Nothilfe für die Flutopfer
Durch die riesige Flut, die die Bevölkerung Pakistans im August 2010 getroffen hat, sind etwa 20 Millionen Menschen - davon zwei Drittel Frauen und Kinder - teilweise innerhalb von Stunden obdachlos und Flüchtlinge innerhalb ihres eigenen Landes geworden.
Das stetig steigende Wasser und die riesigen Überschwemmungen haben ihnen alles genommen. Sie stehen vor dem Nichts. Mehr noch: Sie sind mit gewaltigen Problemen konfrontiert, die sie ohne Hilfe in absehbarer Zeit nicht bewältigen können. Zudem drohen Seuchen. Schätzungsweise 3,5 Millionen Kinder könnten davon betroffen sein (Quelle: UN).

Die Vereinten Nationen schätzen, dass diese Krise größer ist als die Auswirkungen der drei schlimmsten Naturkatastrophen der letzten Jahre zusammengenommen - der Tsunami 2004, das Erdbeben in Pakistan 2005 und das Erdbeben auf Haiti 2010. An die 10 Millionen Menschen sind in Pakistan auf Nothilfe angewiesen. Mit der Unterstützung des Auswärtigen Amtes in Berlin und weiteren Geldgebern konnten wir diese leisten.
LandsAid entsendet zwei Teams
LandsAid engagiert sich mit einer mobilen Klinik im von der Flut schwer betroffenen Süden Pakistans. Am Montag, den 30. August, hat sich zunächst ein fünfköpfiges Team von Freiwilligen - zwei Ärzte, eine Krankenschwester und eine Apothekerin - unter der Leitung des einsatzerfahrenen LandsAid-Vorsitzenden Hans Musswessels in die Flutregion aufgemacht, um den betroffenen Menschen eine medizinische Grundversorgung zu bieten.
Ein zweites Team ist am Sonntag, den 12. September, sofort im Anschluss für drei Wochen in das Krisengebiet aufgebrochen. Es wurde wie das Team zuvor vom Pakistanischen Militär an den Einsatzort gebracht, da die Gegend über Land nicht zu erreichen ist. Lesen Sie hier im Einsatztagebuch des Teams von ihren Erfahrungen. Parallel arbeitete ein weiteres Team mit einheimischen Ärzten und Pflegekräften im Distrikt Sindh.
Die beiden deutschen Teams haben zusammen 1.626 Patienten behandelt. Die häufigsten Krankheiten waren Durchfallerkrankungen und Hautkrankheiten.
LandsAid arbeitet wie 2007 vor Ort mit seiner Partnerorganisation "Pakistan Relief" zusammen, die vorwiegend die Logistik plant und durchführt sowie zudem lokale Einsatzkräfte einsetzt. LandsAid unterstützt weiterhin die dringend nötige Arbeit der pakistanischen Hilfskräfte vor Ort und ermöglicht so, dass das einheimische Team bis auf weiteres in der Provinz Sindh arbeiten wird.
Für ihr Engagement wurden die Mitarbeiter von Pakistan Relief und LandsAid am 31. September 2010 im Pakistanischen Parlament geehrt. Der Vorsitzende des Senats, Jan Mohammad Jamali (im Bild bei der Unterzeichnung der Dokumente), der die Arbeit der beiden Organisationen in den letzten Wochen immer wieder mit seinem Einsatz unterstützt hatte, überreichte ihnen je ein Zertifikat und bedankte sich für die humanitäre Hilfe.
Aufnahmen für pakistanisches Gesundheitsmagazin
Am letzten Tag ihres Einsatzes in Pakistan hat Frau Dr. Zarqa Khawaja für LandsAid neben ihrer Tätigkeit als Ärztin auch für das Urduprogramm des Radiosenders Deutsche Welle Interviews gegeben. Die Stuttgarter Dermatologin spricht Urdu, die Amts- und Landessprache Pakistans und einiger indischer Bundesstaaten.
Themen waren die generelle Gesundheitssituation der Flutbetroffenen und Krankheiten, die besonders durch Wasser und Luft übertragen werden sowie die hygienische Lage. Daneben ging es auch um Tuberkulose, Malaria sowie Haut- und Augenkrankheiten, allem voran, wie man sich davor schützen kann. Weitere Punkte waren die Aktivitäten von LandsAid und deren Partnern vor Ort.
Sehr viele Menschen in den betroffenen Gebieten hören nach Angaben der Deutschen Welle gerade jetzt Radio, weil es keine andere Kommunikationsmöglichkeiten gibt. Etwa 13 Beiträge sind für die cirka 50 pakistanischen FM-Radio-Partner der Deutschen Welle entstanden. Darunter auch die Pakistan Broadcasting Corporation, die die Gesundheitsmagazin-Sendung mit der Ärztin jede Woche landesweit ausstrahlt. Viele der FM-Stationen haben die Spots übernommen und ausgestrahlt. Die Resonanz auf die Spots war nach Auskünften der Deutschen Welle sehr gut.
Verteilung von Medikamenten und Hygienepaketen
Basis für die logistischen Planungen des Hilfseinsatzes ist die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Wichtig vor allem wegen der Verbindungen und dem regelmäßigen Austausch zur UN, OCHA, der Deutschen Botschaft, der WHO und den anderen Hilfsorganisationen vor Ort. In regelmäßigen Treffen der Organisationen werden die unterschiedlichen Einsätze und die Verteilungen der Hilfgüter miteinander besprochen und koordiniert.
Mit Unterstützung von action medeor wurden von LandsAid über zwei Tonnen Medikamente (New Emergency Healthkits) in die Region geliefert. Darunter Antibiotika, Arzneien zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, Schlangenbissen und gegen Austrocknung, Infusionen, Sterilisatoren, kleines chirurgisches Besteck und Material zur Wundversorgung.
Zusätzlich werden Hygienepakete (mit Beigaben für die tägliche Hygiene wie antibakterielle Seife, Zahnbürsten, Zahnpasta und Damenbinden) für etwa 3.000 Familien, d.h. insgesamt etwa 20.000 Menschen, sowie vor Ort gekaufte Trinkwassercooler und Decken für 3.000 Familien verteilt, die den Menschen ihre widrigen Lebensumstände zumindest erleichtern und ihnen sauberes Trinkwasser gewährleisten sollen.
Finanziell unterstützt wird LandsAid von Deutschland aus bei seinem Einsatz unter anderem vom Nothilfefonds des Auswärtigen Amtes sowie von seiner Partnerorganisation "Apotheker helfen e.V.".
Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir auch weiterhin schnell und unkompliziert Menschen in Not unterstützen können!
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