Keniahilfe 2008
Medizinische Hilfe für Flüchlinge im eigenen Land
Nach dem umstrittenen Wahlergebnis der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vom 27.12.2007 brachen in den Slums von Nairobi und im Westen des Landes blutige Unruhen aus. In Kisumu, der Hauptstadt von Oppositionsführer Odingas Heimatprovinz Nyanza, wurden Häuser und Geschäfte niedergebrannt, deren Besitzer dem Stamm der Kikuyu angehörten.
Es kam daraufhin in vielen Teilen des Landes zu Spaltungen der Bevölkerung, Menschen verschiedener Ethnien bekämpften sich gegenseitig. Insbesondere Angehörige des Stammes der Kikuyu, dem auch der umstrittene Präsident Kibaki angehört, waren der Verfolgung ausgesetzt. Da Staatsämter überwiegend durch Kikuyus besetzt sind, sahen die Angehörigen anderer Stämme keine legale Möglichkeit, sich Gerechtigkeit zu verschaffen. Laut Angaben des UNHCR befanden sich am 18. Februar 2008 ca. 400.000 Kenianer auf der Flucht innerhalb der Landesgrenzen. Knapp über 15.000 Kenianer waren über die Grenze nach Uganda geflüchtet.
LandsAid half in Kisumu, der Hauptstadt der Provinz Nyanza, mit einem medizinischen Team aus Deutschland. Die Arbeit erfolgte in enger Zusammenarbeit mit "Apotheker-ohne-Grenzen e.V." sowie einer bekannten kenianischen Organisation, dem "Inter Diocesan Christian Community Service“ (IDCCS). Im Durchgangslager Kisumu kamen täglich neue Binnenvertrieben an.
Aufgrund der laufenden politischen Verhandlungen, mit nicht vorhersehbarem, möglichem negativen Ausgang, verschlechterte sich die Situation weiter. Viele Flüchtlinge waren bereits seit mehreren Wochen dort und brauchten dringend Hilfsgüter und medizinische Hilfe. Die Nächte waren teilweise sehr kalt und die Neuankömmlinge hatten meist überhaupt kein Eigentum bei sich. Das LandsAid-Team behandelte täglich 150-200 Patienten und übernahm so die zu großen Teilen zusammengebrochene staatliche medizinische Grundversorgung.
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Weitere Projekte 2008 in Kenia:
Die Lehrhebamme Freia Dondorf aus Kaufbeuren hielt sich von 20. Januar bis 15. April 2008 zum zweiten Mal in North Horr auf, um dort in verschiedenen Dörfern Fortbildungen für traditionelle Hebammen zu halten. Dabei achtete sie darauf, dass das Gelernte bei realen Geburten direkt gemeinsam in die Tat umgesetzt wurde. Im Tagebuch berichtete sie von ihren Erfahrungen. Unterstützung bekam sie für mehrere Wochen im Februar durch die Hebamme Gerlinde Fischer aus Memmingen.
Auch Gerhard Melchinger, der bereits 2007 mit den Renovierungsarbeiten am Gesundheitszentrum von North Horr begonnen hatte, war von 26. April bis 27. Juli 2008 vor Ort, um seine Arbeit fortzusetzen. Auch er berichtete regelmäßig im Tagebuch.
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