Keniahilfe 2011
Medizinische Teams versorgen Hungerflüchtlinge in den entlegendsten Gebieten
Juli 2011: Zu lange hat es nicht geregnet, eine extreme Dürre, die schlimmste seit etwa 60 Jahren, bedroht laut UN das Leben von rund 12 Millionen Menschen in Somalia, Kenia und Äthiopien. Ernten sind ausgefallen, die Tiere verendet. Viele der vom Hunger Ausgezehrten fliehen in der Hoffnung auf Hilfe aus ihren Dörfern in andere Gegenden.
Schwach und oft krank sind sie tagelang unterwegs, durch das von Trockenheit gezeichnete, staubige Land. Zu Fuß, mit Eseln und nur dem Nötigsten ausgestattet erreichen sie die Gesundheitsstation in Anole, Garissa, oder in Giriftu, Wajir.
Team 1: Bis zu 150 Patienten am Tag
Ein erstes Einsatzteam – eine Krankenschwester, eine Hebamme, ein Arzt und ein Apotheker aus Deutschland– arbeitete seit 21. August 2011 in der gerade fertig gestellten, gut 60 Quadratmeter großen Gesundheitsstation in Anole, nahe Garissa, das circa fünf Stunden von Nairobi entfernt, Richtung somalischer Grenze, liegt. Die Helfer versorgten täglich bis zu 150 Patienten. „Besonders die Kinder, Alten und schwangeren Frauen leiden unter der anhaltenden Dürre und brauchen am dringendsten unsere Hilfe“, berichteten sie.
Die Räume in Anole waren für die dortigen Verhältnisse relativ gut ausgestattet: es gibt Patientenliegen, selbst ein gynäkologischer Stuhl ist vorhanden. Krankheiten wie akuter wässriger Durchfall, Hauterkrankungen oder Malaria zählten zu den häufigsten Erkrankungen. In dem Zustand, in dem sich manche der Patienten befanden, können selbst harmlosere Erkrankungen eine zu große Herausforderung für den Körper sein. Hier setzt die Hilfe von LandsAid an.
Zweites Einsatzteam nimmt Arbeit auf
Ein zweites Team hatte zunächst die Arbeit in Anole übernommen: die Krankenschwester Carola Gerhardinger aus München, die Hebamme Birgit Hensel aus Bonn, Marianne Luise Näher, Ärztin aus Scheidegg, und die Apothekerin Gabriele Elisabeth Düweling aus Isny.
Bald arbeiteten die Einsatzkräfte - das dritte Team war am 2. Oktober angekommen - in Griftu, Region Wajir. Hier ist die Trockenheit noch extremer und die Menschen leiden stark unter der großen medizinischen Unterversorgung. "Für viele Ambulanzen ist kein Personal mehr zu finden, deshalb sind sie größtenteils geschlossen", berichtet Carola Gerhardinger. "Der Gesundheitszustand der Menschen ist erschreckend."
Überfüllte Krankenhäuser und extrem unterversorgte Gebiete
Auf Anfrage des Gesundheitsministeriums kümmert sich LandsAid nun um diese sehr schwer erreichbare Gegend, wo es für die Kranken keinen Arzt gibt. In ihrer Not trinken die Menschen Wasser aus stehenden Gewässern - verschmutztes Wasser, das krank macht. Doch in Griftu ist das Krankenhaus des Districts überfüllt. Da helfen die mobilen Mitarbeiter von LandsAid, die medizinische Hilfe direkt in die Dörfer bringen.
"Die meisten, die zu uns kommen haben heftige Durchfälle. Ganz schlimm trifft es die Kinder", berichtet Peter Otieno Nyagilo, der kenianische Koordinator von LandsAid. Er ist seit September 2011 vor Ort und macht sich täglich gemeinsam mit den Einsatzkräften auf zu den Patienten. Im November mit einem lokalen Team von drei Krankenschwestern in den entlegendsten Gebieten von El Yunis.
"Drei Menschen haben wir in den letzten Tagen schon von dort mit nach Griftu ins Krankenhaus genommen. Ohne unsere Hilfe wäre es schlecht um sie bestellt gewesen, sie waren schwer bettlägerig und allein in ihren Hütten", erzählt der Koordinator.Allein bei ihrem Einsatz am 21. November in Tula Tula waren von 128 Patienten 89 von Durchfällen betroffen. Weit über die Hälfte davon (53) waren Kinder. Besonders um diese Zielgruppe und die lokale Bevölkerung will sich LandsAid kümmern.
(neuntes Foto der Bildstrecke: copyright Jan Grabek)
Mehr Informationen lesen Sie in den Einsatztagebüchern unserer Teams.
Auf der folgenden Seite finden sie Informationen zu unserem Einsatz in Äthiopien.
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Konto 14001
BLZ 70052060
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