An dieser Stelle lesen Sie Auszüge der Berichte von Wolfgang Müller, der für die Organisation AIC-Diguna die Verteilung der von uns finanzierten Hilfsgüter in Mandera koordiniert, über die Situation im Projektgebiet. Hintergrundinformationen zur Saatgutverteilung im Dezember 2006 im äußersten Nordosten Kenias finden Sie hier
16. Dezember 2006 - Mandera
"Am Montag wird unsere heute erstellte Einsatzgruppe alle 8 farming units besuchen um die benötigten Daten für die Verteilung zu erheben. Am Dienstag soll dann gleich mit der Verteilung des Saatguts und der Werkzeuge in den verschiedenen farming units begonnen werden und, falls alles nach Plan läuft, dürfte die Aktion am Mittwoch abgeschlossen sein."
18. Dezember 2006 - Mandera
"heute waren wir mit unser "task force" wie geplant unterwegs und haben die verschiedenen farm units besucht. Bis auf Banyole konnten wir alle units begehen. Banyole ist direkt an der somalischen Grenze und momentan ist es dort etwas unsicher so dass uns von einem Besuch abgeraten wurde. Einer unser task force Mitglieder war aber vor kurzem dort und wir haben uns bei der Erstellung der Saatgut und Werkzeugliste, die im Anhang zu finden ist, auf seinen Bericht verlassen.
Bis auf die cowpeas haben wir am Samstag und heute alles Saatgut und die Werkzeuge besorgen können. Cowpeas sind momentan schwierig zu bekommen und wir glauben dass wir morgen die noch benötigte Menge finden können. Leider waren die Werkzeuge nicht in der von uns geplanten Menge vor Ort verfügbar.
Dies ist nicht weiter problematisch und wir verteilen die verfügbaren Werkzeuge unter den farm units. Eventuell wäre ein weiteres Projekt, spezielle mit Werkzeugen, denkbar. Um die Regenfeldbaufelder zu erhalten ist dringend die Kontolle von den vorhanden Gullys notwendig. Dazu, eventuell zu einem anderen Zeitpunkt mehr.
Morgen früh um 8 Uhr soll es mit der Verteilung los gehen. Wir wollen die ersten beiden Units mit Saatgut und Werkzeug beliefern. Es sind die am meisten betroffenen Gebiete und, nach der Erfahrung von heute, wohl auch die schwierigsten Gruppen bei der Verteilung."
19. Dezember 2006 - Mandera
"...leider ging gestern das Telefon nicht und ich konnte den Lagebericht erst heute Abend abschicken. Aber dafür gibts, als zwei separate Mails, heute ein paar Bilder...
Heute morgen haben wir, wie geplant, in zwei farming units Saatgut und Werkzeuge ausgegeben. Duuse und Koromey sind die von der Überschwemmung am meisten betroffen Gebiete. Die Verteilung in Duuse hat wie geplant funktioniert und jeder Farmer hat, per Unterschrift dokumentiert, seinen Anteil bekommen. Die Unterschriftenliste und genau Aufstellungen werden nachgereicht.
In Koromey war die Verteilung nicht so einfach und es gab die ganze Zeit über Meinungsverschiedenheiten unter den Landwirten. Kooperation war nicht vorhanden und die Leiter der Farmgruppe wurden der Korruption beschuldigt.
Nach der Verteilung von ca. der Hälfte des Saatgutes kam es vermehrt zu Streiterein unter den einzelnen Landwirten bzw den verschiedenen Clans.
Schon beim Felderrundgang am Montag war Koromey das "schwierigste" Gebiet aber der Ausgang der Verteilaktion war so nicht erwartet. Nach einer "Krisensitzung" haben wir beschlossen die für morgen geplanten Verteilaktionen durchzuführen. Die restlichen farm units haben sich in der Vergangenheit als kooperativ gezeigt und wir wollen, unter Polizeischutz da die Gebiete teilweise an der Somalischen Grenze sind, die Verteilaktion weiterführen und hoffentlich auch beenden.
Soweit zu dem heutigen Tag. Morgen mehr.
Mit freundlichem Gruß
wolfgang mueller"
20. Dezember 2006 - Mandera
"...Heute haben wir in Bokollow, Gumarey, Jajane, Jira und Kamor Saatgut und Werkzeuge verteilt. Die Aktionen verliefen sehr ruhig und erfolgreich. Alle Landwirte, die zu den Verteilpunkten gekommen sind, konnten ihren Teil abholen und waren sehr dankbar über die Hilfe. Die Resonanz die wir aus der Stadt bekommen ist auch sehr positiv und die Leute freuen sich über die Hilfe mit Saatgut und Werkzeugen.
Es fehlt jetzt nur noch der Banyole farm unit. Morgen früh wollen wir uns mit den Leitern von Banyole treffen um gemeinsam einen Ort für die Verteilung zu finden. Banyole ist direkt an der Somalischen Grenze und wir können nicht direkt vor Ort die Verteilung durchführen...
...Leider kann ich heute nur kurz schreiben denn wir haben, wie jeden dritten Abend, keinen Strom in der Steckdose und meine Laptopbatterie ist schwach..."








