zu kalt wird. Wir sind sehr froh über den aus Deutschland gespendeten Tee und geben ihn vorwiegend für die Kinder aus.

Gegen Mittag kam dann ein sehr junges Mädchen mit ihrer Mutter, auf den Arm einen Säugling völlig unterernährt. Sie erzählte uns, dass sie nicht genug Milch habe und kein Geld mehr um Säuglingsnahrung zu kaufen. Der Mann arbeitet in Kombo und schickt ihr kein Geld. Sie hatte schon ein Kind , dieses ist im Alter von 3 Monaten verhungert !!! Wir konnten nicht glauben was wir hörten. Heike bat Manfred nach Essau in die Apotheke zu fahren um Säuglingsnahrung zu kaufen. Nach kurzer Zeit kam sie mit einer Mutter und ihren Säugling in den Behandlungsraum. Sie sagte zu Ihr:,, bitte schau dir dieses Baby an wenn wir ihm nicht helfen können und ihm Milch geben wird es sterben''. Die Frau gab zu unserer großen Erleichterung ihr Einverständnis, dass wir ihr Milch abpumpen dürfen. Während Silke die Milch abpumpte versuchte ich den vor Hunger weinenden Säugling auf meinen Armen zu beruhigen. Unentwegt liefen mir dabei die Tränen, ich schämte mich nicht dafür. Hilflosigkeit und Wut machten sich in mir breit. Ich dachte wieder einmal an die Welt in der wir leben. Es gibt Menschen die wissen vor lauter Konsumdenken nicht wohin mit ihren Geld und hier kämpft eine 17 jährige Mutter mit uns um das Leben ihres Säuglings. Silke hat es geschafft fast 90 ml Milch abzupumpen. Ich bin glücklich, darf ich ihm doch die Flasche geben. Selig nuckelt der Kleine die Flasche bis zum letzten Tropfen aus. Heike erklärt der Mutter unterdessen noch was sie alles tun kannn um die Milchproduktion anzuregen. Manfred ist mit der Säuglingsnahrung zurück und wir erkklären der Mutter genau wie sie zubereitet werden muß. Für Mittwoch bestellen wir sie wieder ins Health Center.Leider werde ich da schon nicht mehr in Buniadu sein aber ich hofffe sehr ,dass es der Kleine schafft. Ein trauriger letzter Tag!!!!!!!

Nach dem Packen unserer Sachen und  Putzen des Zimmers gab es dann noch eine bewegende Verabschiedung im Health Center. ,,Unsere Staff 's'' mit denen wir so gut die letzten Wochen zusammen gearbeitet hatten, überreichten uns ihr Abschiedsgeschenk. Wir bekamen jeder eine handgearbeitete Bluse und ich noch eine Kette mit passenden Ohringen. Wir waren total gerührt und konnten nicht viel sagen, zu groß war der Kloss in unseren Hals.

 Wir werden Euch nie vergessen und vieleicht werden wir uns  ja einmal wiedersehen!

Gemeinsam mit Michael und den anderen fuhren wir sehr still zu Fähre nach Barra und von dort aus zum Campingplatz nach Serekunda.

Liebe Grüße an unsere Freunde nach Hause

 

 

Dienstag, 18.03.2008

 

Ich habe seit langen das erste Mal durchgeschlafen. Der Campingplatz liegt sehr ruhig. Nach einem gemeinsamen leckeren Frühstück setzen wir uns mit Michael unter einen Baum und reden über die letzten Wochen. Es gibt viel zu erzählen ist es doch unser erster Einsatz gewesen. In Deutschland werden wir auch nicht so schnell die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch haben, trennen uns doch von Kaufering 600 km.

Am Nachmittag fahren wir dann noch zu Heiner um unsere letzten Sachen zu holen und uns zu verabschieden. Bei einem leckeren, von Amy zubereiteten Tee mit frischen Limonen, plaudern wir noch ein bischen über die zurückliegende Zeit. Natürlich hat er es auch nicht versäumt sich den Rettungswagen anzusehn. 

 Später besuchten  wir dann noch den Markt in Bakau um ein paar Mitbringsel zu kaufen. Leider bekam ich nicht wie erhofft einen großen Mörser, aber dafür das Versprechen mir Morgen einen abholen zu können. Nun gut fahren wir Morgen noch mal her.

 Am Abend waren wir dannn Allle gemeinsam in einem netten Restaurant essen. Hier hatte Janni dann auch seine große Stunde. Nach längeren Verhandlungsgesprächen am Tisch hat er eine große Krokodilmaske sehr günstig erstanden.

Das war also unser letzter Tag, morgen Abend sitzen wir schon im Flugzeug nach Deutschland. Wir wollen noch nicht daran  denken.

 

 

Mittwoch, 19.03.2008 

 

Ich wache auf und kann es nicht glauben, heute ist also unser unweigerlich letzter Tag. Viel zu schnell sind die 4 Wochen vergangen. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück nehmen wir uns ein Taxi und fahren zum Markt nach Bakau um unseren bestellten Holzmörser abzuholen. Wir werden schon sehnsüchtig erwartet es ist schon 1 Uhr und unser Händler dachte schon uns nicht mehr zu sehen. Nach längerem Handeln entschieden wir uns noch für ein paar weitere Geschenke.

Den Rest des Nachmittages verbrachten wir am Strand und nahmen Abschied vom Meer und der Sonne. Wir waren schweigsam, jeder hing seinen Gedanken nach. Wir wußten das in ein paar Stunden alles vorbei war. Auf dem Campingplatz packten wir dann unsere restlichen Sachen und tranken ein letztes gemeinsames Bier zum Abschied. Alle bis auf Janny, der mit uns den gleichen Flug gebucht hatte, hatten noch 2 Wochen bis zur Heimreise vor sich. Ach wie gern würde ich noch hier bleiben und die Uhr noch einmal zurückdrehen.

Michael fuhr uns zum Flughafen. Wir hatten immmer die Tanknadel im Visier, die sich stark im roten Bereich bewegte. Wie wir erfahren hatten, gab es heute den ganzen Tag keinen Sprit in Gambia und so konnten wir den durstigen Krankenwagen nicht auftanken. Wir hofften nur, dass er wieder bis zum Campingplatz zurückkommt.

In der Abfertigungshalle verabschiedeten wir uns voneinander, keiner konnte sehr viel sagen ein letztes winken und schon nahmen die Zollformalitäten unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Ehe wir uns versahen saßen wir im Flugzeug und hoben ab in Richtung Deutschland.

Dass war es also 4 Wochen sind rum. War es nicht erst gestern als wir auf der Buckelpiste von Banjul zur Landung aufsetzten und uns die uns damals noch fremde Kultur Afrikas umhüllte? Wir fuhren nach Gambia mit dem Vorsatz zu Helfen, Gutes zu tun und den Ärmsten der Armen etwas von dem zu geben was wir in Deutschland im Überflusss haben. Wir kamen reich beschenkt zurück. In Gambia bist Du nie allein. Ständig begleiten dich die ewigen fröhlichen,,Toubab'' Rufe der Kinder. fremde Menschen sprechen dich an: ,,How are you''? Fine,Fine!!! Diese Menschen sind füreinander da und sind auch aufeinander angewiesen. Das  Leben ist ein täglicher Kampf. Emotionale Kälte und Schweigen wie wir es in Deutschland immmer wieder erleben ist den Gambianern fremd.

Wir werden unsere neu gewonnenen Freunde sehr vermissen und hoffentlich einmal wiedersehen.

Abaraka ( Dankeschön)!

Kerstin & Manfred    

 

 

 

 
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