Medizinische Teams bringen Hilfe in die haitianische Hauptstadt
Versorgung von fast 24.000 Patienten
Seit dem verheerenden Erdbeben im Januar unterstützte LandsAid die betroffenen Menschen in Haiti. Neben der Lieferung von Hilfsgütern wurden zunächst in Cité Soleil, dem größten Elendsviertel in der Hauptstadt Port-au-Prince, und an drei weiteren Standpunkten - in Delmas, Christroi und der Universität - mobile Kliniken etabliert.
LandsAid koordinierte die Arbeit von insgesamt vier medizinischen Teams, die sich neben LandsAid-Personal aus internationalen Hilfskräften - u.a. aus der Slowakei, Italien, Kanada und USA - zusammensetzten.
Täglich behandelten die engagierten Einsatzkräfte hier in Hochzeiten bis zu 150 Patienten in einzelnen Kliniken. Unterstützt wurde die Arbeit bis Ende April von der LandsAid-Partnerorganisation Apotheker ohne Grenzen e.V., die mit jedem LandsAid-Team eines ihrer Mitglieder entsendeten.
In den ersten Wochen bekamen die Helfer zudem vom Kinderkrankenhaus St. Damien, Port-au-Prince, mit Unterkunft, Verpflegung, Medikamenten sowie logistisch Unterstützung.
37 LandsAid-Einsatzkräfte aus Deutschland haben nach dem Beben in unseren mobilen Kliniken gearbeitet. Unterstützt durch lokales medizinisches Personal, konnten sie so einer großen Anzahl an Haitianern basismedizinische Versorgung ermöglichen: Insgesamt wurden nahezu 24.000 Patienten behandelt.
Unmittelbar nach dem Erdbeben ging es um die möglichst schnelle und effektive Versorgung der zahllosen Verwundeten. Später musste besonders in den Zeltstädten dringend die Hygiene aufrecht erhalten und Infektionskrankheiten vorgebeugt werden. Erschwerend wirkte sich die Regenzeit auf die ohnehin schon schwierige Lage aus. Denn mit dem Regen stieg die Gefahr einer Ausbreitung von Krankheiten wie Typhus, Cholera oder Malaria in den abertausenden provisorischen Zelten, die die Straßen und Plätze von Port-au-Prince säumen.
Die mobilen Kliniken wurden im Juni noch einmal bis 30. September 2010 verlängert.
Insgesamt 10 medizinische Teams von LandsAid waren in der haitianischen Hauptstadt. In ihren Einsatztagebüchern berichteten die Hilfskräfte regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen vor Ort.
Hilfe für die Zeltstadt Tabarre
Am 15. Juni hatte LandsAid eine weitere mobile Klinik in Port-au-Prince in Betrieb genommen. Wechselnde medizinische Teams arbeiten nun neben der bereits eingerichteten Klinik in Cazeau in einer Zeltstadt in Tabarre. Hier leben 5.749 Menschen (Stand: Juni 2010) unter extremen Bedingungen. Bevor sich LandsAid der Bewohner annnahm, waren sie seit dem Beben monatelang nahezu ohne medizinische Versorgung gewesen; es mangelte an Trinkwasser und Nahrung. Nach erfolgreichen Gesprächen mit dem Komitee der Zeltstadt konnte LandsAid hier schon am ersten Tag ca. 90 Kinder unter 5 Jahre behandeln.
Durch das Engagement der Hilfsorganisation Operation Blessing, die die Arbeit von LandsAid in der Zeltstadt unterstützte, stehen den Bewohnern dort drei große an eine lokale Wasserleitung angeschlossene Wassertanks mit sauberem Trinkwasser zur Verfügung. Die Maßnahmen erleichtern den Menschen, die bis dahin ihr Wasser abkochen mussten, das tägliche Leben und der Nutzwasserbedarf der Zeltstadt ist gedeckt. Unter anderem kann damit auch die Anzahl der Magen-Darm-Erkrankungen niedrig gehalten werden.
Ein anderer wichtiger Schritt, den das LandsAid-Team intensiv während seiner Anwesenheit vorangetrieben hat, ist die Schulung von sogenannten „health promoters“, lokalen Helfern, die die in der Zeltstadt Lebenden z.B. zum Thema Hygiene oder Impfungen unterrichten. Nach den sehr erfolgreichen Treffen und regelmäßigen Schulungungen gehen die ehemaligen Lehrer, Informatiker oder Buchhalterinnen nun von Zelt zu Zelt und helfen, die hygienischen Bedingungen und den Schutz vor Ansteckung mit Malaria zu verbessern. Eine der Grundvoraussetzungen, um Erkrankungen vorzubeugen.
Die Zelte, in denen LandsAid während des Einsatzes den Behandlungsraum und eine Apotheke untergebracht hatte, waren bis auf Weiteres sehr schnell und unkompliziert von den Johannitern zur Verfügung gestellt worden. Durch die Spende der WHO von Medikamenten für etwa 6.000 Patienten war die Grundversorgung für die kommenden Monate gedeckt. Die Spende erhielt LandsAid unter anderem deshalb, weil sie eine der wenigen Organisationen ist, die seit Januar durchgehend Patientenstatistiken an die WHO geschickt hat. Die WHO benötigt diese Statistiken für die gezielte Planung von medizinischen Maßnahmen wie Impfkampagnen oder zur Abwendung möglicher Epidemien.
Kooperation mit der Kindernothilfe e.V.
Vom 17. August bis 21. September 2010 arbeitete LandsAid intensiv mit der Kindernothilfe in Haiti zusammen. Elf Mal war das LandsAid-Team mit einer mobilen Klinik bei den Kindern vor Ort. In insgesamt sechs verschiedenen Projekten der Kindernothilfe - MOCOSAD, Carrefour, Cineas, Fort National, Lafferonay und Tokyo - wurden über 1.100 Personen behandelt. (Bilder: Kindernothilfe e.V.)
LandsAid e.V. bittet für weitere Einsätze um Spenden auf das
Sparkasse Landsberg-Dießen Konto 14001 BLZ 70052060 Internationale Bankleitzahl BIC: BYLADEM1LLD Internationale Konto-Nr. IBAN: DE66700520600000014001
Finanziell unterstützt wurde dieses LandsAid-Projekt auch von Bild hilft e.V. "Ein Herz für Kinder" und der Aktionsgruppe Kinder in Not e.V., denen hier ein großer und herzlicher Dank für ihre großzügige und unkomplizierte Hilfe ausgesprochen sein soll!
















